Generalversammlung

Jugendverband setzt auf Strategiewechsel

Jugendverband setzt auf Strategiewechsel

Jugendverband setzt auf Strategiewechsel

Knivsberg/Nordschleswig
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Der Vorsitzende des Jugendverbandes, Jasper Andresen, blickte auf ereignisreiche 18 Monate zurück. Foto: Gwyn Nissen

Der Deutsche Jugendverband für Nordschleswig ist durch das Coronavirus herausgefordert. Es gibt aber auch viele positive Nachrichten aus dem Verband.

Wahlen

Der Jugendverband hat ein neues Vorstandsmitglied bekommen. Bei der Generalversammlung am Mittwochabend in der Bildungsstätte Knivsberg wurde Rasmus Jessen in den Vorstand gewählt. Er ersetzt Ann Sophie Leiendecker, bei der sich Jasper Andresen für ihren Einsatz bedankte. Der zweite Vorsitzende, Uwe Klindt, sowie die Vorstandsmitglieder Julius Born und Christina Jessen (Jugendvertreterin) wurden wiedergewählt.

Die Generalversammlung galt dem Geschäftsjahr 2019, doch der Vorsitzende des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig, Jasper Andresen, kam nicht drumherum, die derzeitige Corona-Pandemie anzusprechen. Diese sei nämlich allgegenwärtig und habe einen unheimlich großen Einfluss auf den Jugendverband und das Vereinsleben in der deutschen Minderheit.

Jasper Andresen ärgerte sich vor allem über die verpassten Chancen 2020, das ein denkwürdiges und einschneidendes Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen der deutschen Minderheit hätte sein sollen.

Viele Highlights waren geplant

Der Jugendverband hatte einige Highlights als Beitrag zum Jubiläumsjahr geplant. Im April hätte auf dem Knivsberg das Osterseminar der Jugend Europäischer Volksgruppen (YEN) stattfinden sollen. Im Mai hätte eine Gruppe Fahrradfahrer mit dem Team Grenzland ihre Tour über Berlin nach Kopenhagen antreten sollen. Im Juli wäre die Männermannschaft zur Faustball-EM nach Südtirol gereist, und die Frauenmannschaft wäre im November nach Chile geflogen, um bei der Weltmeisterschaft anzutreten.

„Aus meiner Sicht sind die Absagen nötig und unumgänglich gewesen – auch wenn es im ersten Moment ärgerlich erscheint", sagte Andresen.

„Kaum eine Absage hat jedoch so geschmerzt wie das Knivsbergfest und die dazugehörende Geburtstagsfeier der Volksgruppe. Ihr habt alle mitverfolgen können, wie sehr sich alle Beteiligten engagiert haben, um das Jubiläum gebührend zu feiern und das Knivsbergfest noch heller erstrahlen zu lassen, aber es sollte nicht sein.“

Die Generalversammlung des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig war auch von der Corona-Pandemie geprägt. Foto: Gwyn Nissen

Strategiewechsel im Jugendverband

Das Geschäftsjahr vor Corona war vor allem von der Strategiearbeit und der darauffolgenden Trennung von Knivsberg-Leiter René Schneider geprägt.

„Grundlegend haben wir uns dazu entschieden, dass wir in der Personalpolitik unseren finanziellen Fokus auf die direkte Arbeit mit unserer Jugend und unseren Kunden legen möchten; anders formuliert, weniger Geld für Leitung und mehr Geld für direkte Jugendarbeit", sagte der Jugendverbandsvorsitzende.

Mit der jetzigen Struktur sei dies aber nicht erreichbar gewesen, so Andresen. Abteilungsleiter Lasse Tästensen sei daher als Gesamtleiter für den Jugendverband und den Knivsberg gewählt worden.

„Ich möchte an dieser Stelle ein letztes Mal ein paar Dinge festhalten: Die Umstrukturierung war keine Maßnahme, die wir getroffen haben, um jemanden loszuwerden. Eine solche Entscheidung wird nicht von heute auf morgen getroffen, sondern ist in vielen Runden ausgiebig und kontrovers diskutiert worden.

Und nicht zuletzt: Die Entscheidung ist mit Blick auf die bestmögliche Ausrichtung des Verbandes und die bestmögliche Verwaltung der uns zufließenden Mittel getroffen – nicht weil sich jemand falsch verhalten hat, oder weil wir wollten, dass jemand gehen muss“, stellte Jasper Andresen fest.

33 Vereinsvertreter nahmen am Mittwochabend an der Generalversammlung des Jugendverbandes teil. Foto: Gwyn Nissen

Der Vorsitzende lobte die Mitgliedsvereine und deren Vertreter und Vertreterinnen – 33 nahmen an der Generalversammlung teil.

„Ich hoffe, dass auch ihr merkt, wie sehr sich der Verband in den vergangenen Jahren nach vorne entwickelt hat. Das kann jedoch nur in enger Zusammenarbeit mit euch geschehen, und wir sind froh über den regen Austausch und Dialog“, sagte Andresen.

Grund zur Freude über Mitgliedszahlen

Der Abteilungsleiter des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig, Lasse Tästensen, war erfreut über die steigenden Mitgliedszahlen.

„Wir konnten abermals dank eurer tollen Arbeit einen positiven Zuwachs verbuchen", sagte Tästensen.

Mit 1.917 Mitgliedern gab es einen Anstieg von 9,1 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr. Die Mitgliederzahlen seien in den vergangenen fünf Jahren um über 30 Prozent gestiegen, so Tästensen.

Knivsberg herausgefordert

Die Bildungsstätte Knivsberg sei von der Corona-Pandemie finanziell besonders betroffen, so Lasse Tästensen. Nachdem die Aktivitäten zum Sommer hin langsam wieder angelaufen waren, brachen die Buchungen in den vergangenen Tagen wieder ein, nachdem die Regierung am Freitag neue Corona-Maßnahmen eingeführt hatte.

„Die Zeit nutzen wir, um ein starkes Programm für das kommende Jahr zu entwickeln. Wir wollen die durch die Umstrukturierung gewonnenen Synergien nutzen, um ein tolles Programm für den Knivsberg zu entwickeln", sagte Tästensen.

Baumaßnahmen auf dem Berg

Trotz eines ökonomisch schwierigen Jahres wegen der Corona-Krise gibt es auf dem Knivsberg auch Grund zur Freude: Die Zimmer und die Vorhalle der Bildungsstätte werden renoviert, es gibt ein neues digitales Schlüsselsystem für den Knivsberg, das neu renovierte Langbehnhaus ist bald fertig, und die Mulde ist renoviert worden.

Uwe Jessen, Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger, erklärte, dass derzeit insgesamt 2 Millionen Kronen auf dem Knivsberg investiert werden. Dies seien Mittel von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Schleswig-Holstein. Es seien also nicht Mittel, die im täglichen Betrieb des Jugendverbandes fehlen würden.

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