Naturschutz im Wattenmeer

Elektrozäune sorgen für Bruterfolg bei Küstenvögeln

Elektrozäune sorgen für Bruterfolg unter Küstenvögeln

Elektrozäune sorgen für Bruterfolg unter Küstenvögeln

Lakolk
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Ein Austernfischer hat auf Röm direkt am elektrischen Zaun seine Eier abgelegt. Sie wurden gesichert vor Raubsäugern – wie dem Fuchs – erfolgreich ausgebrütet. Foto: Nationalpark Vadehavet

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Auf Röm profitieren die sehr seltenen Zwergseeschwalben und Seeregenpfeifer von der Einzäunung einzelner Strandabschnitte bei Lakolk. Füchse werden durch Stromschläge verscheucht.

Nach dem Vorbild des Schutzes von Vogelnistplätzen durch Anlage künstlicher Brutinseln und Elektrozäune in Regie der Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein sind im dänischen Nationalpark Wattenmeer ebenfalls vor allem vor Raubsäugern geschützte Gebiete eingerichtet worden. Nachdem im vergangenen Jahr bereits doppelt geschützte Brutinseln im Margrethenkoog den dort nistenden Säbelschnäblern und Küstenseeschwalben eine erfolgreiche Jungenaufzucht gesichert haben, zeigt der Einsatz von Elektrozäunen nun auch auf der Insel Röm (Rømø) Erfolg.

Zwergseeschwalben brüteten erfolgreich

Im Bereich des auch von Strandbesuchern stark frequentierten Westküstenbereichs von Lakolk sind Brutplätze der sehr seltenen Zwergseeschwalbe in diesem Jahr durch einen elektrischen Zaun gesichert worden. Am Süderstrand (Sønderstrand) war bereits 2020 ein Elektrozaun erfolgreich getestet worden. Das hat Füchse von den Gelegen und Jungvögeln fernhalten können.

Der elektrische Zaun schützt bei Lakolk Brutplätze teilweise seltener Seevögel. Ein Mitarbeiterteam des Nationalparks Wattenmeer montierte am 10. Mai dieses Jahres 1.300 Meter Zaun. Foto: Nationalpark Vadehavet

Seltene Seeregenpfeifer profitieren

Wo im vergangenen Jahr nur wenige Brutpaare der Zwergseeschwalben brüteten, wurden in diesem Jahr 30 Brutpaare gezählt, meldet „Jyllands-Posten“.

Die Zwergseeschwalbe brütet an Sandstränden auf Muschelschill. Dieses Exemplar ist beringt worden. Foto: Naturstyrelsen Kim Fischer

Die Zwergseeschwalben kommen nach dem Ende der Brutzeit auch an Küstenabschnitten wie bei Hoyer vor. Sie fangen bei Sturzflügen kleine Fische und Krebstiere im Wasser. Außerdem wurden 15 Brutpaare Seeregenpfeifer an dem geschützten Römer Strandabschnitt gezählt.

Die kleinen Seeregenpfeifer wärmen ihre Jungen im Gefieder. Diese verlassen kurz nach dem Schlüpfen den Nistplatz. Foto: Naturstyrelsen

Dieser Verwandte des häufigeren Sandregenpfeifers ist beispielsweise an der nordschleswigschen Festlandsküste wie bei Hoyer (Højer) ganz verschwunden. Wahrscheinlich wegen der dort stark auftretenden Füchse und in jüngerer Zeit auch eingewanderten Marderhunde. Die Einzäunungen werden auch von Strandgästen respektiert, so John Frikke, Vogelfachmann des Nationalparks Wattenmeer mit Sitz auf Röm. Ein Problem stellen mitunter frei herumlaufende Hunde dar. Sehr segensreich war auch der Bau eines Elektrozauns auf Fanø. Auf der Insel nördlich von Röm war ebenfalls schon 2020 ein Elektrozaun im Bereich Grønningen als Schutz für die bodenbrütenden Seevögel im Einsatz. Dort wurde der Zaun von Mitgliedern des Vogelschutzvereins Dansk Ornitologisk Forening betreut.

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