Abfallsortierung

Igittigitt: „Schweinereien“ in der Mülltonne

Igittigitt: „Schweinereien“ in der Mülltonne

Igittigitt: „Schweinereien“ in der Mülltonne

Bredebro
Zuletzt aktualisiert um:
Weder organische Abfälle aus der Küche noch gebrauchte Windeln gehören nicht in den wiederverwertbaren Müll. Foto: Tønder Forsyning

Eine nicht sonderlich appetitliche Aufgabe ist es für Mitarbeiter von „Tønder Forsyning“, wenn sie den Inhalt der Eimer für wiederverwertbaren Müll am Fließband sortieren müssen. Und ihre Arbeit ist sogar gesundheitsschädlich.

Im Frühjahr führte die Versorgungsgesellschaft Tønder Forsyning neue Abfalltonnen ein. Ende Juni veranlasste es sie, ihren Kunden ein dickes Lob auszusprechen. Sie machten ihre Sache bei der Quellensortierung richtig gut.

Doch die Zufriedenheit ist gewichen. In einer ganzseitigen Anzeige macht „Tønder Forsyning“ nochmals darauf aufmerksam, wie der Müll in den zwei Mülltonnen richtig sortiert wird. Denn im Eimer für wiederwertbaren Müll gibt es ein Fach für Glas, Blech, Plastik etc. und eines für Pappe und Papier. In die zweite Tonne landet der Restabfall in einem Fach und organischer Abfall (Küchenabfälle, Essensreste etc.) in der anderen.

Das Problem ist aber, dass Sachen landen, die es für die Mitarbeiter von „Tønder Forsyning“ nicht sonderlich angenehm macht, den Abfall fürs Recycling am Fließband noch mal fein zu sortieren. Dort greifen sie schon mal in gebrauchte Windeln oder auf Essensreste. Auch die gegen eine Coronainfektion gebrauchten Mundmasken enden nicht im Restabfall, was für unsere Mitarbeiter ein Gesundheitsrisiko ist. Und auch gebrauchte Windeln und der Küchenabfall landen in der Tonne für wiederverwertbaren Abfall, was auch gesundheitsschädlich für die Mitarbeiter am Fließband ist. Dann greifen die Mitarbeiter schon mal in diesen unwillkommenen „Fundsachen“, die in Tüten verpackt gehören, erklärt „Tønder Forsyning“.

Die Müllwerker dürfen in die Abfalltonnen hineinschauen. Foto: „Tønder Forsyning“

Die Mitarbeiter müssen diese Teile nicht nur herausfischen, sondern auch den richtig entsorgten Müll reinigen. „Dann hat das ganze Sortieren ja fast schon keinen Sinn mehr, wenn Bürger den Sinn dieser Müllteilung nicht sehen oder verstehen wollen. Und es kostet Zeit und unser Geld und das der Bürger“, erklärt der für Abfall zuständige Mitarbeiter bei „Tønder Forsyning“, Jørgen Olsen.

Es ist schade, dass einige wenige es für die große Mehrheit verderben.

Jørgen Olsen, Abfallchef bei „Tønder Forsyning“

„Es ist schade, dass es immer nur einige wenige sind, die es für die große Mehrheit verderben. Die meisten machen es richtig gut, und die Menge des abgegebenen wiederverwertbaren Mülls steigt. Dennoch haben wir die große Anzeige geschaltet, da es sich nicht mehr um Einzelfälle handelt“, unterstreicht er.

Die Aktiengesellschaft, die sich zu 100 Prozent inmBesitz der Kommune Tondern befindet, darf keine Strafgelder erheben. Doch es gibt eine andere Sanktion. Die Mülleimer werden nicht geleert. Denn die Müllwerker werfen einen schnellen Blick in die Tonne. Dieser Einsatz soll jetzt verstärkt werden. Der Bürger muss selbst die Entsorgung vornehmen. Wer dies dann doch Fachleuten überlassen will, muss für die Zweitleerung bezahlen.

Nur oben wühlen

„Die Müllabfuhr darf nur die obere Schicht Müll untersuchen, darf aber nicht in den unteren Bereichen wühlen“, unterstreicht Jørgen Olsen. Das Problem mit Abfallsündern könnte noch größer werden, wenn künftig noch gründlicher sortiert werden soll. Eine entsprechende Vorlage ist noch nicht im Folketing verabschiedet worden. Jørgen Olsen geht davon aus, dass die heutigen zwei Mülltonnen in der Kommune Tondern nicht ausreichen werden.

Mehr lesen