Gesundheit

Herzverein zu neuem Leben erweckt

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Tondern/Tønder
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Henry Callesen (2. v. r.) findet das Training sehr gut. Mittwoch schauten Vivi-Ann Clausen, ihr Kollege Nis P. Jollmann bei dem Training unter Leitung von Mario Augustine (v. r.) vorbei. Foto: Elise Rahbek

In der Kommune Tondern gibt es wieder eine Abteilung von Hjerteforeningen. Im Dienst der guten Sache krempelt der Vorstand mit Frontfrau Vivi-Ann Clausen und ihrem Stellvertreter Nis Peter Jollmann die Ärmel hoch.

Nach einem mehrjährigen Winter- und Sommerschlaf ist die Abteilung des Herzvereins in der Kommune Tondern zu neuem Leben erweckt worden. Im Dienst der guten Sache krempelt der Vorstand mit Frontfrau Vivi-Ann Clausen und ihrem Stellvertreter Nis Peter Jollmann die Ärmel hoch. Jollmann hat eine Doppelfunktion und wirkt in Hjerteforeningen Tønder auch als Kassierer.

Der Verein zeigte bei der Frühlingsmesse am vergangenen Wochenende Flagge. In Vereinsregie laufen derzeit zwei Teams „Hjertemotion“ in der kommunalen Trainingsabteilung im Tonderner Krankenhaus.

Der Verein hat im vergangenen Herbst seine Tätigkeit aufgenommen, wie die Vorsitzende Vivi-Ann Clausen berichtet, die herzkrank ist, und nicht mehr arbeiten kann. „Daher will ich mich gerne für die Sache engagieren. Obgleich wir 2019 schreiben, ist das Thema noch mit einem Tabu behaftet, und die Leute sprechen nicht darüber“, so die Erfahrung der 56-Jährigen. Sie war von November 2016 bis zu ihrer ICD(Implantabel Cardioverter Defibrillator)–Implantation im November 2018 krank und konnte sich kaum fortbewegen. „Ich hatte ein Blutgerinnsel in der Lunge und die Pumpkraft meines Herzens war auf unter ein Drittel des Leistungsvermögens reduziert. Man muss sagen, ich habe Glück gehabt“, so Vivi-Ann Clausen. Das Einpflanzen des Defibrillators sei für sie und auch für ihr Umfeld ein Stück Geborgenheit. „Seitdem kann ich auch wieder spazierengehen“, so die frühere Postbotin, die dies täglich macht. Der Verein Hjerteforeningen verfügt über eine große Vielfalt von Möglichkeiten, von denen sie sich bei einem Besuch am Hauptsitz in Kopenhagen überzeugen konnte.„Wir können die Mitglieder dahin weiterleiten“, sagt sie.

Das Training für Herzpatienten in den Teams in Regie des Herzvereins mit den Physiotherapeuten Mario Augustini und Line W. Hansen läuft jeweils dienstags und mittwochs für eine Stunde.

Training mit Spaß

„Wenn sie sagen, dass es Spaß machen wird, kann man sicher sein, dass uns der Schweiß auf der Stirn stehen wird“, sagt eine Teilnehmerin mit einem Augenzwinkern. „Wir werden schon mal dazu angehalten, über unsere Grenzen hinauszugehen. Dann stellt sich heraus, dass man doch mehr kann, als man glaubt“, verlautet es aus der Runde. Auch die Lachmuskeln werden bewegt. „Es ist positiv, dass wir eine Gruppe sind. Zu Hause packt man es nicht alleine“, sagt Anne Høggaard, die sich ebenfalls im Vorstand engagiert. „Das darf gerne so weiterlaufen“, gefällt Henry Callesen aus Lügumkloster das Training in der bestehenden Form. Er hatte im Dezember 2018 ein Blutgerinnsel und sein Herzschlagvolumen lässt zu wünschen übrig. Obgleich engagiert trainiert wird, bleibt für Scherze Raum.

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