Eishockey

Meister Rungsted erlebte sein hellblaues Wunder

Meister Rungsted erlebte sein hellblaues Wunder

Meister Rungsted erlebte sein hellblaues Wunder

Woyens/Vojens
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Rungsted konnte SønderjyskE nicht aufhalten. Foto: Karin Riggelsen

Die Eishockeyspieler von SønderjyskE pfiffen aus dem letzten Loch, haben aber mit einem unerwarteten Kraftakt den amtierenden dänischen Meister deklassiert. Rungsted Seier Capital wurde nach einer 6:0-Führung mit 6:2 aus der Woyenser Frøs Arena gefegt.

Alles sprach an diesem Abend gegen die Eishockey-Mannschaft von SønderjyskE. Müde Beine nach drei Spielen an drei Tagen, ein Kater nach einer zünftigen Siegesfeier und eine Handvoll Ausfälle von Leistungsträgern, doch die Hellblauen scheinen durch den Triumph beim Continental Cup Flügel bekommen zu haben.

Es läuft einfach im Moment, und man scheint nichts falsch machen zu können. Der amtierende dänische Meister von Rungsted Seier Capital wird sich auf leichte Beute eingestellt haben, erlebte aber sein hellblaues Wunder und wurde von einer dezimierten SønderjyskE-Mannschaft mit 2:6 deklassiert.

„Die Spieler haben Charakter gezeigt. Es wäre einfach, Entschuldigungen rauszuholen, aber sie haben verdammt gut gespielt und wichtige Punkte geholt“, sagte ein hoch zufriedener SønderjyskE-Trainer Mario Simioni zum „Nordschleswiger“: „Überrascht bin ich nicht. Zwei Tage nach dem Halbfinale im Continental Cup haben wir in Frederikshavn großartig gespielt. Wir kommen von diesen Hochgeschwindigkeits-Spielen und haben die Dinge einfach schneller ausgeführt.“

Der Einsatz stimmte bei SønderjyskE, beim Gegner nicht. Foto: Karin Riggelsen

Vorne beeindruckte der Gastgeber mit großer Effektivät, hinten verriegelte Adam Ohre bis zum Schlussdrittel seinen Kasten. Der Schwede, der nur für eine Woche von Timrå IK ausgeliehen wurde, verabschiedete sich mit einer herausragenden Leistung. Erst als Schiedsrichter Jacob Grumsen sich im Schlussdrittel Mühe gab, in den Mittelpunkt zu rücken, musste Ohre sich in Unterzahl geschlagen geben.

Der Continental Cup hatte nicht überraschend Spuren hinterlassen. Neben Patrick Galbraith mussten MacGregor Sharp, Steffen Frank, Christian Silfver, Anders Førster und Josh MacDonald angeschlagen oder verletzt passen. Zudem bekam Nicolaj Henriksen eine Pause auf der Bank. Der 36-jährige René Holm war wegen des Personalmangels im Sturm ein weiteres Mal reaktiviert worden.

„Wir waren dezimiert. Wir haben nur zwei Import-Verteidiger und zwei Import-Stürmer bringen können, aber wir haben mit René Holm und Ronnie Brobak erfahrene Leute hinzugeholt und haben mit vier Sturmreihen spielen können. Und ich habe die Attitüde geliebt, die die Spieler gezeigt haben, die spielen konnten“, so Simioni.

Der Titelverteidiger aus Rungsted hat mit absoluter Sicherheit diesen Gegner auf die leichte Schulter genommen und wurde erst in einer Auszeit nach drei Minuten und 54 Sekunden von Trainer Erik Hjalmarsson wachgerüttelt. Zu diesem Zeitpunkt führte SønderjyskE bereits 2:0.

René Holm wurde reaktiviert. Foto: Karin Riggelsen

Ein Doppelschlag innerhalb von 20 Sekunden durch Martin Eskildsen und Rasmus Lyø bescherte die frühe 2:0-Führung. Nach einer Standpauke erhöhte der Titelverteidiger die Drehzahl, fand aber nur schwer ins Spiel und musste nach zwei Undiszipliniertheiten und zwei Mann weniger auf dem Eis den dritten Gegentreffer einstecken.

Mit der überraschenden Führung im Rücken spielte SønderjyskE mit einer in der laufenden Saison selten gesehenen Leichtigkeit und fand Kraftreserven, die man eigentlich nicht hatte.

Nationaltorhüter Thomas Lillie wurde an alter Wirkungsstätte nach dem 4:0 zu Beginn des Mitteldrittels vom Eis geholt, doch der Wechsel brachte nichts. Ein anderer ehemaliger SønderjyskE-Keeper, Jon Lee-Olsen, war noch kalt und patzte beim fünften Gegentreffer, nur Sekunden nach einer bemerkenswerten Doppelparade von Adam Ohre.

Es lief an diesem Abend einfach alles für die Hellblauen, und die Zuschauer konnten sich ein Lachen nicht mehr verkneifen, als Daniel Madsen zur rechten Zeit von der Strafbank kam und einen Konter ungehindert zum 6:0 abschließen konnte.

Daniel Nielsen strahlte wieder Torgefahr aus. Foto: Karin Riggelsen

Die Gastgeber waren im Schlussdrittel platt, mit den Kräften völlig am Ende, auch weil sie in den letzten 20 Minuten fast ständig in Unterzahl spielten. Rungsted konnte Ergebniskosmetik betreiben, doch Jacob Grumsen konnte mit seiner eigenwilligen Regelauslegung nicht verhindern, dass SønderjyskE mit einem unerwarteten Kraftakt einen bemerkenswerten Erfolg verbuchen konnte.

SønderjyskE holte mit dem Kantersieg drei Punkte, mit denen niemand gerechnet hatte. Es sind aber drei wichtige Zähler im Kampf um eine Top-4-Platzierung.

SønderjyskE - Rungsted Seier Capital (3:0,3:0,0:2) 6:2

1:0 Martin Eskildsen (3:34/Ass.: Mads Lund, Frederik Bjerrum), 2:0 Rasmus Lyø (3:54/Ass.: Daniel Nielsen, Daniel Madsen), 3:0 Daniel Nielsen (13:10/Ass.: Phil Lane, Frederik Bjerrum/5 gegen 3), 4:0 Konsta Mäkinen (22:27/Ass.: Daniel Madsen, Mads Lund/5 gegen 4), 5:0 Daniel Kønig Hansen (25:16/Ass.: Daniel Madsen, Daniel Nielsen), 6:0 Daniel Madsen (29:18/Ass.: Mike Little, Rasmus Lyø), 6:1 T.J. Moore (42:43/5 gegen 3), 6:2 Shane Hanna (46:14/5 gegen 4).

Zeitstrafen: SE 9x2 – Rungsted 1x10 und 4x2 Minuten. Schiedsrichter: Jacob Grumsen/Vernon Hofferd. Zuschauer: 2.358.

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