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Haysen ohne Planungssicherheit

Haysen ohne Planungssicherheit

Haysen ohne Planungssicherheit

Hadersleben/Haderslev
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SønderjyskE-Direktor Klaus Rasmussen und Sportchef Hans Jørgen Haysen. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Viele offene Fragen gibt es für den SønderjyskE-Sportchef mit Blick auf die nächste Saison. Der Etat wird vermutlich kleiner werden als in der laufenden Spielzeit.

Die SønderjyskE-Fußballer haben mit der 0:2-Niederlage gegen OB einen Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen müssen und werden noch bis Mitte Juli um den Klassenerhalt in der Superliga bangen müssen. Die Planungen für die kommende Saison gestalten sich allerdings nicht nur durch die Ungewissheit in Sachen Liga-Zugehörigkeit schwierig.

„Selbstverständlich versuchen wir, alles so gut wie möglich zu planen. Wir haben schon viele Gespräche geführt, und es ist durchaus eine Möglichkeit, dass das Ergebnis dieser Gespräche später vollzogen wird, aber die ungeklärte Abstiegsfrage und auch die Nachwirkungen der Corona-Krise machen es schwer, für die kommende Saison zu planen“, sagt SønderjyskE-Sportchef Hans Jørgen Haysen im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Acht Spielerverträge laufen zum Saisonende aus. Bei mindestens der Hälfte deutet sich ein Abschied an, aber im Prinzip ist es ist weiter offen, ob Johan Absalonsen, Sebastian Mielitz, Eggert Jonsson, Joao Pereira und Nicholas Marfelt sowie die Leihgaben Emil Frederiksen, Artem Dovbyk und Theofanis Mavrommatis nach der Sommerpause weiter in hellblau spielen werden.

„Es ist mit den Spielern so abgesprochen, dass erst etwas passiert, wenn wir wissen, in welcher Liga wir nach der Sommerpause spielen. Selbstverständlich laufen wir Gefahr, dass sich die Spieler anderweitig orientieren, aber das hätte auch am 2. Januar der Fall sein können. Ich denke, dass wir einen loyalen Kader haben, und ich verspüre nicht, dass die Spieler ihren Fokus anderswo haben“, so Haysen.

SønderjyskE besitzt in dem Leihvertrag mit dem SC Heerenveen eine Kaufoption für Emil Frederiksen. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Der Sportchef hat für die laufende Saison den teuersten SønderjyskE-Kader aller Zeiten zusammengestellt. 30 Millionen Kronen gibt SønderjyskE nach Informationen des „Nordschleswigers“ in der laufenden Saison für seinen Kader aus, doch alles deutet darauf hin, dass der Etat von SønderjyskE fallen wird. Die Fernsehgelder in der Superliga werden in der nächsten Saison durch die Liga-Reduzierung wachsen, doch nach einem Jahr mit einem deftigen Minus und weit niedrigeren Fernsehgeldern als erwartet, muss der Gürtel höchstwahrscheinlich enger geschnallt werden.

„Es ist durchaus möglich, dass der Etat kleiner werden wird, aber das werden wir sehen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir davon betroffen werden, aber ob das jetzt zwei, drei, vier oder mehr Prozent sind, die wir einsparen müssen, kann ich nicht sagen. Wir sind davon abhängig, wie es in anderen Branchen läuft und wie unsere Zusammenarbeitspartner durch die Corona-Krise kommen“, meint Hans Jørgen Haysen: „Ich freue mich aber über die unglaubliche Unterstützung und Donationen in Millionenhöhe, die wir erfahren haben. Das färbt auf die Hoffnung und den Glauben ab, dass auf uns eine gute Zukunft wartet.“

Der Rückschlag in Odense hat seine Hoffnung nicht geschwächt, dass SønderjyskE ohne den Umweg über die Abstiegs-Playoffs den Klassenerhalt in der Superliga schaffen kann.

„Wir sind irritiert und genervt, dass wir in Odense verloren haben, aber der Punktabstand zum nächsten Konkurrenten ist weiterhin kleiner als vor Beginn der Abstiegsrunde. Wir sind zwei Punkte näher an Lyngby herangekommen“, sagt der Sportchef: „Wir dürfen uns nur für ein paar Stunden freuen oder traurig sein, bevor wir unser Fokus auf die nächste Aufgabe richten. Jetzt müssen wir in Silkeborg den Eifer zeigen, die Niederlage von Odense revanchieren zu wollen.“

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