Handball

Meister und noch nicht am Ende

Timo Fleth
Timo Fleth Volontär
Kopenhagen
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Die Jahre in Deutschland haben Annika Meyer als Person reifen lassen. Foto: Carsten Bundgaard/Ritzau Scanpix

Die aus Hadersleben stammende Handballerin Annika Meyer hat auch nach der Meisterschaft mit København Håndbold noch große Ziele.

Eine bis hierher bereits anspruchsvolle Reise hat ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden. Die aus der deutschen Minderheit in Hadersleben stammende Handballerin Annika Meyer hat in ihrem ersten Jahr bei København Håndbold den Meister-Pokal in die Höhe stemmen dürfen. Dabei hat die Reise der 23-Jährigen bei den SønderjyskE-Handballerinnen an Fahrt aufgenommen. Über Odense und den Stationen Oldenburg und Buxtehude in Deutschland hat der Weg zurück nach Dänemark und København Håndbold geführt. Mit Erfolg, wie ein Blick auf die Feierlichkeiten der vergangenen Tage gezeigt hat.

„Durch die zeitnahe Abreise der Nationalspielerinnen und dem Sonntagabend geschuldet, ist die ganz große Sause zwar noch ausgeblieben, aber wir haben doch schon einen guten Abschluss gefunden. Die Feier in der Halle war schon sensationell, und auch der Empfang im Restaurant von einem unserer Sponsoren hat ein gutes Gefühl hinterlassen“, so Meyer.

Doch wer denkt, dass die 24-Jährige mit dem Titel bereits alle Ziele mit der Mannschaft erreicht hat, der sieht sich in der ehrgeizigen Meyer getäuscht.

„Das war der erste Schritt. Wir und ich haben noch einiges an Luft nach oben. Die Champions League wartet, und auch die Aufgabe, den Titel zu verteidigen, ist keine einfache. Wir werden jetzt ganz sicher nicht aufhören, der Hunger nach Erfolg ist erhalten geblieben“, so die 24-Jährige. Dabei hat die Kreisläuferin nach ihrem Wechsel zurück nach Dänemark noch ein ordentliches Pensum zu bewältigen gehabt.

Immerhin standen noch die Examen zum Abschluss ihrer Physiotherapie-Ausbildung in Deutschland an. Gepaart mit recht viel Spielzeit am Kreis in einer neuen Mannschaft, war die Belastung sehr hoch. Doch für Meyer hat das kein echtes Problem dargestellt.

„Das war der erste Schritt. Wir werden jetzt ganz sicher nicht aufhören, der Hunger nach Erfolg ist erhalten geblieben.“

Annika Meyer/København Håndbold

„Ich musste zu Beginn noch pendeln, da sind einige Kilometer zusammengekommen. Aber da die anderen beiden Kreisläuferinnen zu Beginn noch verletzt waren, habe ich eine Menge gespielt. Das hat nach der Rückkehr der Verletzten etwas abgenommen“, so Meyer, die durch ihre Jahre in Deutschland aber gefestigt genug gewesen ist, um nicht einzubrechen.

„Ich habe in Deutschland viel erlebt und musste so früh auf eigenen Beinen stehen. Für die Persönlichkeitsentwicklung war das enorm gut. Sportlich hat die dänische Liga aber mehr Qualität. Der Wechsel nach Kopenhagen war nicht nur wegen der tollen Stadt gut für mich“, so die 24-Jährige mit einem Lächeln.

An sportlichen Zielen mangelt es der gebürtigen Nordschleswigerin ebenfalls nicht.

„Ich möchte mit København Håndbold nicht einfach eine Eintagsfliege im internationalen Geschäft sein. Außerdem wünsche ich mir, verletzungsfrei zu bleiben und noch mehr Spielzeit am Kreis zu erkämpfen. Der Traum ist natürlich, die beste Kreisläuferin zu werden“, so Annika Meyer, die auch den Traum, für Dänemark in der A-Nationalmannschaft irgendwann mal auflaufen zu können, nicht zu den Akten gelegt hat.

Annika Meyer hat auch in den Final-Spielen um die dänische Meisterschaft ihre Frau gestanden. Foto: Carsten Bundgaard/Ritzau Scanpix

„Die Zeit in der Jugend-Nationalmannschaft war schön, und bei einer Einladung für die A-Nationalmannschaft würde ich gewiss nicht ablehnen. Erst mal muss ich aber weiter wachsen und mich entwickeln“, so Annika Meyer.

Die 24-Jährige hat mit 48 Toren und einer starken 75-Prozent-Quote in 33 Spielen einen absolut gelungenen Einstand in ihrem ersten Jahr bei København Håndbold gehabt. Wenn die Etablierung und Entwicklung in der dänischen Liga abgeschlossen ist, dürfte auch dieser Traum irgendwann in Erfüllung gehen.

Den Kopf hat die aus Hadersleben stammende Annika Meyer dafür in jedem Fall.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur