Umwelt und Natur

Wichtiger Schritt für mehr Bienen- und Insektenschutz

Wichtiger Schritt für mehr Bienen- und Insektenschutz

Wichtiger Schritt für mehr Bienen- und Insektenschutz

Kopenhagen
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Auch die Schmetterlinge sind in Dänemark immer seltener geworden. Allerdings gab es in diesem Jahr eine Invasion von Distelfaltern (Foto) aus dem Mittelmeerraum. Foto: Volker Heesch

Die dänische Umweltministerin Lea Wermelin (Soz.) verkündet ein Verbot für insektenschädigende Neonikotinoide. Auch Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz auf Golfplätzen, Rübenfeldern und in Gärtnereien werden abgeschafft.

Seit Jahren sind sich Biologen und Umweltschützer einig, dass Spritzmittel mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Neonikotinoide ganz aus der Umwelt verschwinden müssen. Seit Jahren ist bekannt, dass die Chemikalie nicht nur zum Tode vieler Bienen führt, sondern auch am dramatischen Rückgang der Insekten beteiligt ist.

Bisher Ausnahmegenehmigungen in Dänemark

In Dänemark durften bisher mit Ausnahmegenehmigungen Mittel mit Neonikotinoiden auf Golfplätzen, beim Zuckerrübenanbau und in Gärtnereien bei der Produktion von Topfpflanzen verwendet werden. Alle anderen Einsätze in freier Umwelt waren bereits seit Jahren in der EU und damit auch in Dänemark verboten.

Auch in Dänemark „Ausphasung“

Doch nun ist auch in Dänemark Schluss mit den Sondergenehmigungen. Umweltministerin Lea Wermelin (Soz.) hat eine komplette „Ausphasung“ der Neonikotinoide angeordnet. Das bedeutet, dass die Rübenbauern, deren Saatgut mit den Mitteln gebeitzt wird, innerhalb von zwei Jahren Alternativen finden müssen.

Alternativen für Rüben gesucht

Auf den Rübenfeldern müssen künftig nach deren Abernten zwei Jahre bienenfreundliche Feldfrüchte angebaut werden. Auf Golfplätzen und in Gärtnereien wird der Einsatz von Neonikotinoiden ganz untersagt. Ausnahmen sollen im kleinen Rahmen in Unternehmen der Saatgutbehandlung gegeben werden, wenn diese nachweisen, dass keine Reste in Abwässer oder die übrige Umwelt gelangen.

Naturschutzverband freut sich

Beim Naturschutzverband Danmarks Naturfredningsforening (DN) begrüßt deren Präsidentin Marie Reumert Gjerding die Insektenschutzinitiative.

Unterschriftenaktion wirkte

Der Verband hatte 40.000 Unterschriften gegen Neonikotinoide gesammelt, die Lea Wermelins Amtsvorgänger Jakob Ellemann Jensen (Venstre) allerdings nur zum Einsatzverbot auf Rapsfeldern veranlasst hatten. Sie hofft, dass weitere Maßnahmen zum Erhalt der bedrohten Artenvielfalt unter den Insekten getroffen werden. Als Folge des Insektenschwundes war auch ein massiver Rückgang bei insektenfressenden Vogelarten festgestellt worden.

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