„FGU-Sønderjylland“

Neustart in gewohntem Umfeld

Neustart in gewohntem Umfeld

Neustart in gewohntem Umfeld

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
FGU-Schulleiter Thomas Meier (l.) und Zweiter Bürgermeister Henrik Rønnow Foto: Karin Friedrichsen

Die Produktionsschulen sind landesweit ein Teil neuer Vorbereitender Grundausbildungen. Die FGU-Abteilung in Hadersleben nahm ihren Betrieb unter dem Dach der ehemaligen Produktionsschule auf.

„Wir sind die Pioniere des neuen Ausbildungsangebotes“, erklärte Schulleiter Thomas Meier bei der Begrüßung von Gästen, Schülern und Mitarbeitern am Schulstandort in Hadersleben. Die Produktionsschulen landesweit sind am 1. August ein Teil von „Forberedende Grunduddannelse“ (FGU) geworden.

In Nordschleswig wird in den vier Kommunen Hadersleben, Apenrade (Åbenrå), Tondern (Tønder) und Sonderburg (Sønderborg) eine gemeinsame FGU-Einrichtung betrieben. Der Hauptsitz der Einrichtung ist in Sonderburg. Die Abteilung in Hadersleben, „FGU Sønderjylland, afdeling Haderslev“ nahm ihre Arbeit mit 110 Schülern und 16 Ausbildern unter dem Dach der ehemaligen Produktionsschule am Norgesvej auf.

Brücke zwischen Volksschule und Ausbildung

Das „FGU“ ist ein Angebot für junge Menschen, die nicht den direkten Weg in die Ausbildung gehen. Auf Sicht rechnet der FGU-Vorstandsvorsitzende Jesper Smaling damit, dass allein in Hadersleben rund 150 Jugendliche das Unterrichtsangebot annehmen werden. Um genug Platz zu schaffen, sind in einer benachbarten Immobilie vier Unterrichtsräume angemietet worden.

Die Grundausbildung ist für 16-25-Jährige geschaffen worden, die die Volksschule verlassen haben, ohne ein festes Ziel für ihre Ausbildung im Blick gehabt haben, oder den Anschluss an eine Ausbildung verpasst zu haben.

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Die Ausbildung setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen, wobei auch ein Teil der theoretischen Grundausbildung bislang an der Erwachsenenbildungseinrichtung VUC-Syd unterrichtet wurde. „Wir haben Mitarbeiter von der Produktionsschule übernommen und es sind Kollegen vom VUC-Syd hierhergekommen. Wir haben aber auch Kollegen von außerhalb in unseren Kreis aufgenommen“, so Thomas Meier.

Der 42-jährige Meier leitete eine Nachschule bei Strib, bevor er im Juni seine Arbeit in Hadersleben aufnahm. „Der offizielle Schulstart war am 1. August, aber vorher mussten noch viele Sachen auf die Reihe gebracht werden“, erinnert sich Meier. Die Schule und ihre Lehrer werden alles daransetzen, um die Jugendlichen ein Stück ihres Weges zu begleiten. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Ausbildungsberatern der Kommune und dem Wirtschaftsleben sei von großer Bedeutung, um relevante Ausbildungsplätze zur Verfügung zu haben, hebt er hervor.

Die offizielle Eröffnung wurde von Henrik Rønnow vorgenommen. Der sozialdemokratische Vorsitzende des Ausschusses für Kinder und Familien richtete die besten Wünsche von Bürgermeister H. P. Geil (V) und seinen Stadtratskollegen. „Der Finanzausschuss tagt im Vorfeld des Haushaltsseminars am Dienstag“, erklärte Rønnow, warum ihm die Ehre zuteil wurde, Grußworte zu sprechen.

Rønnow freute sich darüber, dass Hadersleben nicht nur eine neue Grundschule bekommt, sondern auch FGU-Standort geworden ist. „Wissen flößt Selbstvertrauen ein“, gab Rønnow den erwartungsvollen Jugendlichen mit auf den Weg.

Die beiden Mitarbeiterinnen Laila Clausen (l.) und Dorthe Friis bereiten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf ein Berufsleben vor. Foto: Karin Friedrichsen

Mit Fachlinien sanften Einstieg in den Berufsalltag

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten schwerpunktmäßig in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise in den Handwerks- und Dienstleistungswerkstätten, den Werkstätten für Essen und Ernährung, Industrie, Fürsorge und Gesundheit.

In Hadersleben gibt es außerdem eine Kommunikations- und Medienabteilung. Ihrem Niveau angepasst können die Schüler unter drei verschiedenen Richtungen wählen in denen der Alltag zwischen praktischer Arbeit und Theorie den Lern- und Ausbildungsprozess ankurbeln soll. Das üppige Büffet für den Empfang hatten die Leiter der Küchenabteilung, Laila Clausen und Lars Damkjær, gemeinsam mit ihren zehn Schülern vorbereitet.

„Bei uns lernt man nicht nur das Kochen und Backen. Hygiene ist auch ein wichtiger Teil unseres Schulalltags“, erklärte Laila Clausen. Ihre Kollegin Dorthe Friis nickte zustimmend. Friis ist Ausbildungsberaterin und sie weiß, dass der natürliche Reifeprozess, den die Jugendlichen an der Schule durchlaufen, ihnen oftmals den Weg ins Berufsleben ebnen kann.

Henrijette Wei Sørensen hofft, dass sie Konditorin werden kann Foto: Karin Friedrichsen

Kjelstruperin steckte ihr Ziel ab

„Ich möchte Konditorin werden“, erklärte Henrijette Wei Sørensen. Die 17-jährige Kjelstruperin/Kelstruperin ist seit Februar an der Produktionsschule, und sie steckte nun ihr Berufsziel ab. Den Neuanfang mit „FGU-Sønderjylland“ empfindet sie als positiv. „Auf Sicht möchte ich im Ausland studieren“, sagte die junge Frau.

Bjarne Bonvang, Direktor von „FGU-Sønderjylland“, sagte Montag, dass in den vier Abteilungen etwa 482 Schüler ihren Einstieg hatten. Der Hauptstandort Sonderburg hat rund 200 Schüler. In Hadersleben und Apenrade waren jeweils 110 Schüler angemeldet, und in Tondern wurden bei Schuljahresbeginn 62 Schüler verzeichnet.

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