Tarifverhandlungen

Corona setzt enge Grenzen für Gehaltssteigerungen

Corona setzt enge Grenzen für Gehaltssteigerungen

Corona setzt enge Grenzen für Gehaltssteigerungen

Ritzau/nb
Kopenhagen
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Die fünf Regionen des Landes sind auch die Arbeitgeber für Krankenschwestern und Ärzte, für die derzeit ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt wird. Foto: Ólafur Steinar Gestsson/Ritzau Scanpix

Ein neues Tarifabkommen für 135.000 Angestellte in den Regionen soll in den kommenden Tagen fertig verhandelt sein.

Am Freitag sind die Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag für die Angestellten in den fünf Regionen des Landes in ihre entscheidende Phase getreten.

Dabei geht es um die Tarifabschlüsse für Krankenschwestern und Ärzte, aber auch für Bioanalytiker, die für die Auswertung der Corona-Testproben verantwortlich sind. Insgesamt sind 135.000 Personen bei den Regionen angestellt.

In den vergangenen Wochen wurden Tarifabschlüsse im staatlichen und im kommunalen Bereich erzielt.

6,75 Prozent Lohnerhöhung als Ausganspunkt

Die Abschlüsse im Staatsdienst setzen normalerweise den Rahmen für die Verhandlungen in den übrigen Bereichen.

Die staatlichen Tarifabschlüsse sehen einen Rahmen von 6,75 Prozent für den Zeitraum von 2021 bis 2023 vor, und dies wird auch der Ausgangspunkt für die Verhandlungen in den Regionen sein.

Das berichtet Nana Wesley Hansen, Lektor und Arbeitsmarktforscherin am Forschungszentrum für Arbeitsmarkt- und Organisationsstudien (Faos) an der Kopenhagener Universität.

„Es handelt sich dabei um einen relativ engen Rahmen, aber wahrscheinlich gibt es Luft für ein begrenztes Ansteigen des Reallohnniveaus und einige andere Vergütungen“, sagt sie.

Forderung nach realen Lohnsteigerungen

Auf Seiten der Lohnempfänger steht Grete Christensen vom Dänischen Krankenschwesternrat („Dansk Sygeplejeråd“) für die Verhandlungen. Von hier kommt die Forderung nach realen Lohnsteigerungen.

Die Angestellten in den Krankenhäusern haben in der Corona-Krise an vorderster Front gestanden. Dennoch wird sich dies kaum in einer größeren, dauerhaften Belohnung widerspiegeln, so wie es sich die Krankenschwestern gewünscht haben.

„Vielleicht können wir einige kleinere aufgabengebundene Zusatzentlohnungen erreichen, diese werden aber nicht in einer Größenordnung liegen, die sich die Krankenschwestern gewünscht haben“, sagt Nana Wesley Hansen.

Verhandlungen in engem Rahmen

„Es geht zum einen darum, dass in einem engen Rahmen verhandelt wird. Zum anderen befinden wir uns nicht in einer Situation, in der die übrigen Gehaltsempfänger etwas von ihrem Lohn an die Krankenschwestern abgeben wollen. Dafür gibt es in dem finanziellen Rahmen keine Luft und grundsätzlich auch keine Unterstützung“, sagt sie.

Bei „Danske Regioner“ hält der Chefunterhändler, Anders Kühnau (Soz.), kurz vor Abschluss der Verhandlungen seine Karten bedeckt.

„Wir wollen sicherstellen, dass es attraktiv ist, bei einer der Regionen angestellt zu sein. Es gibt viele Wege, dorthin zu gelangen – dies gilt sowohl für das Gehalt als auch für das Arbeitsklima. Unser wichtigstes Ansinnen ist, unseren Patienten eine gute Behandlung garantieren zu können, insbesondere da es in Zukunft mehr Ältere und chronisch Kranke geben wird, und dass sollen die Tarifabschlüsse unterstützen“, sagt er.

Es wird erwartet, dass der Tarifabschluss im Laufe des Wochenendes oder zu Beginn der kommenden Woche erzielt wird.

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