Jubiläum

Großer Andrang bei Feier des Grenzmuseums

Großer Andrang bei Feier des Grenzmuseums

Großer Andrang bei Feier des Grenzmuseums

Christiansfeld
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Vorsitzender Kaj Nielsen ist überwältigt vom Besucherandrang. Der ist so groß, dass die vielen Gäste Geduld mitbringen müssen, um ins Museum zu kommen. Die Idee zum Grenzmuseum hatte er bereits 1993, und seit dessen Eröffnung im Jahr 1995 schauen jährlich etwa 4.000 Besucher vorbei. Foto: Karin Riggelsen

Das Grenzmuseum bei Frederikshøj konnte am Freitag sein 25-jähriges Bestehen feiern. Trotz des aufgrund der Corona-Krise verschobenen Besuchs der Königin zog ein buntes Programm zahlreiche Besucher an.

Freitag, der 10. Juli, geriet für das kleine Grenzmuseum bei Frederikshøj zum ganz großen Festtag. Nachdem bereits am Morgen um Punkt 9.20 Uhr der symbolträchtigen Überquerung der ehemaligen dänisch-deutschen Grenze durch König Christian X. am Gedenkstein „Kongesten“ gedacht worden war, öffnete das Museum um 11 Uhr seine Pforten.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits zahlreiche Besucher eingefunden. Unter ihnen das Ehepaar Winnie Egefjord und Jens Degn aus Ebeltoft. „Wir sind hier, um den 10. Juli zu feiern. Auch wenn die Feierlichkeiten nicht ganz so groß ausfallen können, wie eigentlich geplant, freuen wir uns, hier zu sein“, sagt Jens Degn, der ursprünglich aus Loit/Løjt kommt. Er berichtet noch, dass sein Großvater in den 1940er bis in die 60er Jahre hinein am alten Zollhaus wenige Hundert Meter nördlich des Museums gewohnt hat, „dort, wo der König damals auf sein Pferd stieg“.

Winnie Egefjord und Jens Degn aus Ebeltoft freuen sich, auch ohne königlichen Besuch den 10. Juli an historischer Stelle mitzufeiern. Foto: Karin Riggelsen

Auch für Jens und Birgit Frydenlund aus Sønder Omme bei Billund ist der 10. Juli ein großer historischer Tag. „Wir wollen sehen, an welcher Stelle König Christian X. seinerzeit über die Grenze geritten ist und anschließend das Museum besuchen.“

Jens und Birgit Frydenlund aus Sønder Omme wollen unbedingt sehen, an welcher Stelle König Christian X. hoch zu Ross seinerzeit die Grenze überquerte. Foto: Karin Riggelsen

Zahlreiche Attraktionen für die Besucher

Vor dem Museum hatte sich der „Genforeningsbus“ des Museums Sønderjylland eingefunden. Historiker Carsten Porskrog Rasmussen erklärte den Verlauf der Ereignisse zwischen 1848 und 1920. Wer aufmerksam zuhörte, hatte anschließend gute Chancen, die beim Gewinnspiel gestellten Fragen richtig zu beantworten.

Carsten Porskrog Rasmussen vom Museum Sønderjylland hat vor dem „Genforeningsbus“ des Museums Stellung bezogen und unterhält die zahlreichen Gäste mit spannenden Details aus der Zeit zwischen 1848 und 1920. Foto: Karin Riggelsen

Eine weitere gefragte Attraktion waren die beiden Pferdekutschen, in denen Besucher gratis dem Verlauf der ehemaligen Grenze nachspüren konnten.

Die vielen Helfer des Museums, die alle ehrenamtlich arbeiten, haben ein buntes Jubiläumsprogramm auf die Beine gestellt. Da durfte auch die Möglichkeit, das ehemalige Grenzgebiet zu Pferde zu erkunden, nicht fehlen. Foto: Karin Riggelsen

Vom Besucherandrang freudig überrascht

Eine lange Schlange bildete sich vor dem Eingang zum Museum. „Ich bin überwältigt vom Besucherandrang. Ursprünglich hatten wir diesen Tag als gemütliches Zusammenkommen in kleiner Runde geplant. Aber dann erhielten wir verschiedene Anfragen, unter anderem vom Koldinger Bürgermeister Jørn Pedersen und vom Museum Sønderjylland, und dann wuchs das Ganze immer mehr“, erzählt der Vorsitzende des Grenzmuseums, Kaj Nielsen, sichtlich bewegt.

