Neujahrsansprache

Ein „Schulterklopfer“ für die Minderheit von der Königin

Ein „Schulterklopfer“ für die Minderheit von der Königin

Ein „Schulterklopfer“ für die Minderheit von der Königin

Apenrade/Aabenraa
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Margrethe
Trotz Erkältung gut aufgelegt: Königin Margrethe II. am Dienstagabend Foto: Keld Navntoft/Ritzau Scanpix

Hinrich Jürgensen, Chef der deutschen MInderheit in Dänemark, freut sich über anerkennende Worte Margrethe II. in ihrer Neujahrsansprache. Die könnten helfen – schließlich gebe es minderheitenpolitisch noch viel zu tun.

„Das ist ein Schulterklopfer, eine Anerkennung für die Arbeit, die wir machen, und es freut natürlich, wenn das in der Öffentlichkeit so genannt wird“, sagt Hinrich Jürgensen am Neujahrstag zur Rede der Königin am Vortag.

Wenn diese am frühen Silvesterabend live in Fernsehen und Radio ihre Neujahrsansprache hält, hört und sieht eine ganze Nation zu.

Vier zentrale Punkte machten die Kommentatoren nach der Rede aus. Dass sie die Sorge um das Klima angesprochen hat, dass sie auf die Vereinsamung trotz sogenannter „sozialer“ Medien eingegangen ist, dass sie vor Antisemitismus in Dänemark warnt („Der hat nirgends einen Platz!“) – und dass das Jahr 2020 von historischer Bedeutung ist.

Bei letzterem Teil dürften viele in der deutschen Minderheit besonders genau hingehört haben. Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), dem Dachverband der deutschen Minderheit in Dänemark, hat dies getan.

„Gerade in Verbindung mit unserem Unesco-Antrag ist das natürlich hervorragend, wenn wir das mit einbauen können“, sagt er. Das Zusammenleben im deutsch-dänischen Grenzland soll schließlich als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden.

Hinrich Jürgensen (Archivfoto) Foto: Cornelius von Tiedemann

„Größere Akzeptanz durch die Königin“

Und weitere politische Herausforderungen stehen an – von Einzelentscheidungen wie der Förderung der sozialen Arbeit der Minderheit bis hin zu grundsätzlichen Fragen wie der vollen Umsetzung der Sprachencharta des Europarates in Dänemark.

„Auch, dass wir 100 Jahre nach Entstehung der Minderheit von ihr genannt werden, gibt Rückenwind. Alles, was in die Richtung geht, ist hilfreich. Gerade durch die Königin gibt es eine größere Akzeptanz durch die Mehrheit. Wenn die Königin das sagt, bedeutet das auch, dass viele Bürger sagen, ja, das ist doch eigentlich richtig, und für uns und auch für die dänische Minderheit in Deutschland natürlich, die ja eigentlich jedes Jahr genannt wird, ist das insofern sehr, sehr wichtig und ein gutes Zeichen“, meint Jürgensen.

Die Königin hatte in ihrer Ansprache unter anderem gesagt: „Die dänische und die deutsche Minderheit haben beide einen großen Anteil daran, dass sich das Grenzland im Laufe der Jahre harmonisch und friedlich entwickelt hat. Sie sind ein Vorbild für die gesamte Welt. Ich sende meine besten Neujahrswünsche an alle im Grenzland.“

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