Kartoffelernte

Erträge 2019 gut – doch 2020 gibt es ein Problem

Erträge 2019 gut – doch 2020 gibt es ein Problem

Erträge 2019 gut – doch 2020 gibt es ein Problem

Toftlund
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Die Kartoffelernte war im vergangenen Jahr schwierig. Das Wetter spielte nicht mit. Foto: Volker Heesch

Der viele Regen im vergangenen Spätsommer und Herbst war eine große Herausforderung für die Landwirte, ihre Kartoffeln zu ernten. In der neuen Saison tun sich Schwierigkeiten mit der Bekämpfung der vorzeitigen Keimung auf.

Die Lieferanten der Kartoffelmehlfabrik in Toftlund (Andels-Kartoffelmelsfabrik) haben es trotz schlechter Erntebedingungen geschafft, dem Unternehmen eine neue Produktionsrekord zu bescheren. Die 185 Landwirte konnten zusammen rund 3.527 Tonnen zuführen. Damit konnte die Produktion im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. Dies gab einen Umsatz von 384 Millionen Kronen fürs Rechnungsjahr 2019/2020. „Ein neuer Rekord“, freute sich der Vorsitzende der Kartoffelproduzenten, Peter C. Petersen, auf der Generalversammlung der Gesellschaft.

Verluste wegen Regen

Die vergangene Saison hatte wettermäßig sehr gut angefangen, obwohl die Kartoffeln im Sommer von Schimmel befallen waren. Dann kam das dicke Ende ab August mit wochenlangem Regen im Herbst, der die Kartoffelernte bei starken Verlusten beeinträchtigte und auf den aufgeweichten Feldern in die Länge zog. Diese Bedingungen erforderten einen riesigen Einsatz seitens unserer Zulieferer“, unterstrich Peter Petersen.

Die Kartoffelmehlfabrik investierte im vergangenen Jahr groß und erhöhte seine Lagerkapazität. Foto: Karin Riggelsen

Das Ergebnis sei äußerst zufriedenstellend gewesen und für die Produkte der Fabrik hätte es über die Jahre einen guten Absatz mit hohen Preisen auf dem Weltmarkt gegeben. Die Situation könne sich aber schnell ändern und die Corona-Krise hätte die Unsicherheit bei den Kartoffelerzeugern zusätzlich erhöht.

Einsatz beim Keimungsprozess

Für die Branche hat das Coronavirus keine einschneidenden Folgen gehabt. Vielmehr sieht er eine neue Herausforderung in der neuen Saison auf die Mitglieder zukommen, die das Exportmärchen beeinträchtigen kann, zu dem sich der Handel mit Kartoffelstärke entwickelt hat. Den Kartoffelbauern ist es bei der Bekämpfung eines vorzeitigen Keimungsprozess nicht mehr erlaubt, das Mittel Reglone zu benutzen, das in Dänemark nicht mehr zugelassen ist.

Damit besteht die Gefahr, Legekartoffeln von schlechter Qualität zu ernten – der Grundstein für die Ernte. Wir sind davon abhängig, das Wachstum in unseren Legekartoffeln im Herbst zu stoppen.

Peter Petersen, Vorsitzender der Kartoffelmehlfabrik

Damit besteht die Gefahr, Legekartoffeln von schlechter Qualität zu ernten – der Grundstein für die Ernte. Wir sind davon abhängig, das Wachstum in unseren Legekartoffeln im Herbst zu stoppen und haben Alternativen untersucht", erklärte Petersen.

Kein Gehör für Fachleute

Die Aufgabe sei noch nicht gelöst und es sei äußerst frustrierend, dass die Umweltbehörde den Experten und Forschern kein Gehör schenke. Die Staatsbehörde sieht die Pelargonsäure als Alternative. Das sehen die Fachleuten aber keineswegs. Es gebe viele Fragen: Der Effekt des Herbizids, seine Umweltbelastung, der Kostenfaktor sowie technische und logistische Herausforderungen, zählt Petersen auf.

„Die benötigten 600.000 Liter Säure müssen von Deutschland zu den Produzenten in ganz Jütland transportiert werden – ein schwieriges Unterfangen im Zuge des erwarteten Anstiegs des Sommerverkehrs. Es ist beschämend, dass die Umweltbehörde ein solches Spiel mit einer Branche spielt, die dem Land jährlich vier Milliarden Kronen bringt. Und die besonders für die Landwirtschaft in Jütland von großer Bedeutung ist“, kritisierte Peter Petersen.

Bei den Wahlen verließ Laurits Rosenlund nach fast 30 Jahren auf eigenen Wunsch den Vorstand, davon bekleidete er 12 Jahre den Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden. Neu in den Vorstand wurde Christian Mikkelsen aus Toftlund gewählt.

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