Deutsche Minderheit

Sozialdienst will mit Frühschoppen Deutsche integrieren

Sozialdienst will mit Frühschoppen Deutsche integrieren

Sozialdienst will mit Frühschoppen Deutsche integrieren

Ingalies Friebel/Brigitta Lassen
Hoyer/Højer
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Mehr als die Hälfte der Mitglieder im Vorstand des Sozialdienstes Hoyer kommt aus Deutschland: Regine Wheale, Ingalies Friebel, Birthe Oden, Jørn Philipsen, Ilka Angelika Lange und Marlis Zimmer (v.l.). Foto: privat

In gemütlicher Runde frühstücken, sich kennenlernen und Antworten auf Fragen bekommen. Dies soll in Hoyer mit einem neuen Angebot möglich sein, um Deutsche in die Gemeinschaft zu integrieren.

Das Programm des Sozialdienstes Hoyer ist fertig und es taucht ein neues Angebot auf, mit dem versucht werden soll, in den Raum Hoyer neu angesiedelte Deutsche zu integrieren, falls dieser Wunsch besteht. In den kommenden Monaten will sich der Vorstand mit monatlichen Frühschoppen um die Integration dieser Menschen bemühen, die sich in diesen Teil Dänemarks verliebt, vielleicht sogar schon in der Region Häuser gekauft haben und nun für immer hier leben möchten.

Hilfestellung auch für die kleinen Dinge

„Die großen Probleme wie Aufenthaltserlaubnisse, Sprachausbildung oder Job- oder Schulsuche haben diese neuen Mitbürger in der Regel gut bewältigt“, weiß Marlis Zimmer, Vorsitzende des Sozialdienstes Hoyer. „Aber“, so ihre Erfahrung „es sind oft die scheinbar kleinen Dinge, bei denen gut nachbarschaftliche Tipps hilfreich und sehr willkommen wären.“

Der Hoyeraner Ortsverein will deshalb nach der Sommerpause ein Sonntagsfrühstück unter neuen und alten Freunden anbieten, bei dem erzählt und beratschlagt wird und bei dem neue Mitglieder für den Sozialdienst geworben werden sollen.

Der Sozialdienst besuchte auch das Medienhaus in Apenrade. Foto: privat

„Es gibt sehr viele interessante und nette Menschen, die hier mit uns in einer Gegend des gleichberechtigten Miteinanders in Dänemark leben wollen“, weiß auch Ilka Jankiewicz aus ihrer täglichen Arbeit als Familienberaterin für den Sozialdienst Nordschleswig.

Miteinander im Grenzland

Der Ortsverein Hoyer mit seinen 90 Mitgliedern ist ein Beispiel für das Miteinander im Grenzland. Seit der Gründung vor 53 Jahren haben die „Ureinwohner“ schon immer die jeweils Neuen mit offenen Armen aufgenommen.

Das Angebot des Sozialdienstes ist vielfältig: Hier eine musikalischer Abend mit Dieter Søndergaard, Marion Petersen und Helmuth Petersen. Foto: privat

Deshalb finden sich dort, neben vielen Nordschleswigern, diverse Menschen aus Deutschland, die sich hier seit zehn, zwanzig Jahren und mehr integriert haben. Marlis Zimmer lebt seit fünf Jahren in Dänemark und ist selbst ein gutes Beispiel, ebenso die bisherige Vorsitzende, Monika Bucka-Lassen, eine gebürtige Schweizerin. Heute kommt mehr als die Hälfte des Sozialdienst-Vorstandes aus Deutschland.

Offenheit und Eigeninitiative

Marlis Zimmer, die seit Frühjahr dieses Jahres Vorsitzende des Sozialdienstes ist, rät den Neubürgern zu Offenheit und Eigeninitiative. Sie habe schon vor ihrem Umzug enge Verbindungen zu Dänemark, da ihre Eltern und Geschwister schon vor ihr Königreich auswanderten.

„Ich war oft in Dänemark und habe neunmal das Tønder Festival vor meinem Umzug besucht. Ich wusste schon lange, dass ich nach Dänemark wollte. Das tat ich dann, als ich Rentnerin wurde“, erklärt die Hamburgerin.

Wenn man selbst offen ist und so auf die Menschen zugeht, dann wird man freundlich aufgenommen.

Marlis Zimmer, Vorsitzende des Sozialdienstes Hoyer

Aber es gibt auch Rückkehrer mit familiären Wurzeln und eben die ganz „Neuen“, von denen einige nach etlichen Dänemark-Urlauben eines der vielen vom Verfall bedrohten Häuser gekauft und mit viel Engagement gerettet haben. Und die nun sicher sind, hier nie wieder wegzuwollen.

Einige der Mitglieder haben also seit mehr als einem halben Jahrhundert Erfahrung darin, was es mit sich bringt, ein Teil der deutschen Minderheit zu sein. Andere müssen sich erst einfinden, in das, was hier anders läuft als beispielsweise in Hamburg, Berlin oder Flensburg.

Gemütlicher Adventsnachmittag beim Sozialdienst Foto: privat

Das monatliche Frühstückstreffen soll dabei helfen, überflüssige Missverständnisse in der neuen Heimat zu vermeiden oder neue Netzwerke zu knüpfen.

Besonders Eltern mit Kindern und Menschen im Rentenalter sollten sich mit dieser Einladung angesprochen fühlen, betont Zimmer. Die neue Saison startet am 2. September

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