Am Morgen konnte er bereits Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Soz.) zu einem kurzen Abstecher im Museum begrüßen. Wenige Wochen zuvor, am 15. Juni, war Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) zusammen mit Verteidigungsministerin Trine Bramsen (Soz.) zu Besuch. „Und für den 20. Juli hat sich Kultur- und Kirchenministerin Joy Mogensen angekündigt. All diese Personen haben sich auf eigene Initiative hin an uns gewandt“, berichtet Nielsen.

Währenddessen hat Hans-Jørgen Bøgesø alle Hände voll zu tun. Er ist heute für die Einlasskontrolle zuständig, sodass sichergestellt ist, dass sich nie mehr als 50 Personen im Museum befinden. „Es ist völlig verrückt. Ich habe in all den Jahren noch nie so viele Menschen hier im Museum gesehen“, lacht er begeistert.

So viele Besucher auf einmal hat das kleine Grenzmuseum noch nicht erlebt. Hans-Jørgen Bøgesø kümmert sich am Eingang des Museums darum, dass die coronabedingten Zugangsbeschränkungen eingehalten werden. Foto: Karin Riggelsen

Ins Museum hineingeschafft hat es Christina Bartholdy mit ihren Töchtern Clara und Emilie. Die Nordseeländer machen derzeit auf Alsen Ferien.

„Mein Freund ist geschichtlich sehr interessiert“, erzählt Christina Bartholdy, „und auch wir haben in den vergangenen Wochen die umfangreiche Berichterstattung zur Grenzziehung vor 100 Jahren mitverfolgt. Deshalb ist es auch spannend, heute hier sein zu können.“

Christina Bartholdy ist gemeinsam mit ihrem Freund und ihren Töchtern ins Museum gekommen. Im Anschluss an ihren Rundgang freuen sie sich auf einen Besuch im gegenüber gelegenen Grenzgasthaus. Foto: Karin Riggelsen

Zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter

Seine Existenz hat das Museum ausschließlich der engagierten Arbeit vieler Ehrenamtlicher zu verdanken, betont Kaj Nielsen den großen Einsatz des gesamten Teams. Er hatte bereits 1993 die Idee zum Grenzmuseum, das seit seiner Eröffnung im Jahr 1995 jährlich etwa 4.000 Besucher begrüßen kann, die meisten von ihnen aus Dänemark.

Und die können sich auf eine Vielzahl an Exponaten freuen, die von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. „Vor Kurzem brachte eine Frau aus Fünen eine Fahne vorbei, die 1920 an einem der Fahrzeuge des königlichen Geleits angebracht und dann runtergefallen und auf diese Weise letztlich in ihren Besitz gelangt war“, verrät Kaj Nielsen.

Das Museum zeigt eine Vielzahl an Exponaten aus der Zeit von 1848 bis 1920. Von Zeit zu Zeit kommen neue Gegenstände hinzu. Foto: Karin Riggelsen

Feierlichkeiten gehen in elf Monaten weiter

Der heutige Tag hätte eigentlich einer der Höhepunkte der diesjährigen landesweiten Feierlichkeiten zur Grenzziehung werden sollen. Doch die Corona-Krise hat den geplanten Besuch der Königin auf Juni nächsten Jahres verschoben. Der Feierlaune hat dies jedoch keinen Abbruch getan.

Und dann steht neben dem aufgeschobenen königlichen Besuch für nächstes Jahr noch ein weiteres besonderes Ereignis im Kalender. Im Dezember vergangenen Jahres schrieb die Kommune Kolding, zu der das Grenzmuseum seit der Kommunalreform gehört, einen Wettbewerb aus, um ein neu gestaltetes „Ehrentor“ („æresport“) kreieren zu lassen. Es soll aus einer Vielzahl an Stahlrohren lokal hergestellt werden und in Anlehnung an sein historisches Vorbild einen Tag lang die Stelle kennzeichnen, an der König Christian X. vor 100 Jahren unter dem Jubel der Bevölkerung über die ehemalige dänisch-deutsche Grenze ritt.

Großes steht dem Grenzmuseum auch für nächstes Jahr ins Haus: Im Juni will die Kommune Kolding ein vom Architektenbüro A–A Collective gestaltetes „Ehrentor“ („æresport“) an der Stelle aufstellen, an der König Christian X. 1920 durch das damalige Tor ritt. Foto: Architekturbüro A-A Collective
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