Naturschutz

Dänische Steinkäuze vor dem Aussterben retten

Dänische Steinkäuze vor dem Aussterben retten

Dänische Steinkäuze vor dem Aussterben retten

Apenrade/Aabenraa
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Der Sonderburger Eulenschützer Klaus Dichmann hat sich vor über zehn Jahren vergeblich darum bemüht, in Tiset das letzte bekannte Steinkauz-Brutpaar in Nordschleswig zu halten. Foto: Klaus Dichmann / DOF

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Das Umweltministerium stellt eine Million Kronen für ein Schutzprogramm bereit. Nach dem Erlöschen des Vorkommens in Nordschleswig gibt es nur noch elf Brutpaare in Nordjütland.

Ein Buch von Umweltministerin Lea Wermelin (Sozialdemokraten) bei einem Schutzprojekt für das letzte Vorkommen von Steinkäuzen in Dänemark trägt Früchte. Die kleinste in Dänemark nistende Eulenart wird mit einem Betrag von einer Million Kronen unterstützt.

Ansprüche an Lebensraum

Im Lebensbereich der letzten elf bekannten Brutpaare der Eule, die nicht größer als eine Amsel ist, sollen Brutkästen aufgehängt, Grünlandareale mit kurzer Grasnarbe und Gehölze erhalten und neu angelegt werden. Über fünf Jahre soll das Programm laufen, das Fachleute der Universität Aarhus erarbeitet haben. In Nordschleswig ist vor gut zehn Jahren das letzte Vorkommen in Tiset bei Gramm (Gram) erloschen. Im dünn besiedelten Nordwesten Nordschleswigs war aber offenbar auch die Umgebung des Dorfes zu sehr „ausgeräumt“ worden. Zuletzt hatte ein Steinkauzpaar im Kirchturm von Tiset gebrütet. Die Nahrungsgrundlage verschwindet für die kleinen Eulen, wenn Hauskoppeln, alte Obstbäume, Gebüsch und als Unterschlupf geeignete kleine Ställe und Schuppen verschwinden.

Wühlmäuse als Nahrung

Sie fressen hauptsächlich Kleinsäuger, vor allem auch Wühlmäuse. Wie andere Eulenarten leiden die Steinkäuze auch unter Vergiftung von Schadnagern, die die seltenen Vögel samt Giftstoffen fressen. In Schleswig-Holstein werden seit Jahrzehnten in Zusammenarbeit von Eulenschützern, Landwirten und Umweltbehörden die Steinkäuze unterstützt. 2020 waren 165 Brutpaare, insbesondere im Bereich von Dithmarschen in der dortigen Geest und der Eiderniederung registriert. Die Landschaft ähnelt der Natur im westlichen Nordschleswig, wo eine Wiederansiedelung deshalb auch möglich wäre.

Einst landesweit verbreitet

Ebenso wie in Dänemark lebten bis in die 1970er Jahre in ganz Schleswig-Holstein Steinkäuze. In Dithmarschen gehört zur Förderung der Steinkäuze, die auch am Tag zu beobachten sind und durch einen wellenförmigen Flug auffallen, der Schutz der Nistplätze vor Mardern. Die Standvögel dürften unter dem strengen Winterwetter im März 2021 gelitten haben. Die Steinkäuze brüten von Mitte April bis Mitte Mai. Sie rufen gereiht recht monoton „guhk“.

Der Vorsitzende des dänischen Vogelschutzverbandes, Egon Østergaard, reagiert mit Freude auf die Fördermittel des Umweltministeriums, für die sich der „Wildverwaltungsrat“ eingesetzt hat. Østergaard hatte die Ministerin zu einem Besuch bei den Steinkäuzen eingeladen. Im Bereich der letzten Brutplätze der Steinkäuze unterstützen Anwohner und Grundbesitzer das Vorhaben, das Wermelin vor einigen Tagen in Augenschein nahm. Sie konnte in einem Brutkasten elf Junge beobachten.

Infos zu Steinkäuzen in Schleswig-Holstein siehe

https://www.eulen.de/unsere-eulen/steinkauz

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Der Mensch – der schlechte Freund des Hundes“