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Pokalsieg als krönender Abschluss?

Pokalsieg als krönender Abschluss?

Pokalsieg als krönender Abschluss?

Hadersleben/Haderslev
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Johan Absalonsen will im Spätherbst seiner Karriere noch einmal Pokalsieger werden. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Die Karriere von Johan Absalonsen neigt sich dem Ende entgegen. Der 34-Jährige hat sich noch nicht entschieden, ob in wenigen Wochen Schluss ist oder ob er noch ein Jahr dranhängt. Das Pokalfinale ist ein weiterer Höhepunkt im Spätherbst seiner Laufbahn.

„Es wäre merkwürdig, wenn mich dieser Gedanke nicht gestreift hätte. Ein Pokalsieg wäre ein fantastischer Abschluss meiner Karriere, aber ich habe noch nicht entschieden, ob nach dieser Saison Schluss sein wird. Und ich bin auch nicht der Einzige, der das entscheiden kann. Auf der anderen Seite könnte es auch ein fantastischer Sommer mit Pokalsieg, Klassenerhalt und reizvollen Aufgaben in Europa werden“, sagt Johan Absalonsen zum „Nordschleswiger“ auf die Frage nach dem zum Saisonende auslaufenden Vertrag.

Der SønderjyskE-Kapitän hat die Entscheidung über sein Karriereende vertagt. Zu viel steht in diesen Wochen auf dem Spiel für den Verein, der ihm ans Herz gewachsen und nicht nur ein Arbeitgeber ist. Der 34-jährige Odenseer hat in den vergangenen Jahren mehrmals gesagt, dass er sich nicht vorstellen könne, für einen anderen dänischen Klub zu spielen, obwohl SønderjyskE als Sprungbrett gedacht war, als er im August 2012 anheuerte.

Anders K. Jacobsen, Glen Riddersholm, Johan Absalonsen und das Objekt der Begierde. Foto: John Randeris/Ritzau Scanpix

„Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht damit gerechnet hatte, dass ich so lange bleiben und dass ich mit SønderjyskE eine Silbermedaille und ein Pokalfinale erleben würde“, so Absalonsen, der 2009 sein Debüt in der dänischen Fußball-Nationalmannschaft gegeben hatte: „Ich hatte zuvor eine gute Zeit bei OB, aber eine weniger gute Zeit beim FCK und wollte bei SønderjyskE meine Karriere wieder ins Rollen bringen und danach wieder losziehen. Ich muss erkennen, dass mein Niveau dafür nicht gereicht hat, aber es hat sich auch herausgestellt, dass SønderjyskE für mich ein guter Landeplatz wurde.“

Bis auf einen einjährigen Abstecher nach Australien ist er den Hellblauen treu geblieben, und seine Entscheidung hat er keineswegs bereut.

„Ich war damals 26 und hatte ein Alter erreicht, wo ich Spaß dran fand, etwas aufzubauen anstatt ständig dem nächsten, großen Wechsel hinterherzujagen. Und es ist mir zehnfach zurückbezahlt worden. Ich habe mit SønderjyskE mehr erreicht, als ich zu träumen gewagt hatte. Wir haben Silber gewonnen, haben an die Tür zur Gruppenphase der Europa League geklopft und stehen jetzt in einem Pokalfinale“, sagt der Kapitän: „SønderjyskE passt von den Werten her sehr gut zu mir. Da ist viel Demut vorhanden, und auch ein familiärer Zugang. Obwohl vieles professionalisiert worden ist, sind Zusammenhalt, Kameradschaft und Nähe noch allgegenwärtig. Und von oben haben wir nie diesen unnötigen Druck gespürt, den man anderswo sieht.“

Johan Absalonsen wurde 2007 mit OB Pokalsieger, verpasste aber zwei weitere Finalteilnahmen. 2005 wurde er als Brøndby-Spieler eine Stunde vor Spielbeginn aus dem Kader gestrichen, weil Ruben Bagger den Vorzug erhielt, während er 2012 als Leihspieler in Horsens verletzt war. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Es fehlt aber noch ein Titel mit SønderjyskE. Wie es geht, weiß er. 2007 wurde er mit OB dänischer Pokalsieger und wurde zum Pokalfighter gekürt.

„Wir müssen den Mut haben, die Handbremse zu lösen. Wir müssen uns trauen, unsere Chance zu suchen“, lautet das Rezept von Johan Absalonsen: „Wir gehen als Außenseiter ins Finale. Die meisten gehen davon aus, dass AaB gewinnt. Wir müssen ohne Ball unglaublich diszipliniert spielen, um dann in Ballbesitz die Handbremse zu lösen, dann haben wir auch eine gute Siegchance. Wir müssen Vollgas geben, aber auch die richtige Anspannung finden und mit einer gewissen Gelassenheit in dieses Finale gehen. Das Schlimmste wäre jedoch, nachher mit dem Gefühl in der Umkleidekabine zu sitzen, dass man mehr hätte tun können.“

Johan Absalonsen steht mit 34 Superliga-Treffern für SønderjyskE an der Spitze der ewigen Torjägerliste des Klubs. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Der Kapitän findet es schade, dass das Pokalfinale nicht in einem vollen Stadion ausgetragen werden kann.

„Für einen alten Knacker wie mich findet ein echtes Pokalfinale im Parken statt. Ein Festtag mit +20.000 Zuschauern. Das wird diesmal sicherlich ein ganz anderes Erlebnis, aber wir werden auch in Esbjerg das Gefühl haben, in einem Finale zu stehen, wo jede Menge auf dem Spiel steht: ein Titel und Europa“, freut sich Johan Absalonsen.

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