Jagd trotz Naturschutz

Dänische Umweltministerin: Abschuss von Kegelrobben

Dänische Umweltministerin: Abschuss von Kegelrobben

Dänische Umweltministerin: Abschuss von Kegelrobben

Kopenhagen
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Die Kegelrobben waren Anfang des 20. Jahrhunderts in der westlichen Ostsee ausgerottet worden. Erst seit einigen Jahren sind sie um Bornholm und im Bereich der Insel Rügen wieder heimisch geworden. Foto: Miljøministeriet Danmark

Die sozialdemokratische Politikerin gibt Forderungen der Fischer auf der Ostseeinsel nach. Dänische Naturschützer bezweifeln den Sinn einer Dezimierung der Robben.

Die dänische Umweltministerin Lea Wermelin gibt der Forderung von Fischern auf Bornholm nach und beauftragt zwei Fischer mit Jagderlaubnis, um eine nicht näher angegebene Zahl der um die Insel lebenden Kegelrobben zu erlegen.

Fischer machen Robben für Fangrückgänge verantwortlich

Fischer hatten seit Jahren geklagt, Kegelrobben plünderten ihre Netze. Seit 2016 duften bereits Kegelrobben erlegt werden, allerdings ohne Wirkung.

Schutz im Rahmen internationaler Konventionen

Die in der westlichen Ostsee erst seit einigen Jahren wieder heimischen Kegelrobben stehen laut Berner Konvention des Europarates und EU-Bestimmungen unter Schutz. Die Sozialdemokratin Lea Wermelin ist erst seit den Wahlen im Sommer Umweltministerium. Sie ist auf Bornholm gewählt worden, wo Fischer das Auftreten der Kegelrobben für sinkende Fänge verantwortlich machen.

Die Kegelrobben, die sich auch im Wattenmeer angesiedelt haben, fressen pro Tag laut dänischen Forschern bis zu 3,8 Kilogramm Fisch.

Umweltschützer für Jagd auf Problemrobben

Der Biologe des dänischen Naturschutzverbandes Danmarks Naturfredningsforening, Bo Håkansson kritisiert die Abschusserlaubnis als untaugliches Mittel. Erforderlich sei es, „Problemrobben“ zu erlegen, die sich darauf spezialisiert haben, Fischernetze zu plündern.

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