Eishockey

SønderjyskE erzwingt mit großer Cleverness einen Matchball

SønderjyskE erzwingt mit großer Cleverness einen Matchball

SønderjyskE erzwingt mit großer Cleverness einen Matchball

Gentofte
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Derek Damon erzielte das frühe Führungstor. Foto: Karin Riggelsen

Die Eishockeyspieler von SønderjyskE haben mit dem Rücken zur Wand die Play-In-Serie gegen die Gentofte Stars gedreht. 24 Stunden nach dem glücklichen 4:3 nach Verlängerung wurde das zweite Aufeinandertreffen beim dänischen Vizemeister mit 5:1 gewonnen.

Totgesagte leben eben doch länger. Die Eishockeyspieler von SønderjyskE standen schon am Rande eines desaströsen Scheiterns, bevor die Playoffs überhaupt begonnen haben. Die Hellblauen haben jedoch mit einer taktisch disziplinierten Leistung auch das zweite Spiel im Play-In für sich entscheiden und sich mit dem 5:1-Sieg bei den Gentofte Stars einen Matchball erzwungen, wenn es am Montag ab 19 Uhr in der Woyenser SE Arena mit einer 2:1-Führung in der Serie zum nächsten Aufeinandertreffen kommt.

Vom Rahmen her hätten die Gegensätze zum ersten Aufeinandertreffen nicht größer sein können. Von der modernen Arena in Woyens war es eine Reise zurück in die Vergangenheit, in die nicht mehr zeitgemäße Gentofte Skøjtehal, wo schon einmal die Playoff-Träume der Eishockey-Mannschaft aus Woyens endeten. 1998 hatte das unerwartete Viertelfinal-Aus von Vojens IK gegen IC Gentofte zur ersten von zwei Zahlungsunfähigheiten (die zweite folgte 2003) geführt. Und hätten die rund 150 mitgereisten SønderjyskE-Fans unter den 817 Zuschauern nicht die Stimmung gemacht, wäre es eine Atmosphäre wie beim Curling gewesen.

Derek Damon bestrafte gleich in der dritten Minute eine umstrittene Hinausstellung eines Gentofte-Verteidigers mit einem Abstaubertor zum 0:1. Es sollte bei weitem nicht die letzte Zeitstrafe in einem hektischen Spiel voller Intensität und auch mit bösem Blut. Immer wieder gerieten die Spieler aneinander und ließen die Fäuste sprechen. Es waren nicht einmal fünf Minuten des zweiten Drittels gespielt, da hatte es schon 17 Zwei-Minuten-Strafen gegeben, zehn davon für die Gastgeber.

SønderjyskE hatte für anderthalb Minuten bei fünf gegen drei die große Chance zum zweiten Treffer, doch Torwart Seppänen verhinderte dies mit einer Glanzparade gegen Anders Førster. Spätestens hier merkten die Hellblauen, dass man schon eine Aktion der Extraklasse aus dem Hut zaubern musste, um den finnischen Schlussmann zu überwinden. Eine solche hatte Søren Dau im Ärmel. Sehenswert waren sein Antritt, sein Dribbling und sein Abschluss ins obere, kurze Eck.

Thomas Spelling machte im Schlussdrittel den Sack zu, als er einen gegnerischen Fehler eiskalt bestrafte. Ville Järveläinen verkürzte kurz darauf zwar noch einmal, doch es war nicht der Abend der vielen kleinen, wieselflinken Finnen, die 24 Stunden zuvor SønderjyskE noch so große Probleme bereitet hatten. Die Hellblauen ließen die Finnen nicht zur Entfaltung kommen, obwohl sie fast untwegt auf dem Eis standen. Die Frage ist, ob sie die Frische haben, um den 1:2-Rückstand am Montagabend zu egalisieren. Viele Gentofte-Spieler wirkten aber übermotiviert, spielten dreckig und ließen ihren Frust freien Lauf – die SønderjyskE-Spieler hielten sich aber auch nicht zurück und zahlten mächtig zurück. Das kann noch lustig werden.

Gentofte Stars - SønderjyskE (0:1,0:1,1:3) 1:5

0:1 Derek Damon (2:15/Ass.: Thomas Spelling, Jace Coyle/5 gegen 4), 0:2 Søren Dau (35:11/Ass.: Anders Førster), 0:3 Thomas Spelling (46:51), 1:3 Ville Järveläinen (47:23/5 gegen 4), 1:4 Mads Lund (50:28/Ass.: Martin Eskildsen, Steffen Frank), 1:5 Patrick Dwyer (58:11).

Spieldauer Disziplinarstrafen: Nikolaj Zorko (Gentofte/58.) – Kyle Wharton (SE/58.)

Zeitstrafen: Gentofte 1x10, 1x5 und 17x2 – SE 1x10, 1x5 und 14x2 Minuten. Schiedsrichter: Martin Theiltoft Christensen/Jonas Reimer. Zuschauer: 817.

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