THEMA DER WOCHE: BUNTES NORDSCHLESWIG

Für Offenheit, Toleranz und ein buntes Nordschleswig

Für Offenheit, Toleranz und ein buntes Nordschleswig

Für Offenheit, Toleranz und ein buntes Nordschleswig

Apenrade/Aabenraa
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Ein politisches Programm, dass sich mit Themen der LGBT+ Community beschäftigt, haben die Jungen Spitzen nicht. Trotzdem unterstützt die Jugendorganisation der Schleswigschen Partei das Anliegen. Foto: Unsplash/Cecilie Johnsen

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Wie stellt sich die Jugendorganisation der Schleswigschen Partei, die Jungen Spitzen, beim Thema LGBT+ auf? Der „Nordschleswiger“ hat mit der ersten Vorsitzenden, Katharina Kley, aus Anlass der Pride-Woche in Apenrade darüber gesprochen, was in Nordschleswig für sexuelle Minderheiten noch getan werden kann.

In dieser Woche wird Nordschleswig noch ein wenig bunter als sonst. Die LGBT+ Community hat eine Reihe von Veranstaltungen auf die Beine gestapelt, um auf die Anliegen sexueller Minderheiten aufmerksam zu machen. Am Sonnabend soll die Vielfalt mit einer Parade durch Apenrade sichtbar werden.

Katharina Kley, Vorsitzende bei den Jungen Spitzen, der Jugendorganisation der Schleswigschen Partei, freut sich über die Initiative, schließlich passe sie gut zum Profil der Jungen Spitzen, findet sie. Eine ausdrückliche Erwähnung des Themas LGBT+ findet sich bei den Jungen Spitzen zwar nicht. Aber die Merkmale Offenheit und Toleranz passen nach Ansicht der Vorsitzenden auch genauso gut auf dieses Thema.

Unterstützung für die LGBT+-Community

„Wir stehen für Offenheit, Toleranz und ein buntes Nordschleswig. Und das kann man auch auf den Aspekt 'sexuelle Vielfalt' überführen. Wir unterstützen die ganze LGBT-Community und wollen, dass jeder so sein kann, wie er ist, und sich bei uns willkommen fühlt“, sagt Katharina Kley.

Sie hält die Apenrader Pride Woche für eine sehr wichtige Initiative, und zudem bringe sie Leben nach Apenrade.

Wir unterstützen die ganze LGBT-Community und wollen, dass jeder so sein kann, wie er ist, und sich bei uns willkommen fühlt.

Katharina Kley, erste Vorsitzende der Jungen Spitzen

Toleranz in breitem Sinne

„Wir wollen auch teilnehmen, um zu zeigen, dass wir die LGBT-Community unterstützen. Ich will dann auch gleichzeitig ein bisschen Wahlwerbung für die Jungen Spitzen machen. Wir haben Junge-Spitzen-Kondome, und ein Plakat wäre auch ganz schön. Wir möchten unterstreichen, dass wir Toleranz auch in breitem Sinne und nicht nur bei der Minderheit unterstützen“, sagt die Vorsitzende der Jungen Spitzen und kreiert bei dieser Gelegenheit die Wortschöpfung „Identitätsfreiheit“ als zentrales Stichwort.

Allerdings ist sie sich noch nicht sicher, ob sie von weiteren Mitgliedern der Jungen Spitzen am Sonnabend Unterstützung bekommt. „Am Tag davor werden drei unserer Vorstandsmitglieder Abiturienten, und viele sind in Aarhus und Kopenhagen, deswegen weiß ich nicht, wie viele wir sein können.“

Das richtige Publikum finden

Bisher hat die LGBT-Thematik bei den Jungen Spitzen keine besondere Schwerpunktsetzung erfahren. „Wir haben uns mehr als Minderheitenpartei gesehen. Man muss das richtige Publikum dafür finden. Bis jetzt haben wir noch nichts Konkretes angedacht“, sagt Katharina Kley.

Sie ist allerdings überzeugt, dass die sozialen Medien eine gute Plattform für Aktivitäten bieten. Und vielleicht können die Jungen Spitzen künftig auch als Mitveranstalter auftreten, überlegt sie.

LGBT+ und Nordschleswig

Wenn sich am Sonnabend die Pride Parade in Bewegung setzt, wird es das erste Mal der Fall sein, dass es zu einer solchen Demonstration der sexuellen Vielfalt in Apenrade kommt. Da mag sich mancher fragen, wie LGBT und Nordschleswig denn eigentlich zusammenpassen.

Ich hoffe, dass der Pride das Signal sendet, hier sind wir offen.

Katharina Kley, erste Vorsitzende der Jungen Spitzen

Dazu sagt Katharina Kley: „Ich habe das Gefühl, dass es leider das Vorurteil gibt, dass man sich in Nordschleswig nicht so entfalten könne, dass das alles sehr konservativ hier sei. Anscheinend denken viele so, aber das Problem ist doch, dass es in den Großstädten die großen Gruppen gibt, Gay Bars, Jugendzentren, und all das gibt es hier nicht. Wegen der geringeren Bevölkerungsdichte ist die Gruppe, die angesprochen wird, nicht so groß. Daher könnte es hier isolierter sein.“

Ein Problem, dass sich auch in anderen Bereichen bemerkbar mache. Oftmals sei es kompliziert, etwas auf die Beine zu stellen, weil es so wenig Leute gäbe. Dies sei aber eine Herausforderung, die für viele andere Jugendorganisationen auch gelte.

Jugend relativ aufgeklärt

Und wie sieht sie die Offenheit und Aufklärung der heutigen Jugendlichen beim Thema LGBT+?

„Ich glaube, die Jugend ist relativ aufgeklärt. Die meisten Jugendlichen, besonders die, die das interessiert, können sich im Internet alles zusammengoogeln, aber es wäre schon gut, wenn das in der Schule mehr thematisiert würde, weil wenn alle das zusammen lernen müssen, dann wird das normaler“, ist Katharina Kley überzeugt.

Deshalb setzt sie auch darauf, dass die Apenrader Pride Woche dazu beitragen kann, dass die Aufgeschlossenheit gegenüber dem Thema noch weiter zunimmt. „Ich hoffe, dass der Pride das Signal sendet, hier sind wir offen.“

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