Kinder und Jugendliche

Neues und kostenloses Ausbildungsangebot für Pflegefamilien

Neues und kostenloses Ausbildungsangebot für Pflegefamilien

Neues und kostenloses Ausbildungsangebot für Pflegefamilien

Tondern/Tønder
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Die Pflegeeltern müssen nicht mehr nach Esbjerg oder Kolding fahren, um sich weiterzubilden. Foto: Archiv Rahbek

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Die Schulung ist mit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern angelaufen. Die Kommune Tondern arbeitet mit 121 Pflegefamilien zusammen. Ein hoher Anteil der Kinder, die von ihren Elternhäusern getrennt sind, leben in Pflegefamilien anstatt in Einrichtungen.

Der Sozialausschuss in der Kommune Tondern hat beschlossen, dass er den Bereich mit Pflegefamilien weiterentwickeln will.

Dazu gehört ein verbessertes Ausbildungsangebot, um die Familien, die Kinder in Obhut nehmen, noch besser für diese Aufgabe zu rüsten.

„Die Pflegefamilien stemmen jeden Tag eine große und wichtige Aufgabe. Das wissen wir zu schätzen“, sagt der Vorsitzende des Sozialausschusses, Peter Christensen (Sozialdemokraten).

Maßgeschneiderte Ausbildung am Campus

Neuerdings können Familien aus der Kommune Tondern, die ein Kind aus der Kommune Tondern in Pflege nehmen oder zum Netzwerk der Schutzbefohlenen gehören, das erste Modul von „Professionshøjskolernes uddannelse til Plejefamilier“ (PUP) am Campus Tønder belegen.

Die Ausbildung wird erstmals von UC SYD (University College) in der Wiedaustadt angeboten. Die zur Verfügung stehenden 20 Plätze waren vor dem Start in der vergangenen Woche vergriffen.

Diese Schulung, die bislang aus eigenem Antrieb in Kolding und Esbjerg absolviert werden konnte, ist keine Forderung an die Familien. Die Kommune Tondern übernimmt die Kosten.

Stärkung der Kompetenzen

Abhängig von ihrer bisherigen Ausbildung haben einige Pflegefamilien sonst selbst bezahlen müssen. Das treffe zum Beispiel für Pädagoginnen und Pädagogen, Lehrkräfte und Krankenschwestern zu, wie Rikke Beyer, Betriebs- und Entwicklungsberaterin im kommunalen Ressort Kinder und Familie, auf Anfrage erläutert.

„Die Kosten für die komplette Ausbildung belaufen sich auf einen Betrag von 28.000 bis 40.000 Kronen“, berichtet sie.

„Wir wollen mit diesem Vorstoß die Kompetenzen der Pflegefamilien stärken. Es deutet sich eine Entwicklung an, dass die Herausforderungen komplexer werden“, so die Rikke Beyer.

Diese Ausbildung werde auch von der Regierung gewichtet. Sie habe für diesen Zweck in den Jahren 2022, 2023 und 2024 Sondermittel vorgemerkt

„Einen Schritt voran"

„So lange wollten wir aber nicht warten. Wir fassen es als supergute Idee auf, jetzt schon aktiv und somit einen Schritt voran zu sein“, erläutert die Beraterin.

121 Kinder aus der Kommune Tondern befinden sich in Obhut von Pflege- oder Netzwerkfamilien. Bei Netzwerkfamilien handelt es sich um Verwandte, die das Kind zu sich nehmen.

„Die Kommune Tondern hat mit 121 sehr viele Pflegefamilien. Wir glauben aber, dass es für die Kinder besser ist, sie in eine Pflegefamilie zu geben, als in eine Institution oder eine Aufenthaltsstätte. Wir halten es für das Beste für das Kind und seine Entwicklung, wenn es Teil einer Familie ist, um so nahe wie möglich an einen Alltag zu sein“, erläutert Rikke Beyer.

Die Ausbildung mit einem wöchentlichen Schultag erstreckt sich über 17 Wochen. Foto: Tønder Kommune

Eine Familie aus dem eigenen Netzwerk des Kindes, sei es ein Onkel, eine Großmutter oder eine Tante sei das Allerbeste, da das Kind dann die Familie kennen würde.

„Forschungsergebnisse zeigen, dass ein geborgenes und fürsorgliches Umfeld mit der Möglichkeit, enge und stabile Verbindungen zu knüpfen, die Grundlage für ein gutes Leben als Erwachsener mit einer Ausbildung und einem Job bildet“, sagt Rikke Beyer.

Pflegefamilie wird vor Institution bevorzugt

Im landesweiten Vergleich gehört Tondern zu den Kommunen mit der höchsten Anzahl von Kindern, die von ihrem Elternhaus getrennt worden sind, die in einer Pflegefamilie leben.

Während landesweit 61 Prozent dieser Kinder in Pflegefamilien sind, liegt die Kommune Tondern bei 80 Prozent.

Wir glauben, dass es für die Kinder besser ist, sie in eine Pflegefamilie zu geben, als in eine Institution oder eine Aufenthaltsstätte. Wir halten es für das Beste für das Kind und seine Entwicklung, wenn es Teil einer Familie ist, um so nahe wie möglich an einen Alltag zu sein.

Rikke Beyer, Entwicklungsberaterin

Die Kinder, die aus verschiedenen Gründen nicht in ihrem Elternhaus aufwachsen, können ab Geburt bis zum 18. Lebensjahr in einer Pflegefamilie verweilen. „In einigen Fällen kann der Aufenthalt bis zum 19. oder 20. Lebensjahr verlängert werden, wenn das Entwicklungsziel der jungen Menschen erst zu diesem Zeitpunkt erreicht wird“, so die kommunale Entwicklungsberaterin.

17 Schultage für Pflegeltern

Die Pflegeeltern drücken bei dem ersten Modul für die Dauer von 17 Wochen einmal in der Woche von 9 bis 14.30 Uhr die Schulbank. Die Kommune und UC Syd arbeiten daran, dass fortan die komplette Ausbildung in Tondern absolviert werden kann.

Angestrebt ist außerdem, dass die Pflegefamilien in Tondern ein Netzwerk bilden, um sich im Alltag gegenseitig zu unterstützen.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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