Venstre-Zoff

Weitere Stadtratspolitikerin kehrt der Partei den Rücken

Weitere Stadtratspolitikerin kehrtder Partei den Rücken

Weitere Stadtratspolitikerin kehrt der Partei den Rücken

Tondern/Tønder
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Daisy Dahl (2. v. l.) zum Auftakt der Venstre-Drive-in-Abstimmung in Aggerschau/Agerskov im Juni, wo Martin Iversen als Bürgermeisterkandidat nominiert wurde. (Archivfoto) Foto: Jane Rahbek Ohlsen

Daisy Dahl will nicht wieder bei der Kommunalwahl für Venstre ins Rennen gehen. Sie hat kein Vertrauen zu Bürgermeisterkandidat Martin Iversen.

Vor rund drei Wochen waren es vier, nun sind es fünf Stadtratspolitiker, die bei der Kommunalwahl im November 2021 die Partei Venstre als Sprungbrett für ihre Kandidatur abwählen.

Neueste im Bunde derjenigen, die das Venstre-Parteibuch abgeben wollen, ist Daisy Dahl aus Scherrebek/Skærbæk.

Fünf Stadtratsmitglieder distanzieren sich

Erst hatten sich die Ausschussvorsitzenden Bo Jessen, René Andersen sowie Irene Holk Lund h von Venstre distanziert. Vor drei Wochen zog Anita Uggerholt Eriksen nach.

Bürgermeister Henrik Frandsen, der im Juni seinem Herausforderer Martin Iversen im internen Wettstreit als Bürgermeisterkandidat knapp unterlag, hat angekündigt, dass er in der Politik weitermacht. Er hat jedoch noch nicht Farbe bekannt, auf welcher Liste er kandidieren wird.

Eine Frage der Werte

Daisy Dahl begründet ihren Abschied von Venstre mit den Erfahrungen, die sie in ihrer Position als politische Beobachterin des Stadtrats im Vorstand des Touristikvereins für Röm-Tondern gemacht hat, wo Martin Iversen Vorsitzender ist.

„Ich kann mich nicht als Teil von Venstre sehen, wenn Martin Iversen an der Spitze stehen soll. Unsere Werte liegen weit auseinander“, so Daisy Dahl.

Sie habe weder Vertrauen zu Iversen noch zum Parteivorsitzenden Kim Tygesen.

Martin Iversen und Henrik Frandsen am Abend der Entscheidung in Aggerschau (Archivfoto) Foto: Archiv Jane Rahbek Ohlsen

„Ich erkenne den demokratischen Prozess an. Ich distanziere mich jedoch von der Art und Weise, wie der Machtkampf während der vergangenen eineinhalb Jahre ausgetragen worden ist“, so Daisy Dahl, die bei der Kommunalwahl 2017 den Sprung in den Stadtrat schaffte. Sie ist im Technischen Ausschuss und dem Gesundheitsausschuss vertreten.

Politische Zukunft noch in der Schwebe

Zu ihrer politischen Zukunft hat sie noch nicht Stellung bezogen, wie Daisy Dahl im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ erläutert.

Ich werde in Erwägung ziehen, ob ich meine Zeit in Politik investieren möchte. Wenn man als junger Mensch in die Politik einzieht, dann erwartet man nicht so viel Ärger und Unruhe.

Daisy Dahl, Stadtratspolitkerin

„Ich werde in Erwägung ziehen, ob ich meine Zeit in Politik investieren möchte. Wenn man als junger Mensch in die Politik einzieht, dann erwartet man nicht so viel Ärger und Unruhe“, erklärt die 39-Jährige.

„Das hat die Lust und die Motivation, in der Politik zu sein, geschmälert und vieles kaputtgemacht. Ich denke auch, dass es schwer sein wird, andere Menschen für die Politik zu gewinnen, wenn das Negative so viel Raum einnimmt“, so Daisy Dahl.

Der Artikel wurde um 14.42 Uhr um den Absatz „Poltische Zukunft noch in der Schwebe" ergänzt.

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