Coronavirus

Verwirrung über Reiseregeln sorgt für Chaos an der Grenze

Verwirrung über Reiseregeln sorgt für Chaos an der Grenze

Verwirrung über Reiseregeln sorgt für Chaos an der Grenze

Peter Gram, Flensborg Avis und Jonas Kristensen, Jydske Vestkysten
Krusau/Kruså
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Die Einreiseverweigerung, die die Touristen aus Schleswig-Holstein an der Grenze erhalten haben. Foto: Privat

Ursprünglich sollte das Einreiseverbot für Schleswig-Holsteiner erst am Freitag um 24 Uhr in Kraft treten. Doch ab Freitagmorgen wurden Reisende plötzlich abgewiesen.

Bereits am Freitagmorgen wurde möglicherweise versehentlich ein Einreiseverbot nach Dänemark für Schleswig-Holsteiner eingeführt. Dies geht aus einem Artikel von „Flensborg Avis“ und „JydskeVestkystenhervor.

Bisher galt für Schleswig-Holsteiner noch eine Ausnahme bei der Einreise. Diese änderte sich jedoch am Donnerstag aufgrund steigender Corona-Infektionen. Das Einreiseverbot sollte jedoch erst am Freitag um Mitternacht in Kraft treten.

Die Polizei-Hotline gibt ebenfalls an, dass die Grenze bis Sonnabend für Schleswig-Holsteiner offen bleibt.

Abweisungen an der Grenze

„Viele aus Schleswig-Holstein haben angerufen und mit uns abgestimmt, dass sie schon am Freitag statt am Sonnabend hierherkommen können. Sie haben sich von der Arbeit freigenommen, und jetzt werden sie an der Grenze abgewiesen und können nicht kommen. Es ist eine völlig unhaltbare Situation“, sagt Lars Ravnholt, Büroleiter der Ferienhausvermittung Købmand Hansen.

Denjenigen, die uns kontaktiert haben, haben wir gesagt, dass wir die Situation nicht verstehen, und wir haben uns mehr oder weniger im Namen Dänemarks entschuldigt.

Lars Ravnholt, Büroleiter der Ferienhausvermittung Købmand Hansen

„Was sollen wir den Deutschen sagen, die nach unseren Anweisungen gehandelt haben? Jetzt stehen sie an der Grenze und können nicht einreisen. Es muss einfach ein Missverständnis gegeben haben, denn es kann nicht richtig sein, dass wir Touristen so behandeln wollen. Denjenigen, die uns kontaktiert haben, haben wir gesagt, dass wir die Situation nicht verstehen, und wir haben uns mehr oder weniger im Namen Dänemarks entschuldigt. Hier im Büro herrscht Chaos“, erklärt Lars Ravnholt.

Eine Branche in Aufruhr

„Es ist eine völlig groteske Situation. Die neuen Bestimmungen sind in großen Buchstaben geschrieben und gelten ab Freitag um 23.59 Uhr. Wir haben es heute Morgen von der Polizei bestätigt bekommen. Dann werden wir plötzlich von einigen Mitgliedern kontaktiert, die erfahren, dass ihre Kunden aus Schleswig-Holstein an der Grenze abgewiesen werden. Wir rufen die Polizei erneut an und erhalten erneut die Bestätigung, dass die neue Einreiseregel erst ab 23.59 Uhr gilt. Kurz darauf ruft uns die Polizei an und sagt, dass es jetzt geändert wurde“, sagt Carlos Villaro Lassen, Geschäftsführer des Verbandes der Ferienhausvermieter (Feriehusudlejernes Brancheforening).

Er fühle sich wie in einer Bananenrepublik.

Regel-Chaos

„Es ist bereits schwierig, die Regeln herauszufinden, da sich die Dinge von Tag zu Tag ändern. Jetzt stehen die Leute an der Grenze und dürfen nicht einreisen. Wir wissen nicht, wer diese Entscheidung getroffen hat. Wir versuchen, das Justizministerium zu erreichen, und wir haben Kontakt zu Inger Støjberg (V), die auf den Fall eingehen wird“, betont Carlos Villaro Lassen.

Jetzt stehen die Leute an der Grenze und dürfen nicht einreisen. Wir wissen nicht, wer diese Entscheidung getroffen hat.

Carlos Villaro Lassen, Geschäftsführer des Verbandes der Ferienhausvermieter

Seiner Meinung nach ist es reine Symbolpolitik, die Menschen ablehnt, obwohl die kein Risiko darstellen.

Tief frustriert

Er erklärt, dass die Mitglieder des Verbandes zutiefst frustriert sind.

„Dies sind echte Menschen, die in ihren Autos im Regen sitzen und zu dem Ferienhaus fahren wollen, für das sie bezahlt haben. Was sollen unsere Mitglieder diesen Leuten sagen? Wir versuchen, einige Behörden zu erreichen, die uns mitteilen können, ob dies nicht geändert werden kann“, sagt Carlos Villaro Lassen.

Fehler korrigiert – Einreise möglich

Gegen 14 Uhr wurde der Fehler anscheinend erkannt und korrigiert. Nun durften die Schleswig-Holsteiner wieder passieren.

Es war noch nicht möglich, einen Kommentar von der Polizei für Südjütland und Nordschleswig zu erhalten.

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