Bürgertreffen

Stadtnah, romantisch, wild: So könnte der Dammpark künftig aussehen

Stadtnah, romantisch, wild: So könnte der Dammpark künftig aussehen

Stadtnah, romantisch, wild: So könnte der Dammpark aussehen

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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In einer Umfrage können die Bürgerinnen und Bürger derzeit ihre Meinung zum Vorschlag zur Entwicklung des Dammparks abgeben. (Archivbild) Foto: Annika Zepke

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Die ersten Reaktionen der Bürgerinnen und Bürger zum Vorschlag für den Dammpark-Masterplan fielen beim Bürgertreffen im Rathaus am vergangenen Donnerstag überwiegend positiv aus. Ein Thema erhitzte jedoch die Gemüter.

Beim ersten physischen Bürgertreffen seit anderthalb Jahren war viel los: Etwa 75 Bürgerinnen und Bürger wohnten am Donnerstagabend der Veranstaltung im neuen Rathaus am Hafen bei, um sich über die Zukunft des Dammparks zu informieren.

Rege Beteiligung

Dass das Interesse am Dammpark groß sei, habe er bereits nach der ersten Umfrage, an der sich etwa 2.300 Leute beteiligt hatten, gemerkt, meinte Henrik Ulsfort. Der Architekt präsentierte am Donnerstag zusammen mit seiner Kollegin, Landschaftsarchitektin Sofie Worning, die Vision für den Dammpark, die das Team des Architekturbüros „Skala Arkitekter“ im Auftrag der Kommune in den vergangenen Monaten ausgearbeitet hat.

Viele interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Informationsveranstaltung zum Dammpark am vergangenen Donnerstag im Haderslebener Rathaus teil. Foto: Annika Zepke

Man wolle das Potenzial des Parks mit seiner einzigartigen Lage zwischen Stadt und Natur voll ausschöpfen, erklärten die beiden Architekten. „Ganz buchstäblich gesprochen haben wir den Park als Ganzes vor Augen. Unsere Skizzen umfassen daher sowohl den Naturreichtum als auch die enge Verbindung zur Stadt“, sagte Ulsfort.

Drei Strategien für den Dammpark

Konkret sieht der Vorschlag der Architekten vor, den Dammpark in drei Bereiche einzuteilen: Ein stadtnaher Parks mit Ausgangspunkt am Wittenbergplatz vor dem Kulturhaus Bispen soll den Dammpark besser an die Haderslebener Innenstadt anbinden. Dort wäre beispielsweise auch Platz für einen Kiosk-Pavillon, sollte man sich dazu entscheiden, die Fläche, auf dem der Dammkiosk derzeit steht, anderweitig zu bebauen, erklärte der Architekt.

Der klassisch-romantische Stil des Dammparks soll weitestgehend erhalten bleiben. (Archivbild) Foto: Annika Zepke

Ein Großteil des Parks solle jedoch weiterhin ein klassisch-romantischer Garten bleiben, der Platz für größere Veranstaltungen wie „Stafet for Livet“ biete, betonte Sofie Worning. Ganz im Sinne des klassisch-romantischen Stils wolle man aber noch mehr Raum für Geselligkeiten schaffen, beispielsweise mit einem in seine natürliche Umgebung eingelassenen Amphitheater unterhalb des Klosterfriedhofs.

Bessere Vernetzung

Im äußeren Teil des Dammparks auf der anderen Seite der Umgehungsstraße soll sich die Natur hingegen regenerieren und entfalten können, meinte Landschaftsarchitektin Sofie Worning. „Es geht darum, mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten“, ergänzte ihr Kollege.

Mithilfe eines Stimmungsbildes veranschaulicht das Architekturbüro „Skala Arkitekter“ den Bürgerinnen und Bürgern, wie die kleine Halbinsel auf der anderen Seite der Umgehungsstraße künftig aussehen könnte. Foto: Skala Arkitekter

Mit der Renaturierung der kleinen Halbinsel gehe allerdings auch eine bessere Anbindung an den restlichen Teil des Dammparks einher. Wie die Landschaftsarchitektin auf Nachfrage eines Bürgers erklärte, plane man am nördlichen Ende der Halbinsel eine Unterführung für Fußgänger. Überhaupt sei ein gut vernetztes Pfad- und Wegesystem Teil der Vision für den Dammpark, so Worning.

Parkplatz-Debatte

Bei den meisten anwesenden Bürgerinnen und Bürgern stieß der Vorschlag der Architekten auf positive Resonanz. Nur an einem Thema schieden sich die Geister: Parkplätze.

So sieht der Vorschlag zur Entwicklung des Dammparks aus, den das Architekturbüro „Skala Arkitekter“ im Auftrag der Kommune Hadersleben ausgearbeitet hat. Foto: Skala Arkitekter

Schon jetzt gebe es nicht ausreichend Parkplätze. Sollten die Parkhäfen vor dem Kulturhaus Bispen tatsächlich einem stadtnahen Erlebnisplatz weichen und noch dazu ein Restaurant im Dammpark errichtet werden, herrsche erst recht Parkplatzmangel, lautete unter anderem die Kritik von Gunnar Asmussen, die eine angeregte Diskussion über die Parkplatzsituation in der Domstadt anstieß.

Architekt Mikkel Martinusen vom Haderslebener Architekturbüro „Tegnestuen Mejeriet“ war in dieser Angelegenheit anderer Ansicht: „Das ist ein guter Vorschlag. Die Autos müssen weg. Mit dem Wittenbergplatz als Stadtplatz schaffen wir eine gute Verbindung vom Damm über den Jungfernstieg zum Hafen“, lobte er.

Haderslebens Bürgermeister H. P. Geil (Venstre), Architekt Henrik Ulsfort und Landschaftsarchitektin Sofie Worning (v. l.) stellten sich am Donnerstag im Rathaus den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Foto: Annika Zepke

Entscheidung noch offen

Bürgermeister H. P. Geil bereitete der Parkplatz-Debatte schließlich ein Ende, indem er betonte, dass es sich bei dem Plan der Architekten um einen Vorschlag handle, über den noch nicht entschieden wurde. „Sollten wir grünes Licht für den Bau eines Restaurants geben, werden wir die Parkplatzsituation selbstverständlich bedenken“, versprach Geil.

Bevor es jedoch in Sachen Dammpark zu einer Entscheidung kommt, sind noch einmal die Bürgerinnen und Bürger gefragt: Seit Freitag können sie in einer Umfrage ihre Meinung zum vorgeschlagenen Masterplan für den Dammpark kundtun.

Hintergrund des Masterplans

Nach jahrelangem Stillstand entschied sich das Haderslebener Kommunalparlament auf Anraten des Finanzausschusses im November vergangenen Jahres dazu, einen ganzheitlichen Masterplan für den Dammpark auszuarbeiten. Auslöser war die Anfrage der Inhaber des Restaurants Fratelli, in dem beliebten Stadtpark ein Restaurant bauen zu dürfen. Bereits vor einigen Jahren hatte der Haderslebener Unternehmer Steen Skallebæk einen ähnlichen Vorstoß gewagt. Damals waren die Pläne jedoch an den Protesten der Bürgerinnen und Bürger gescheitert.

Laut den vom Finanzausschuss formulierten Anforderungen an den Masterplan sollen im Dammpark künftig sowohl ein neues Restaurant als auch der bereits bestehende Dammkiosk, öffentliche Toiletten und Veranstaltungen wie „Stafet for Livet“ Platz finden.

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