Region Süddänemark

Bios-Lohnstreit nach drei Jahren beendet

Bios-Lohnstreit nach drei Jahren beendet

Bios-Lohnstreit nach drei Jahren beendet

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Vejle/Apenrade
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Der Lohnstreit zwischen der Region Süddänemark und 600 früherern Bios-Mitarbeitern ist beendet. Foto: Ambulance Syd (Symbolfoto)

Gemischte Gefühle: Frühere Bios-Mitarbeiter sind froh und enttäuscht, nachdem ihr Lohnstreit nach drei Jahren endgültig beendet wurde.

Für 600 frühere Bios-Mitarbeiter hat der Skandal um ihren früheren, vom Konkurs betroffenen Arbeitgeber ein Ende gefunden. Nach drei Jahren ist ihr Lohnstreit nun ad acta gelegt, berichtet der Radiosender Radio4.

Die Ergebnisse der vielen Fälle sind unterschiedlich ausgefallen. Einige Mitarbeiter bekommen ihre ausstehenden Löhne von der Region Süddänemark ausgezahlt, in einem Fall muss jedoch ein Mitarbeiter ganze 30.000 Kronen an die Region bezahlen.

„Einige unserer Mitglieder sind unzufrieden über das endgültige Ergebnis des Lohnstreites. Sie hatten erwartet, dass sie viel mehr Geld bekommen würden. Der Fall ist nun abgeschlossen. Viele betroffene Mitarbeiter meinen aber nicht, dass der Lohnstreit zu ihrem Vorteil endete“, erklärt Reiner Burgwald, Vorsitzender der Abteilung für Service der Gewerkschaft FOA, die zusammen mit der Gewerkschaft 3F viele der früheren Bios-Mitarbeiter vertreten hat. Darunter auch Jørgen Christensen der 3F-Abteilung von Apenrade und Tondern.

Insgesamt hat Christensen 68 Rettungsassistenten vertreten, wie er gegenüber dem „Nordschleswiger“ erklärt. Über das Endergebnis ist er nicht begeistert.

Enttäuscht

„Ich ärgere mich über die Art und Weise, wie der Fall gelaufen ist. Nun ist eine Absprache zwischen der Region und den Gewerkschaften eingegangen worden, und wir müssen deshalb nachgeben. Aber ich bin schon ein wenig enttäuscht“, so Christensen, der nicht meint, dass die Region sich an das gehalten hat, was am Anfang kommuniziert wurde.

„Es ist selbstverständlich in Ordnung, dass sie nach dem Konkurs von Bios aufräumen wollten. Aber die Berechnungen, die verwendet wurden, stammten aus dem Chaos, das nach dem Bios-Konkurs hinterlassen wurde“, unterstreicht er.

Auch über die Dauer des Falles habe er etwas zu beanstanden. „Drei Jahre sind sehr lang. Ich hatte gehofft, dass dies ein bis anderthalb Jahre früher hätte überstanden sein können. Aber die Region und die Gewerkschaften haben beide ihre Vorstellungen, wie ein solcher Fall verlaufen muss, und demnach passierte immer wieder lange nichts“, so Christensen.

Derweilen freut sich die Regionsratsvorsitzende der Region Süddänemark, Stephanie Lose (Venstre), dass der Lohnstreit ein Ende gefunden hat. Sie unterstreicht gegenüber Radio4, dass die Region im Großen und Ganzen viel Geld in diesen Streit investiert hat.

„Insgesamt haben wir 60 Millionen Kronen ausgezahlt. Demnach haben wir mehr Geld investiert, als wir bekommen haben“, so Lose.

Rückblick

Bios hatte 2014 den Betrieb aller Rettungswagen in der Region Süddänemark vom vorherigen Betreiber Falck übernommen. Viele Falck-Mitarbeiter wollten jedoch nicht für Bios arbeiten, weshalb der neue Betreiber schnell ein Personalproblem hatte unter anderem auch, weil Falck eine regelrechte „Schmutzkampagne“ führte, in der Zweifel an der Leistungsfähigkeit von Bios gesät wurden.

Nach zwei Jahren musste das Unternehmen den wirtschaftlichen Konkurs melden. Nach dem Konkurs übernahm die Region Süddänemark den Betrieb und versprach, nachdem der Garantiefonds der Lohnnehmer seine Hilfe ausgeschlossen hatte, die ausstehenden Löhne zu zahlen. Falck wurde für seine Kampagne im vergangenen Juni von der Wettbewerbsbehörde zum Zahlen einer Entschädigung in Höhe von 152,5 Millionen Kronen verurteilt.

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