Landwirtschaft

Regenmangel: Krisenstimmung bei den LHN-Landwirten

Regenmangel: Krisenstimmung bei den LHN-Landwirten

Regenmangel: Krisenstimmung bei den LHN-Landwirten

Nordschleswig
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Foto: Cornelius von Tiedemann

Die Trockenheit macht den Bauern des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig zu schaffen.

Die geringe Regenmenge in den vergangenen Wochen hat für trockene Felder und Äcker gesorgt. Das Getreide und Gras wüchsen nicht richtig und müssten dringend Wasser haben, berichtete Tage Hansen, Direktor des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig (LHN) im Rahmen der Apenrader Tierschau dem „Nordschleswiger“. „Krisenstimmung macht sich breit“, sagte er.

Die Situation hat sich, trotz einiger Regentropfen am Wochenende und den Aussichten auf noch einige mehr in den kommenden Tagen, nicht verbessert, erklärt LHN-Berater Hans Henrik Post. Die Bürger werden davon jedoch kaum etwas merken. „Die trockenen Bedingungen haben wir nur im mittleren und südlichen Teil Jütlands mit Nordschleswig und in Norddeutschland“, erklärt Post.

Im vergangenen Jahr hatte das Folketing die Landwirte noch mit Zuschüssen unterstützt, um sie über die Runden zu bringen. Das wird nun nicht der Fall sein, weil es sich bei der Trockenheit um ein lokales Phänomen handelt und nicht Bauern im ganzen Land betrifft.

Zu wenig Niederschlag in Sicht

„Für einige Landwirte könnte es jedoch das Aus bedeuten“, so der Berater besorgt, denn „Winter- und Sommergetreide wachsen nicht, haben zu wenig Kraft“, so Post.
Beregnen können nicht alle, und es ist zudem teuer. Für die Viehzüchter und Milchlandwirte fehlt Futter. Sie müssen unter Umständen zukaufen. „Das kann einige Bauern in die Pleite führen“, sagt er eindringlich.

Das alles hängt vom Regen ab. Von dem verspricht das dänische Wetterinstitut DMI jedoch nicht genug. Ein Blick auf die Aussichten in der kommenden Woche zeigt zwar einige Niederschläge, doch nicht die auf Feldern und Äckern benötigte Menge. Bisher braucht das Wintergetreide mehr Wasser. „Und zwar jetzt“, so Post. Ähnlich sieht es beim Sommergetreide aus.

Die Grasflächen für das Viehfutter waren schon im Mai zum ersten Jahresschnitt fällig, doch „es war einfach zu kalt. Das Gras wuchs bei den Temperaturen nicht. Außerdem fehlte auch dort Wasser“, berichtet Post über die Lage. Der zweite Schnitt, der normal im Juni folgt, wird wohl auf sich warten lassen – wenn er überhaupt erfolgt.

Mais wächst besser als Gras

Einige Landwirte pflügen nämlich die Grasfläche und säen Mais, der bei den derzeitigen Bedingungen besser wachse und mehr Kraft in sich trage, um als Futter zu dienen, so der LHN-Pflanzenfachmann.

Für die Milchlandwirte gibt es zwar zurzeit gute Preise für ihr Produkt, doch „wenn kein Futter geerntet werden kann, muss zugekauft werden. Das kostet und schlägt sich in der Ökonomie der Höfe nieder“, schließt Post, der fürchtet, dass auch Höfe seiner Kunden betroffen sein könnten.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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