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Pastorensuche mit Nebenwirkungen

Pastorensuche mit Nebenwirkungen

Pastorensuche mit Nebenwirkungen

Kjeld Thomsen/JV
Bau/Bov  
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Die Homepage der Kirchengemeinde Holebüll, die mit Bau zusammengelegt worden ist. Foto: Bildschirmfoto

Knatsch in der fusionierten Kirchengemeinde Bau/Holebüll: Die Vorsitzende und die stellvertretende Vorsitzende des Holebüller Gemeinderats sind wegen Meinungsverschiedenheiten zurückgetreten. Auslöser war offenbar die Wahl einer neuen Pastorin.

Die vakante Pastorenstelle in den zusammengelegten Kirchengemeinden Bau/Kollund und Holebüll/Holbøl mit den Kirchen Kollund, Holebüll und Bau wird neu besetzt. Laut dem Anzeigenblatt „BovBladet" ist die 61-jährige Helle Frimann Hansen auserkoren worden.

Sie wird in das Pastorat in Holebüll ziehen und ihr Amt am 1. März antreten, wenn die offizielle Ernennung durch das Kirchenministerium erfolgt ist. Drei Pastoren werden in der fusionierten Gemeinde tätig sein.

Frimann Hansen war 18 Jahre lang in der Gemeinde Humble auf Langeland tätig und sorgte 2012 für Schlagzeilen, als sie in der Flüchltingkrise die Beeinträchtigung christlich konvertierter Menschen durch Muslime in Asylbewerberheimen kritisierte und einige davon im Pastorat aufnahm.

Reibungslos ist die Wahl in den beiden zusammengelegten Gemeinden offensichtlich nicht über die Bühne gegangen. Die Vorsitzende des Holebüller Kirchspiels, Bente Thygesen Poulsen, und ihre Stellvertreterin Hella Vinaa sind zurückgetreten.

Vertrauen verloren

„Die Pastoratszusammenarbeit ist leider viel schwieriger gewesen, als ich es mir in der wildesten Fantasie habe vorstellen können. Zahlreiche Episoden haben dazu geführt, dass ich das Vertrauen verloren habe“, teilte die scheidende Vorsitzende in sozialen Medien mit.

Bei der Wahl der neuen Pastorin soll es eine Schieflage bei der Stimmenverteilung gegeben haben. Der Vorstand der Gemeinde Bau/Kollund mit elf Mitgliedern soll sich mehrheitlich für Helle Frimann Hansen als erste Wahl entschieden haben, während das Holebüller Gremium mit sechs Stimmberechtigten anders votierte. Offiziell bestätigt ist das nicht.

Die Situation ändert nichts an der Fusion der beiden Gemeinden, sagt die zuständige Pröpstin Kirsten Sønderby gegenüber „JydskeVestkysten“ mit Verweis auf die Entscheidung von Bischöfin Marianne Christensen. Die Zusammenlegung soll das Pastorenamt flexibler und dadurch attraktiver machen, so der Gedanke.

In der Bauer Gemeinde blickt man trotz des Konflikts zuversichtlich nach vorn. „Ich bin optimistisch, dass die Zusammenarbeit mit dem Kirchengemeinderat Holebüll bezüglich der Pastoren funktionieren wird“, so der Vorsitzende Marius Nørgaard in „JydskeVestkysten“. Er habe die neue Pastorin getroffen und er sei überzeugt, dass sie mit ihrer Ausstrahlung alles zum Laufen bringen wird, so Nørgaard.

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