Tierwelt

Weiterer Wolf in Mitteljütland nachgewiesen

Weiterer Wolf in Mitteljütland nachgewiesen

Weiterer Wolf in Mitteljütland nachgewiesen

cvt/Ritzau
Aarhus
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Wolf
Der neue Rüde stammt aus Sachsen (Symbolbild eines Wolfes in Gefangenschaft) Foto: Ross Sokolovski/Unsplash

Ein junges männliches Tier ist aus Deutschland eingewandert. Es ist bereits der zweite Jungwolf seit April, zeigen DNA-Analysen.

In den vergangenen drei Monaten ist der dänische Bestand an wild lebenden Wölfen um mindestens zwei Exemplare gewachsen. Ein junger, männlicher Wolf ist kürzlich aus Deutschland gekommen und hat sich offenbar in Mitteljütland niedergelassen. Das zeigen DNA-Proben, die das Senckenberg Labor für Wildtiergenetik in Gelnhausen bei Frankfurt am Main untersucht hat.

Der jüngste Zugang trägt die Bezeichnung GW1156m und wurde in Mitteljütland entdeckt, berichtet Kent Olsen, Forschungs- und Sammlungschef am Naturhistorischen Museum in Aarhus.

„Es stimmt, dass im Frühjahr zwei neue Wölfe nach Dänemark gekommen sind. Einen der Wölfe haben wir noch nicht abschließend identifiziert, aber wir wissen, dass es sich um einen Rüden handelt und dass er vermutlich im April nach Dänemark gekommen ist“, sagt Olsen.

Der zuletzt eingewanderte Wolf sei anhand von DNA aus der Nähe von Silkeborg identifiziert worden, genauer aus der Gegend Harbovad.

„Dort liegt eine private Hirschfarm, wo DNA-Spuren des Wolfes am 5. Juni an zwei getöteten Tieren gefunden wurden“, so Olsen weiter.

Das Naturhistorische Museum in Aarhus und die Universität Aarhus überwachen den Wolfsbestand in Dänemark für die Umweltbehörde.

Wolf stammt aus Sachsen

Die Herkunft des Tieres konnte anhand der DNA-Spuren präzise festgestellt werden.

„Er wurde 2017 oder 2018 in Sachsen in Deutschland geboren, sein Geburtsort liegt also zirka 700 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem er erstmals in Dänemark gefunden wurde“, sagt Olsen.

Seit dem 5. Juni gibt es derweil keine weiteren bestätigten Spuren des Tieres mehr. Doch Olsen nimmt an, dass er sich noch immer in Dänemark aufhält.

„Es ist äußerst wahrscheinlich, dass beide Wölfe noch immer in Dänemark sind. Aber GW1156m ist wahrscheinlich weitergewandert (aus Mitteljütland, Red.), da das männliche Tier, das im Frühjahr kam, bereits in Mitteljütland ist.“

Deshalb sei es möglich, dass der Wolf die Losung des anderen Tieres bemerkt hat und weitergezogen ist.

Der Rüde „führt sich vollständig normal auf“

Die deutsche „Bild“ hatte bereits aus Deutschland über GW1156m berichtet. Seit April soll das Tier demnach 33 Schafe in der Lauenburger Gegend getötet haben.

Kent Olsen weiß von den früheren Umtrieben des Tieres nichts, unterstreicht aber, dass nichts auf ein anormales Verhalten hindeute. „Der Wolf war vermutlich vor dem Angriff in Harbovad zwei bis drei Wochen hier. Und seither ist mehr als ein Monat vergangen, in dem es keine bestätigten Angriffe gegeben hat. Demnach führt er sich vollständig normal auf und findet seine Nahrung sicherlich in Form von Hirschwild in der Natur.“

Die Umweltbehörde bestätigt, dass das Tier in Deutschland nicht als Problemwolf klassifiziert ist.

Mit GW1156m gibt es nun fünf ausgewachsene Wölfe samt eines Wurfes Jungtiere in Dänemark. Die Identität des zweiten jungen Rüden in Dänemark soll bald bekannt gegeben werden können.

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