Region Süddänemark

„Sprache kann die Region auf lange Sicht grundlegend verändern“

„Sprache kann die Region auf lange Sicht grundlegend verändern“

„Sprache kann die Region grundlegend verändern“

Kerrin Jens/Jon Thulstrup
Apenrade/Vejle
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Für die Region sei es sinnvoll, dass es ein Angebot öffentlicher Verkehrsmittel über Grenzen hinweg gibt, meint Carsten Leth Schmidt. Foto: Archiv: Riggelsen

Die Schleswigsche Partei hat einige Anmerkungen zur Entwicklungsstrategie der Region Süddänemark abgegeben. Es gibt zum Beispiel Verbesserungsvorschläge zum Punkt „Attraktive und erlebnisreiche Region“. Dort fehlt bisher der Aspekt der deutschen Sprache.

Bei der Entwicklungsstrategie zur „Zukunft Süddänemark 2020-2030“ bedarf es einiger Änderungen ­– findet die Schleswigsche Partei (SP). Aus diesem Grund hat sie ein Papier mit Anmerkungen verfasst und es dem Ausschuss für Regionale Entwicklungen geschickt.

Potenzial für grenzüberschreitende Zusammenarbeit

„Besonders im Gesundheitsbereich gibt es großes Potenzial für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, erzählt Gösta Toft, Vorsitzender des Regionsausschusses der Schleswigschen Partei. „Die Möglichkeit, beispielsweise in Flensburg eine Strahlentherapie zu erhalten, liegt mir sehr am Herzen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass dort gerade ein neues Krankenhaus gebaut wird“, fügt er hinzu. „Die Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und Süddänemark sollte in diesem Bereich intensiviert werden, und es sollte ein Neudenken stattfinden“, so Toft.

Carsten Leth Schmidt, Vorsitzender der SP, findet auch die grenzüberschreitende Mobilität wichtig: „Für unsere Region ist es sinnvoll, dass es ein Angebot öffentlicher Verkehrsmittel über Grenzen hinweg gibt.“ Als Beispiel nennt er ein Ticket von Kolding bis zum Nord-Ostsee-Kanal, mit dem man Zug, Bus und Taxi fahren könnte.

Im Abschnitt „Attraktive und erlebnisreiche Region“ fehlt etwas

Einen Verbesserungsvorschlag heben Gösta Toft und Carsten Leth Schmidt besonders hervor: Im Abschnitt „Attraktive und erlebnisreiche Region“ fehlen ihnen entscheidende Punkte, und deshalb heißt es in ihrer schriftlichen Antwort auf den Entwurf der Entwicklungsstrategie: „Kulturelle Vielfalt und Deutsch als Sprachkompetenz sind Stärken, die viel stärker genutzt werden sollten, als es heute der Fall ist. Wir schlagen vor, die deutsche Minderheit, die deutsche Sprache und interkulturelle Kompetenzen als Mehrwert in diese Rubrik aufzunehmen.“

Gösta Toft sieht gerade im Jubiläumsjahr 2020 die Minderheit als wichtiges Element, das in der Entwicklungsstrategie hervorgehoben werden könnte. Auch Carsten Leth Schmidt ist der Meinung, dass die deutsche Sprache als Kompetenz der Region mit aufgenommen werden sollte. „Sprache kann die Region auf lange Sicht grundlegend verändern, deshalb ist es wichtig, diese in die Strategie zu integrieren.“

Preben Jensen: „Mehr für die deutsche Sprache tun“

Dass mehr aus der deutschen Sprache in der Region Süddänemark gemacht werden könnte, sieht Preben Jensen (Venstre), Vize-Vorsitzender des Ausschusses für Regionale Entwicklung, ähnlich. „Wir könnten selbstverständlich weitaus mehr für die deutsche Sprache tun – und das versuchen wir auch“, so Jensen. In zwei der nordschleswigschen Kommunen sei der Deutschunterricht schon ab der Vorschulklasse eingeführt worden. „Es gibt diesbezüglich auch Barrieren. In Dänemark sind die Schulen eine kommunale Angelegenheit. In Deutschland ist es beispielsweise Ländersache“, unterstreicht er.

Die Minderheit in der Region als „Mehrwert“ zu integrieren, unterstützt er. „Das wäre vernünftig und auch einer der Vorschläge, die wir bei der Anhörung diskutieren werden. Wenn eine politische Mehrheit dafür stimmt, kann es sein, dass dies auch in die Strategie aufgenommen wird“, betont er.

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