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Verkehrte Welt in Hadersleben

Verkehrte Welt in Hadersleben

Verkehrte Welt in Hadersleben

Hadersleben/Haderslev
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Stefan Gartenmann ist davon überzeugt, dass SønderjyskE in der Liga überall punkten kann. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Die Spitzenmannschaft SønderjyskE sieht sich gegen Kellerkind FCK nicht in der Favoritenrolle.

40-mal standen sich SønderjyskE und der FC København in der Superliga-Geschichte gegenüber. 30 Siege, 9 Unentschieden und 1 Niederlage lautet die Bilanz aus Sicht des dänischen Rekordmeisters. Die Favoritenrolle ist also klar vergeben, wenn am Sonntag ab 16 Uhr in Haderslebener Sydbank Park wie schon so oft in der Vergangenheit eine Spitzenmannschaft auf ein Kellerkind trifft. Oder ist sie?

Diesmal sind es die Hellblauen, die als Spitzenmannschaft ins Spiel gehen, und der Rekordmeister als Kellerkind, das nach einem völlig verkorksten Saisonstart mit nur zehn Punkten aus den ersten neun Spielen auf dem drittletzten Tabellenplatz steht.

„Obwohl SønderjyskE in der Tabelle oben und der FCK unten steht, sind wir weiterhin in fast allen anderen Parametern hinter dem FCK. Es ist nicht zu erwarten, dass wir jetzt einfach den FCK dominieren werden, nur weil wir in der Tabelle vor dem FCK stehen. Das ist immer noch eine wahnsinnig gute Mannschaft, die wieder auf einige wichtige Spieler zurückgreifen kann. Das wird eine extrem schwierige Aufgabe gegen einen Gegner, der nach der Niederlage gegen Randers etwas zu beweisen hat“, sagt Stefan Gartenmann zum „Nordschleswiger“.

Stefan Gartenmann erzwang gegen OB den Ausgleich in der Nachspielzeit, Foto: Frank Cilius/Ritzau Scanpix

Der 23-jährige Abwehrchef, der im Sommer 2017 vom SC Heerenveen zu SønderjyskE kam, ist der einzige Spieler aus dem aktuellen SønderjyskE-Kader, der vor fast exakt drei Jahren den bislang einzigen Sieg gegen den FCK feiern konnte. Am 19. November 2017 wurde der FCK in Hadersleben mit 3:0 bezwungen.

„Es ist gut zu wissen, dass es geht“, so Gartenmann, der aber eher aus den Ergebnissen des vergangenen Jahres das Selbstvertrauen tankt.

SønderjyskE ist seit sechs Spielen in der Superliga ungeschlagen, im eigenen Stadion sogar seit mehr als einem Jahr ohne Niederlage. Da hat sich beim amtierenden Pokalsieger ein klein wenig das Gefühl der Unüberwindbarkeit eingeschlichen.

„Ein Gefühl der Unüberwindbarkeit ist zuviel gesagt, ab wir haben extrem viel Selbstvertrauen. So viel wie fast noch nie in meiner Zeit bei SønderjyskE. Wir haben überall Qualität, und es läuft einfach. Wir haben das Gefühl, dass wir überall punkten können“, sagt Stefan Gartenmann, der aber weiter Luft nach oben sieht: „Wir können durchaus besser spielen, schöner zumindest. Wir sind aber bewusster geworden, wo unsere Stärken und Schwächen liegen, und nutzen dies auch. Wir wissen, wo unsere Grenzen liegen. Als Beispiel kann ich die zweite Halbzeit gegen AaB nennen, wo die Umstände nur wenige Tage nach dem Europa-League-Spiel in Plzen nicht dazu einluden, auf Angriff zu spielen. Wir haben akzeptiert, dass es 1:1 stand und dass unser Spiel nicht rund lief, uns ein wenig weiter zurückgezogen und auf Konter gespielt. Das hat uns am Ende den 3:1-Sieg eingebracht.“

Der 23-Jährige ist auch gegen den FCK davon überzeugt, dass SønderjyskE punkten kann, auch weil sich das Lazarett bei den Hellblauen langsam wieder lichtet. Glen Riddersholm kann wieder auf Mads Albæk und Haji Wright zurückgreifen. Beide sind nach ihren Verletzungspausen sicherlich nicht für einen Einsatz über 90 Minuten bereit, aber für einen Einsatz von kürzerer Dauer.

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Kerrin Jens
Kerrin Jens Hauptredaktion
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