Coronavirus

Jagdhornklänge als Dank in der Corona-Krise

Jagdhornklänge als Dank in der Corona-Krise

Jagdhornklänge als Dank in der Corona-Krise

Bjolderup
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Anke Christensen mit Jagdhorn und Tracht Foto: kjt

Jagdhornbläserin aus Bjolderup beteiligt sich an einem Aufruf und möchte als Zeichen der Solidarität und als Dank an alle, die in der Corona-Krise für andere da sind, für einen symbolträchtigen Augenblick sorgen.

Der Aufruf aus Jagdhornbläserkreisen ist Anke Christensen aus Bjolderup von einer Freundin aus Deutschland weitergeleitet worden. Im Aufruf werden Jagdhornbläser gebeten, am Dienstagabend um 20 Uhr bei sich zu Hause ins Horn zu blasen und mit dem Stück „Dankeschön auf Wiedersehen“ ein Zeichen der Solidarität und der Wertschätzung zu setzen.

Ein Dank gilt vor allem all denjenigen, die in der Corona-Krise anderen Menschen helfen und alles am Laufen halten.

„Ich fand die Aktion gleich klasse und werde mich daran beteiligen“, so Anke Christensen, die vor rund zehn Jahren das Jagdhornblasen für sich entdeckte. Dem Hobby widmet sie sich an der Seite Gleichgesinnter im Verein „Grænse-Egnens Jagthorns Blæsere“.

Am Dienstag (31. März) werden Bürger in Bjolderup nun Jagdhornklänge von Anke Christensen zu hören bekommen. Genau um 20 Uhr soll es passieren.

Anke Christensen hat vor rund zehn Jahren das Jagdhornblasen für sich entdeckt. Foto: kjt

„In Wollerup werden sie es auch hören können und je nach Windrichtung vielleicht sogar in Bollersleben“, so Christensen. Es komme letztendlich auf die kleine Geste an und darauf, Solidarität zu bekunden.

Solidarität und Dank

Die Aktion ist abgeleitet von Reaktionen aus Italien, wo das Coronavirus stark verbreitet ist und viele Todesopfer gefordert hat. Dort fingen Menschen zu bestimmten Zeiten an zu klatschen und zu singen, um sich Mut zu machen, Solidarität zu zeigen und all den Menschen zu danken, die sich in der Corona-Krise um die Versorgung anderer kümmern.

„Ich werde den Anruf an alle Kollegen der Jagdhorngruppe weiterleiten. Mal sehen, ob nicht auch andere Dienstagabend ins Horn blasen“, so die Bjolderuperin.

Kürzlich waren wir mit einigen Bläsern bei einer Beerdigung eines Jägers dabei. Wir spielten draußen vor der Kirche – mit entsprechendem Sicherheitsabstand, versteht sich. Die Familie war sehr gerührt.

Anke Christensen

22 Kollegen hat sie im „Grænse-Egnens Jagthorns Blæsere“. Die Mitglieder sind auf den südlichen Teil Nordschleswigs von Hoyer im Norden bis Apenrade im Osten verteilt.

Es könnten auch in Tingleff Jagdhornklänge ertönen, denn dort wohnt einer ihrer Jagdhorn-Kollegen, wie Anke Christensen ergänzt.

Emotionale Momente

Die gemeinsamen Treffen in Osterhoist können wegen der Corona-Krise zurzeit nicht stattfinden. Hin und wieder ergibt sich dennoch die Gelegenheit zum Jagdhornblasen.

„Kürzlich waren wir mit einigen Bläsern bei einer Beerdigung eines Jägers dabei. Wir spielten draußen vor der Kirche – mit entsprechendem Sicherheitsabstand, versteht sich. Die Familie war sehr gerührt“, erzählt Anke Christensen.

Um 20 Uhr am Dienstag möchte sie in der Corona-Krise erneut „berühren“. Vielleicht wird es bei ihr und bei anderen Bläsern ein wiederkehrendes Ritual. „Mal schauen, ob sich da etwas entwickelt“, so die Bjolderuperin.

Foto: kjt
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„21 Sekunden für eine bessere Welt“