Wrestling in Grödersby

Beim Baltic Championship Wrestling geht's zur Sache

Beim Baltic Championship Wrestling geht's zur Sache

Beim Baltic Championship Wrestling geht's zur Sache

SHZ
Grödersby
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Starke Truppe: Die Mitglieder des Baltic Championship Wrestling-Vereins wünschen sich weitere Mitstreiter. Foto: BCW/shz.de

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Der Verein wächst, hat inzwischen eine eigene Wrestling-Halle in Grödersby und hofft auf weitere Mitglieder.

„Staubsaugen muss schon sein, jedes Mal bevor wir trainieren“, sagt Carina Chylewski beiläufig, als Wrestler Nico Schnoor den Staubsauger sorgfältig durch den Ring manövriert. Sauberkeit ist wichtig, auch bei einem imposanten und brutal wirkendem Kontaktsport wie Wrestling. Chris Tyson, Vorsitzender des Vereins Baltic Championship Wrestling, ist seit 2009 in diesem Sport aktiv und hat dieses Jahr den Bau am Wrestling-Schuppen in Grödersby zusammen mit seinen Wrestling-Jungs beendet. Alle Mitglieder hatten angepackt und den ehemaligen Treckerschuppen standesgemäß ausgebaut – mit Isolierung und Strom – um ihren Lieblingssport gebührend ausüben zu können. Neben dem eindrucksvollen Ring ist auch eine Ecke mit Kraftsportgeräten im Trainingsraum integriert.


Baltic Championship Wrestling wurde 2013 gegründet und trainiert in der Pestalozzi-Schule in Eckernförde und nun parallel im neuen Wrestling-Ring in Grödersby. „Die meisten unserer Trainer haben Seminare besucht und sind bereits in ganz Deutschland sowie Dänemark und Polen aufgetreten“, sagt Tyson. „Es gibt in diesem Sinne keine Trainerlizenz für den Wrestling-Sport. Zu diesem Zeitpunkt ist es eher ein Randgruppen-Hobby, das aber zunehmend an Interesse gewinnt.“


Beeindruckend sieht es auf jeden Fall aus, wenn die Sportlerinnen und Sportler sich gegenseitig anbrüllen und imposant auf die Matte schmeißen oder schmeißen lassen. Ganz nach dem Vorbild größerer Organisationen oder „Promotions“, wie sie im Wrestling genannt werden, hat jeder Sportler in Grödersby einen Charakter, den er im Ring verkörpert. Chris Tyson mimt mit seinem Charakter den Wahnsinn und setzt vor allem darauf, besonders irre zu wirken. Außerhalb des Ringes ist Tyson übrigens das genaue Gegenteil.

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Dabei wird beim Wrestling nicht wie beim Boxen oder anderen Kampfsportarten nur mit der Faust zugehauen. Es wird vor allem mit der flachen Hand lautstark auf den Körper des Gegners geschlagen, und er wird mit Tritten und oder kunstvollen Würfen zu Fall gebracht – spektakulär und gefährlich soll es für den Zuschauer wirken. Auch ein auf dem Boden liegender Wrestler kann dabei noch attackiert werden.


„Im Wrestling geht es vor allem darum, den Zuschauern gutes Entertainment zu bieten“, sagt Tyson. „Dabei muss vor allem darauf geachtet werden, dass es möglichst brutal aussieht, sich die Wrestlerinnen oder Wrestler dabei aber nicht gegenseitig verletzen.“ Natürlich muss da auch die Absprache stimmen und der einzelne Wrestler sich und der Leistung des anderen vertrauen können. „Wird es zu doll, gibt es natürlich auch im Wrestling besondere Key-Words. Bei Aufgabe wird dreimal auf die Matte gehauen oder die Ringrichter beenden den Kampf,“ betont Tyson.


„Klar sieht es gefährlich aus, wenn wir uns gegenseitig durch den Ring schmeißen“, gibt Ben Oak zu. „Jedoch haben wir alle gelernt, wie wir ordentlich fallen und uns abrollen. Das Verletzungsrisiko beim Fußball ist tatsächlich höher.“ Körperliche Fitness ist auch ein Muss. Je mehr Muskelmasse Wrestler besitzen, desto besser sind Knochen und Sehnen geschützt, wenn er oder sie durch den Ring geschmissen werden. Bei Wettkämpfen werden Athletinnen und Athleten nach ihrer sportlichen Leistung, der Entwicklung ihres Charakters und ihrer Ausstrahlung für die einzelnen Titel eingesetzt und müssen in einem finalen Kampf vor Publikum dieses Allround-Talent beweisen, um sich den Titeln würdig zu erweisen.

Durchstarten nach der Pandemie

Während der Corona-Pandemie hat der Verein vor allem Videos für den eigenen Youtube-Kanal gedreht. Aber am 6. November soll mit einem abendfüllenden Event in Carls Event Location in Eckernförde wieder durchgestartet werden. Mehr Informationen werden zeitnah auf der Internetseite des Vereins zu finden sein. „Wir wollen nicht nur Zuschauer unterhalten, wir wollen auch Interessierte und Neulinge dazu gewinnen“, sagt Tyson.


„Wir trainieren mit Anfängerinnen und Anfängern jeden Sonnabend von 18 bis 21 Uhr in der Sporthalle der Pestalozzi-Schule in Eckernförde. Die ersten beiden Besuche sind kostenlos, danach bekommt man einen Mitgliedsantrag ausgehändigt. Mitglieder haben nach Absprache flexiblen Zugang zum Wrestling-Schuppen in Grödersby“, erklärt er weiter. Kinder ab 14 Jahren sind mit Einwilligung der Eltern willkommen. Vor dem ersten Besuch eines Trainings sollte man sich auf der Internetseite oder den bekannten Social-Media-Plattformen des Vereins anmelden und bekommt dann zeitnah eine Rückmeldung.

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Leitartikel

Kerrin Jens
Kerrin Jens Hauptredaktion
„Leute von Nordgaard“