Eishockey

Galbraith erklärt Rücktritt aus der Nationalmannschaft

Galbraith erklärt Rücktritt aus der Nationalmannschaft

Galbraith erklärt Rücktritt aus der Nationalmannschaft

Woyens/Vojens
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Patrick Galbraith kann auf zehn WM-Teilnahmen zurückblicken. Foto: Karin Riggelsen

Patrick Galbraith macht nach seiner zehnten Weltmeisterschaft in der Nationalmannschaft Schluss.

Patrick Galbraith hat mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Debüt in der dänischen Eishockey-Nationalmannschaft sein letztes Länderspiel gemacht. Der 33-jährige SønderjyskE-Torwart hat nach der Weltmeisterschaft in der Slowakei seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt.

„Es macht mich unglaublich stolz, dass ich in der Lage gewesen bin, in der Nationalmannschaft ein Comeback zu feiern, aber mein Bauchgefühl sagt: Das war’s!“, so Patrick Galbraith zum „Nordschleswiger“: „Ich habe bei der WM mein letztes Länderspiel gemacht. Es ist an der Zeit, durchzuatmen. Ich werde nicht jünger, und die Sommer werden immer kürzer. Mein Klub bekommt jetzt noch höhere Priorität, und ich werde jetzt im Sommer und im Laufe der Saison meinem Körper die erforderlichen Pausen gönnen. Dass jetzt in der Nationalmannschaft Schluss ist, bedeutet aber keineswegs, dass ich ans Aufhören denke. Solche Gedanken habe ich gar nicht.“

Patrick Galbraith nach seinem ersten Länderspiel in Woyens im Dezember 2007. Foto: Karin Riggelsen

Der 33-jährige Woyenser, der bei SønderjyskE noch zwei Jahre unter Vertrag steht, kann auf eine beeindruckende Karriere mit zehn Weltmeisterschafts-Teilnahmen zurückblicken. Damit gehört er in Dänemark zu den Top 15 aller Nationalspieler.

Bei seiner ersten WM-Teilnahme 2006 in Riga und auch bei der WM 2012 in Stockholm kam er als dritter Torwart nicht zum Einsatz, bei den acht übrigen Weltmeisterschaften durfte er aufs Eis.

„Höhepunkte gibt es viele, nicht nur bei Weltmeisterschaften. Mein erstes Länderspiel in Woyens ist noch klar in Erinnerung“, denkt Patrick Galbraith gerne an den Dezembertag 2007 zurück, wo er in der alten Blechscheune in Woyens zum besten Spieler des Spiels gegen Norwegen gekürt wurde. Wenige Monate später waren die Namen klangvoller, als Alexander Ovechkin bei der WM 2008 zu den Torschützen beim russischen 4:1-Sieg gegen die dänische Auswahl mit Galbraith im Tor gehörte.

„Mein erstes WM-Spiel gegen Russland war ganz sicher ein Höhepunkt. Dazu zählen auch der 2:1-Sieg gegen die USA bei der WM 2010 in Köln und das darauf folgende Viertelfinale in Mannheim gegen Schweden (2:4), aber auch die WM-Spiele gegen Kanada sind immer etwas Besonderes gewesen“, so der Torwart.

Die dänische Nationalmannschaft erreichte 2010 erstmals das Viertelfinale einer WM und verlor gegen Schweden nur knapp mit 2:4. Foto: dpa

Mit einem WM-Spiel gegen Kanada schloss sich der Kreis. Der 33-Jährige durfte bei der WM in der Slowakei gegen das Geburtsland seines Vaters noch einmal ran, nachdem er zuvor gegen die USA nach der ersten Drittelpause eingewechselt worden war. Sebastian Dahm war bei der WM erste Wahl, doch für viele kam es überraschend, dass Simon Nielsen den Vorzug vor Patrick Galbraith erhielt, als Dahm eine Pause verordnet bekam. Galbraith will aber nicht darauf eingehen, ob die Enttäuschung darüber auch zum Rücktritt geführt hat.

„Ich freue mich einfach darüber, dass ich noch eine letzte Runde mit den Jungs drehen durfte, mit denen ich so viel erlebt habe. Das war perfekt“, sagt Patrick Galbraith, der auch bittere Stunden mit der Nationalmannschaft erlebt hat. Dazu zählen seine Ausbootung aus dem WM-Kader 2016 durch den damaligen Nationaltrainer Janne Karlsson sowie das Scheitern in den Olympia-Qualifikationsturnieren in Norwegen 2009 und in Woyens 2013.

„Ich möchte aber viel lieber auf das Positive zurückdenken, und davon gab es sehr viel“, meint der SønderjyskE-Torwart.

Patrick Galbraith durfte in seinem letzten Länderspiel noch einmal gegen Kanada ran. Foto: Joe Klamar/Ritzau Scanpix
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