Umwelt und Natur

Trotz winterlichen Gastspiels viele Rotmilane in Dänemark

Trotz winterlichen Gastspiels viele Rotmilane in Dänemark

Trotz winterlichen Gastspiels viele Rotmilane in Dänemark

Apenrade/Aabenraa
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Der Rotmilan ist von anderen Greifvögeln anhand seines gegabelten Schwanzes zu unterscheiden. Foto: DOF / Jan Skriver

Die landesweite Zählung der relativ seltenen Greifvögel ergab eine Rekordzahl überwinternder Exemplare. In Nordschleswig ließ sich ein Rotmilan in der Tonderner Marsch blicken.

Der Rotmilan (Rød Glente) zählt zu den seltenen Greifvögeln in Dänemark. Der Brutbestand hat sich aber in den vergangenen Jahren auf über 200 erhöht, obwohl immer wieder vergiftete Exemplare aufgefunden werden. Erst in den 1970er Jahren kehrte die Art nach Dänemark zurück, nachdem sie wie viele andere „Raubvogelarten“ um 1900 ausgerottet worden war. Die Vögel schlagen selbst Beute, vor allem Kleinsäuger, fressen aber auch gern Aas, weshalb sie durch die in Dänemark immer noch grassierende illegale Greifvogelbekämpfung durch Giftköder gefährdet sind.

Überwinterung am Mittelmeer bleibt aus

Wie in den vergangenen sieben Jahren hat der Vogelschutzverband Dansk Ornitologisk Forening (DOF) Anfang Januar eine landesweite Erfassung der in Dänemark überwinternden Rotmilane organisiert. Die ursprünglich als Kurzstreckenzieher mit Überwinterung im Mittelmeerraum eingestuften Greifvögel, die an ihrem gegabelten Schwanz gut zu erkennen sind, bleiben immer mehr auch in der kalten Jahreszeit in Mitteleuropa, wo sich fast der gesamte, nur 25.000 Brutpaare umfassende, Weltbestand der Greifvogelart konzentriert. Vermutlich ist das gute Nahrungsangebot in den heimischen Gefilden bei immer seltenerem Schnee-Winterwetter ein Faktor für das veränderte Zugverhalten.

Vorkommen konzentriert auf Ostküste

Bei der Winterzählung des DOF wurde zum Jahresbeginn mit 439 Rotmilanen eine Rekordzahl in Dänemark registriert, obwohl während der Erfassungstage der Winter ein Gastspiel gegeben hatte. Vor sechs Jahren wurden gerade einmal 200 überwinternde Rotmilane notiert. Die meisten Exemplare wurden im östlichen Dänemark gezählt. Der Leiter der Zählaktion des Vogelschutzverbandes, Per Rasmussen, geht davon aus, dass auf Seeland und angrenzenden Inseln viele Rotmilane gesichtet wurden, die im südlichen Schweden brüten, wo es im Gegensatz zu Dänemark einen florierenden Brutbestand gibt.

Laut Erfassungsliste aus diesem Jahr wurden Anfang Januar keine Rotmilane in Nordschleswig bei der Zählaktion angetroffen. Doch hielten sich Exemplare beispielsweise in der Tonderner Marsch auf. Das Brutvorkommen der Rotmilane konzentriert sich in Nordschleswig auf den Bereich der Ostküste. Besonders im Raum Hadersleben (Haderslev) kann man die eleganten Greifvögel in der Luft kreisen sehen. Es gibt aber auch vereinzelte Brutplätze im Westen des Landes. Die Unterseite des Vogels ist rostrot gefärbt. Der Rotmilan ist etwas größer als ein Mäusebussard, das Nest baut er in hohen Bäumen.

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