Neuer Plan

Regierung will weitere Tausende Arbeitsplätze im Land auslagern

Regierung will weitere Tausende Arbeitsplätze im Land auslagern

Regierung will weitere Tausende Arbeitsplätze im Land auslagern

Sara Wasmund/Jan R. Peters
Kopenhagen/Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Staatsminister Lars Løkke Rasmussen bei seiner Eröffnungsrede im Folketing. Foto: Scanpix

Im Dezember wird der neue Plan zur Auslagerung vorgestellt. Nordschleswigs Bürgermeister sind froh über neue Möglichkeiten.

Dänemark erlebt eine Auslagerung von staatlichen Arbeitsplätzen ins ganze Land von „historischem Umfang“. Das stellte Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) am Dienstag in seiner Eröffnungsrede vor dem Folketing fest.

„Wir haben ehrgeizige Ziele für die nächste Welle“, so Løkke, „mit einem neuen Ausgliederungs-Plan wird die Regierung weitere Tausende Arbeitsplätze im ganzen Land einrichten. Wir präsentieren diese Pläne im Dezember“, kündigte Løkke an. Eine Ankündigung, die von den vier Bürgermeistern der nordschleswigschen Kommunen mit großem Interesse aufgenommen wurde. Wie viel kriegt der Landesteil von den staatlichen Arbeitsplätzen ab?

Erik Lauritzen (Sozialdemokraten), Bürgermeister der Kommune Sonderburg, hofft auf weitere Arbeitsplätze. „Wir machen allerdings schon länger auf uns aufmerksam. Wir haben in mehreren Schreiben auf die Möglichkeiten hier hingewiesen. So steht unter anderem die Kaserne als möglicher Standort für staatliche Arbeitsplätze zur Verfügung.“

Für Henrik Frandsen (Venstre), Bürgermeister in Tondern, ist das der „richtige Weg“. Er hofft nun, dass „die staatlichen Arbeitsplätze in die entfernten Ecken ausgegliedert werden, wie zum Beispiel die Tonderner Kommune“. Er sehe die Chancen dafür als gut, denn „bei der ersten Ausgliederungsrunde gingen erst 16 Plätze nach Tondern“, erklärt er. Als möglichen Standort schlägt Frandsen die frühere Kaserne und das Seminarium vor.

In Nordschleswig sind in den Kommunen Hadersleben und Apenrade bislang keine neuen staatlichen Arbeitsplätze angekommen. Thomas Andresen (Venstre), Bürgermeister in Apenrade, findet die neuesten Aussagen des Staatsministers deshalb „sehr positiv“. Er wünsche sich vor allem ein „Ausbildungsbindeglied“ zu den privaten Arbeitsplätzen, „sodass junge Leute in der Region bleiben“, erklärt er. Das könne mit den staatlichen Arbeitsplätzen erreicht werden. „Und sollten andere Behörden ins Spiel kommen, die für die hiesigen Unternehmen relevant sind, dann werden wir uns natürlich bewerben“, erklärt er. Als möglichen Standort dafür nennt Thomas Andresen das alte Rathaus in Bau.

Für Haderslebens Bürgermeister H. P. Geil (Venstre) steht vorerst eine andere Sache im Vordergrund: „Wir kämpfen zurzeit aber an erster Stelle um die militärischen Arbeitsplätze, die wir haben und die gefährdet sind. Das ist für uns ein Balanceakt, wenn wir uns nun noch um staatliche Arbeitsplätze bemühen“, sagt er. Er schließt das jedoch nicht gänzlich aus und stellt sich das Krankenhaus mit 43.000 Quadratmetern Fläche als Möglichkeit vor.

Alle Bürgermeister sind sich in einer Sache einig: Es sollen weitere Arbeitsplätze aus Kopenhagen nach Nordschleswig kommen. Bislang, so Løkke Rasmussen, seien von den 3.900 Arbeitsplätzen der ersten Runde 2.500 im ganzen Land etabliert. 23 Institutionen sind bereits umgezogen, über 25 Städte haben von der ersten Welle profitiert. Die Befürchtungen von Kritikern, dass es auf dem Land schwer sei, kompetente Mitarbeiter zu finden, seien im Zuge der Umsetzung Lügen gestraft worden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Einseitige Grenzöffnung“