Touristiksaison

Juli-Zahlen enttäuschen

Juli-Zahlen enttäuschen

Juli-Zahlen enttäuschen

Nordschleswig
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Foto: Niclas Jessen/Visit Denmark

Direktor von Destination Sønderjylland mahnt Branche zu Preisdisziplin und Qualität. Im Juli in Hotels und Feriencentern 2,6 Prozent weniger Gäste.

Im vergangenen Jahr jubelte der Touristikdachverband VisitDanmark, dass man das beste Jahr aller Zeiten im Fremdenverkehr Dänemarks verzeichnen konnte. Die Regierung kündigte noch bessere Zeiten für die Branche bei Umsetzung einer neuen Touristik-Strategie an. Doch die jüngsten Zahlen von Danmarks Statistik über Übernachtungsgäste in Hotels, Feriencentern und Jugendherbergen im Juli 2017 lesen sich eher wie ein Dämpfer für die Erfolgsbranche. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verminderte sich die Zahl der Übernachtungen im Juli 2017 um 2,0 Prozent. Und auch bei den Sommerhausübernachtungen gab es im Juli 2017 ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Juli 2016.

Während man beim Wirtschaftsverband DI vor allem das schlechte Wetter als Ursache des Minus sieht, hält es der Direktor der nordschleswigschen
Touristikorganisation Destination Sønderjylland, Karsten Justesen, für zu früh, um schon Schlüsse über den Verlauf der Urlaubssaison zu ziehen. „In diesem Jahr haben die meisten norddeutschen Bundesländer relativ spät Sommerferien gehabt, auch Nordrhein-Westfalen. Das wirkt sich auch bei der Nachfrage nach Unterkünften aus“, so der Fremdenverkehrsexperte. Er verweist darauf, dass Nordschleswig sehr gute Buchungen bei Ferienhäusern verzeichnen konnte, weshalb das relativ schlechte Wetter sich nicht unbedingt in den Zahlen niederschlage.

Preisbewusste Urlaubsgäste

Zu den ebenfalls gestern von Danmarks Statistik veröffentlichten Zahlen, dass sich die Preise für Sommerhausvermietungen in Dänemark binnen eines Jahres um 4,9 Prozent erhöht haben, meinte Justesen, dass auch das Bedeutung habe, denn viele Urlaubsgäste seien preisbewusst. „Die Touristikanbieter sollten sich bei der Preisgestaltung vernünftig verhalten und Qualität liefern“, so sein Rat. „Dänemark ist im Fremdenverkehr traditionell ein teures Land“, berichtete Justesten, allerdings habe Dänemark auch den Vorteil, dass hier weder Kurtaxe noch Eintrittsgeld beim Strandbesuch erhoben werde. „70 Prozent der Ferienhausmieter sind deutsche Urlauber“, unterstreicht Justesen, diese schauten immer auch nach alternativen Urlaubsangeboten. Er verweist auf die erfolgreichen Bemühungen, in Nordschleswig kulturelle Angebote stärker den Urlaubern zugänglich zu machen. Besonders bei schlechtem Wetter spielten solche Dinge eine Rolle.

Das betont auch Svend Brodersen, der nicht nur Vorsitzender von Destination Sønderjylland ist, sondern als Betreiber des Gutsbetriebes Gramm ein wichtiger Anbieter von Qualitätstourismus in Nordschleswig Hinterland ohne Badestrand ist. „Wir haben großen Zuspruch bei kulturell geprägten Angeboten erlebt“, berichtet er und äußert sich hochzufrieden über ein deutliche Plus bei den Übernachtungen in seinem Betrieb.

Interessant ist bei den Angaben von Danmarks Statistik, dass in ganz Dänemark im Juli 2017 die Zahl der Hotelübernachtungen um 1,0 Prozent zurückgegangen ist. Mit 3,0 Prozent war der Rückgang aber deutlich stärker in der „Boom“-Region Kopenhagen, während es im übrigen Land ein Plus von 1,0 Prozent gab. Es hieß, dass vor allem weniger Gäste aus Norwegen und Schweden in dänische Hotels gekommen waren. Volker Heesch

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