Sonderausstellung

Mehr als Sport – Vereinsleben in der deutschen Minderheit

Mehr als Sport – Vereinsleben in der deutschen Minderheit

Mehr als Sport – Vereinsleben in der deutschen Minderheit

Julius Born
Sonderburg/Sønderborg
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Knivsbergleiter René Schneider und der ehemalige Büchereidirektor Nis-Edwin List-Petersen unterhalten sich über die Bauphase des Michael-Jebsen-Hauses auf dem Knivsberg. Der Knivsberg hat in der Ausstellung einen eigenen Bereich bekommen. Foto: Julius Born

Das 70-jährige Bestehen des Jugendverbands wird mit Sonderausstellung im deutschen Museum geehrt.

70 Jahre existiert der Deutsche Jugendverband für Nordschleswig (DJN). Seit Sonnabend gibt es im deutschen Museum in Sonderburg eine Ausstellung, die die nordschleswigsche Vereinskultur präsentiert. Mit zahlreichen Exponaten aus der Geschichte Nordschleswigs und des Jugendverbandes hat Museumsleiter Hauke Grella eine Ausstellung zusammengestellt, die die Vergangenheit der Vereine zeigt und erklärt. Die Ausstellung begeistert durch einzigartige und geschichtsträchtige Fundstücke aus Archiven, aber auch aus privaten Kellern und Dachböden.

Eröffnet wurde die Ausstellung von SP-Politiker Stephan Kleinschmidt, der selbst rege am Vereinsleben Nordschleswigs teilnimmt, Lasse Tästensen, Vereinskonsulent des Jugendverbandes, und Museumsleiter Hauke Grella. „Meine Arbeit im Jugendverband ist meist zukunftsorientiert oder beschäftigt sich mit den Problemen im Hier und Jetzt. Da ist es besonders schön, wenn man auch einmal die Möglichkeit bekommt, zurückzublicken und sich anzuschauen, was in vergangenen Generationen gemacht wurde“, erzählt Vereinskonsulent Lasse Tästensen, während seines Grußworts.

Die Ausstellung nimmt zwei ganze Räume des Museums ein und ist in zehn Themengebiete aufgeteilt, die sich mit verschiedenen Sportarten oder Vereinskulturen beschäftigen. Eines der ausgestellten Exponate hat besonders die Aufmerksamkeit des Museumsleiters gefangen, weshalb er dieses in seiner Eröffnungsrede gesondert vorstellte: „Das Vereinsbuch des Kegelclubs ’Matador’, der 1916 gegründet und erst 2003 aufgelöst wurde, ist ein besonderes Zeitzeugnis für die Entwicklung der deutschen Minderheit in der Nachkriegszeit. Zwischen der Gründung und dem Jahr 1945 ist die Sprache, in der das Buch geführt ist, Deutsch. ’45 wurde dann im Verein beschlossen, dass die Vereinssprache fortan Dänisch ist - nicht unüblich für die Nachkriegszeit.

Erst sieben Jahre später, im Jahr 1952, wechselte der Verein wieder zurück auf die deutsche Sprache. Irgendwann in den 1970er Jahren wird dann allerdings wieder das Dänische eingeführt. So wurde der Verein bis zur Auflösung im Jahr 2003 geführt. Auch diese Entwicklung ist in vielen Vereinen zu beobachten.“

Die Sonderausstellung umfasst Dokumente, Sportgeräte, Pokale und Dinge, die das Vereinsleben in der Minderheit geprägt haben. Die Exponate sind noch bis Ende April 2018 im Deutschen Museum in Sonderburg ausgestellt. Der Eintritt in das Museum ist, wie üblich, frei.

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