Ölmühle

Greenpeace protestiert gegen Diesel aus Nahrungsmittel

Greenpeace protestiert gegen Diesel aus Nahrungsmittel

Greenpeace protestiert gegen Diesel aus Nahrungsmittel

dpa
Hamburg (dpa/lno) -
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Greenpeace-Aktivisten hängen ein Banner mit der Aufschrift "Kein Essen in den Tank!" auf. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

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Die Umweltorganisation Greenpeace hat bei der Ölmühle des Konzerns Archer Daniels Midland (ADM) in Hamburg-Wilhelmsburg gegen die Produktion von Biokraftstoffen mit Nahrungsmitteln protestiert. Aktivistinnen und Aktivsten hängten dazu am Mittwoch ein riesiges Plakat mit der Aufschrift «Kein Essen in den Tank!» an ein Silo, «um ein Zeichen zu setzen, dass Lebensmittel auf den Teller gehören und nicht in den Tank», wie Greenpeace-Agrarexperte Matthias Lambrecht sagte.

In der ADM-Ölmühle - eine der größten Deutschlands - würden Raps und Soja zu Biodiesel verarbeitet. «Pflanzenöle sind aber ein wertvolles Nahrungsmittel und sollten nicht Treibstoffen beigemischt werden, sondern sollten als Nahrungsmittel dienen», sagte Lambrecht. Das gelte insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell drohenden Hungerkrise.

«Durch den furchtbaren Krieg in der Ukraine ist damit zu rechnen, dass Exporte von Weizen und auch Öl aus der Ukraine, aus Russland ausfallen», warnte der Greenpeace-Agrarexperte. Aus dieser Region kämen allein 30 Prozent der Weizenexporte. Die Umweltorganisation forderte die Bundesregierung deshalb auf, die Produktion von Diesel aus Ölpflanzen und Getreide zu beenden.

Deutschland müsse da vorangehen, sagte Lambrecht. «Das wäre ein Signal, auch um die Märkte zu beruhigen.» Es würden eine Million Tonnen Öl hergestellt für die Verbrennung als Biodiesel. «Damit könnten zwei Drittel des Speiseölbedarfs in Deutschland gedeckt werden.» Zudem würden in Deutschland zwei Millionen Tonnen Weizen angebaut, die verheizt würden. «Damit ließen sich zwei Milliarden Brote backen.»

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