Motor

Wer sein Auto liebt – der poliert

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
So schön perlt der Regen auf poliertem und versiegeltem Lack. Foto: Tuomas Nylund/Unsplash

Die Lackpflege per Hand ist einmalig zeitintensiv, hat jedoch Langzeitwirkung.

Der Winter lässt uns und unsere Fahrzeuge langsam aus seinen kalten, schmutzigen Händen. Dabei hinterlässt er auf dem Lack oftmals unschöne Erinnerungen: Reste von Streusalz, Straßendreck und manchmal sogar Kratzer von kleinen Karambolagen. Eine Fahrt durch die Waschanlage beseitigt zwar einen Teil der Winterhinterlassenschaften, doch wer dem Autolack etwas Gutes tun möchte, poliert – und zwar per Hand.

Das kostet Zeit und Kraft, doch der Aufwand lohnt sich, denn die Handpolitur hält bis zu einem halben Jahr, und das Auto sieht danach aus, als käme es just aus dem Schaufenster des Händlers. Bei Regen perlt das Wasser ganz wunderbar von der versiegelten Oberfläche ab und hinterlässt deshalb beim Trocknen keine Ränder. Neuer Schmutz hat so kaum eine Chance, sich auf dem Lack festzusetzen. Das Auto bleibt länger sauber, muss nicht mehr so häufig gewaschen werden.

Doch wie geht das?

„Bei neueren Fahrzeugen reicht es meist, den Wagen zu waschen und dann mit einem Spezialwachs zu polieren. Ältere Lacke benötigen hingegen etwas mehr Aufmerksamkeit“, erklärt Hans Ove Hansen, Miteigentümer von S. N. Kjær, einem Fachgeschäft für Auto- und Bootszubehör in Apenrade.

Vorsicht beim Polieren

Bei älteren Lacken sollte nach der Wagenwäsche eine Politur verwendet werden, die auch kleinste Schmutzpartikel vom Lack entfernt. Dabei werden auch kleine Kratzer geebnet, wie sie zum Beispiel entstehen, wenn Fingernägel über den Lack schaben. Das passiert unter anderem, wenn nach dem Türgriff gegriffen wird. Im Fachhandel gibt es das notwendige Zubehör für die Autopolitur. Benötigt werden neben Politur und Wachs ein Polierschwamm, Polierwatte und ein Mikrofasertuch. Die Wagenwäsche sollte übrigens nicht in der Waschanlage erfolgen, da dort Zusätze auf den Lack gebracht werden. Hansen empfiehlt die Wäsche zu Hause, mit Wasser und einem einfachen Autoshampoo.

Im ersten Arbeitsschritt (bei älteren Fahrzeugen) wird die Politur auf einer kleinen Fläche mit Polierschwamm oder -watte in kreisender Bewegung verteilt. Wichtig: die Politur nicht direkt auf dem Lack auftragen und darauf achten, die Politur nicht in der Sonne vorzunehmen. Garage oder Carport sind die besten Plätze. Ist die Politur aufgetragen, bildet sich bei den meisten Produkten ein weißer Schleier. Nun ist es Zeit, diesen Politurrest mit dem Mikrofasertuch abzutragen.

Polieren in Abschnitten

Ein guter Rat sei es, so Fachmann Hansen, das Auto Teil für Teil zu polieren. So ist es beispielsweise möglich, beim rechten Kotflügel anzufangen und sich dann einmal rundherum vorzuarbeiten und mit dem linken Kotflügel abzuschließen, um zum Schluss das Dach zu bearbeiten.

Ist dieser Vorgang abgeschlossen, folgt die Versiegelung des Lacks. Solche Versiegelungen gibt es auch in Wagenfarbe. Das bietet sich an, wenn kleine Kratzer ausgebessert werden, denn mit der Farbversiegelung werden die Unebenheiten ausgefüllt. Auch beim Versiegeln gilt: auftragen mit Schwamm oder Watte. Kleine Flächen bearbeiten, sodass das Wachs nicht eintrocknet. Das gibt sonst sogenannte Hologramme, was im Sonnenlicht nicht schön aussieht. Manche Wachsversieglungen müssen nach dem Aufbringen nochmals mit einem sauberen Polierschwamm oder – das bevorzugen Profis – mit Polierwatte nachbearbeitet werden.

Wer sich die Arbeit gemacht, kann sich über ein „neues“ Auto freuen – und die Freude hält über Monate an. Es gibt zwar günstige Poliermaschinen im Handel, doch für Polieranfänger ist das Polieren mit Hand die bessere Alternative, so Hans Ove Hansen. „So kann das Poliermittel mit der richtigen Dosis Kraft aufgetragen werden“, sagt er.

Mehr lesen