Jubiläumsjahr 2020

Zwischen Fidschi-Inseln und Mercedes

Zwischen Fidschi-Inseln und Mercedes

Zwischen Fidschi-Inseln und Mercedes

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
Kopenhagen
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Britta Tästensen
Britta Tästensen (Archivbild) Foto: Karin Riggelsen

Die Nordschleswigerin Britta Tästensen sagte zum Auftakt des Vereinigungsjahres auf Christiansborg: „Mein Heim ist die deutsche Minderheit.“

Auf der „Genforeningskonferenz“ von „Grænseforening“ und Folketing am Freitag auf Christiansborg sprach als junge Vertreterin der deutschen Minderheit die aus Lügumkloster stammende Britta Tästensen und bekannte: „Mein Heim ist die deutsche Minderheit.“

Dass die Zughörigkeit zur deutschen Minderheit aber nicht immer unkompliziert sei, habe sie während ihres Studiums in Kopenhagen erfahren, wo ausländische Studenten sie als Vertreterin der deutschen Minderheit unwissend manchmal wie eine „Exotin von den Fidschiinseln“ betrachtet hätten.

Britta Tästensen, die auch Vorsitzende der europäischen Minderheiten-Jugend gewesen ist und heute als Projektleiterin in Nordschleswig arbeitet, verwies darauf, dass die heutige deutsche und dänische Minderheit von anderen europäischen Volksgruppen manchmal als „Mercedes-Modell“ bezeichnet werden.

Sie verteidigte das „Mercedes-Modell“ und unterstrich vor allem den persönlichen Reichtum, den sie dadurch erfahren habe. Im Gegensatz zu früher – sie erinnerte auch an die Gegensätze zwischen Deutschen und Dänen, die ihre Vorfahren in Lügumkloster erlebt haben – gebe es heute einen aktiven Dialog zwischen Deutschen und Dänen.

Die bi-kulturelle Erfahrung, die Zweisprachigkeit und die Toleranz im Grenzland seien für sie wertvolle Gewinne. „Die deutsche Minderheit und Dänemark sind Teile meiner Identität“, so Britta Tästensen. Auf die Frage aus der Versammlung, wohin sie denn eines Tages ihre Kinder schicken wolle, antwortete sie prompt: „In die deutsche Schule!“

Für die dänische Minderheit sprach der SSW-Abgeordnete im Flensburger Stadtrat, Glenn Dierking, der die enge Verbundenheit zu Dänemark unterstrich, vor allem mit dem Hinweis auf den erfolgreichen Besuch von Königin Margrethe kürzlich bei der dänischen Minderheit.

Er lobte die heutige deutsch-dänische Zusammenarbeit, machte aber darauf aufmerksam, dass die Systeme in beiden Ländern weiterhin unterschiedlich und nicht kompatibel seien. Deshalb könne man nicht auf dem höchsten gemeinsamen Nenner zusammenarbeiten, sondern nur auf einem niedrigeren Nenner, erklärte der SSW-Politiker.

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