Auswärtiges Amt

Projekte der Minderheit werden gefördert

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Nordschleswig
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Anke Meyer von der deutschen Botschaft in Kopenhagen und BDN-Generalsekretär Uwe Jessen unterschreiben den Fördervertrag im Deutschen Kindergarten Wilsbek. Foto: BDN

Das Auswärtige Amt der Bundes Republik Deutschland fördert drei Projekte in Nordschleswig mit insgesamt 360.000 Kronen.

Kulturelle Sprachförderung, eine Bücherei-App und Filmlizenzen. All das wird in der deutschen Minderheit in Nordschleswig möglich durch eine Förderung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt landen Fördermittel in Höhe von 360.000 Kronen in Nordschleswig.

Anke Meyer von der deutschen Botschaft in Kopenhagen und Uwe Jessen, Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger, haben kürzlich den Vertrag für den Zuschuss unterschrieben. Hinter den Projekten stehen teils die Bücherei der Minderheit und die Kulturarbeit des BDN.

Viele Kinder der deutschen Institutionen in Nordschleswig wachsen in Familien auf, in denen zu Hause nur teilweise oder kaum Deutsch gesprochen wird, heißt es in der Projektbeschreibung zur kulturellen Sprachförderung der Kleinen. Um den jüngsten Kindern eine möglichst positiven Start ins Erlernen der deutschen Sprache zu ermöglichen, wird der BDN in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern die deutsche Sprachvermittlung altersentsprechend durch deutschsprachige Kultur bereichern.

Dazu gehört ein Minnie-Club in den Büchereien für 0- bis-3-Jährige, ein Schulkonzert der FolkBaltica in Apenrade, zwei Kindergartentage auf dem Knivsberg für alle deutschen Kindergärten in Nordschleswig und das Projekt „Theater im Kindergarten 2.0".

Positive Erlebnisse durch deutschsprachige Kultur sind wichtig für die weitere Sprachentwicklung bei den Jüngsten, erklärt der BDN. Solche Erlebnisse begeistern und motivieren und steigern so die Fähigkeit, bei den Kleinsten die deutsche Sprache schneller als andere zu erlernen.

Filmlizenzen und eine App

Der deutsche Büchereiverband für Nordschleswig hat die Finanzierung für zwei Projekte erhalten. So sollen für ein Jahr Lizenzen für deutsche Filme gekauft werden: Lehrer dürfen heute nämlich nicht einfach eine DVD mit einem Film zeigen, sondern müssen über einen Filmpool Filme holen. Dort gibt es aber nur 30 deutsche, zum Teil veraltete Filme.

Das Zeigen deutscher Filme dient in hohem Maße dem Deutschlernen und -vertiefen, macht es spannender und lustiger, spricht auch diejenigen an, die sich in der deutschen Sprache noch nicht zuhause fühlen, heißt es im Antrag der Bücherei, die nun Zugriff auf Filme von 900 Produzenten haben wird – darunter auch von deutschen Filmemachern.

Darüber hinaus erhält die Bücherei in diesem Jahr eine App für Smartphones und Tablets (iOS und Android). Die neue Software der Bücherei umfasst auch einen Onlinekatalog, der sich von Smartphones aus bedienen lässt – allerdings nicht von der jetzigen Bücherei-Webseite aus. Deshalb ergibt es Sinn, so heißt es im Antrag, eine zweisprachige App zu entwickeln, die – das wäre ein guter zusätzlicher Effekt – auch junge Menschen anspricht und weit in die dänische Bevölkerung hineinreichen kann.

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