Natur

Erlebbare Einzigartigkeit im Nationalpark Wattenmeer

Erlebbare Einzigartigkeit im Nationalpark Wattenmeer

Erlebbare Einzigartigkeit im Nationalpark Wattenmeer

Tondern/Tønder
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Noch mehr Menschen sollen sich mit den Besonderheiten des Nationalparks Wattenmeer anfreunden. Foto: Redstar

Mit einem Projekt zu 21,7 Millionen Kronen sollen die Naturwerte den Besuchern in Dänemarks größtem Nationalpark nähergebracht werden. Das Wattenmeer soll verstärkt erlebt und erforscht werden.

Der dänische Nationalpark Wattenmeer wurde im Oktober 2010 eingeweiht. Zehn Jahre später wird im 1.459 Quadratkilometer großen Park, der sich von Legan an der Grenze im Süden bis Varde und Oksbøl im Norden erstreckt, ein großes Vermittlungsprojekt angeschoben.

Damit sollen die Naturwerte besser an den Mann beziehungsweise die Frau und das Kind gebracht werden. Das Wattenmeer steht zwar auf der Unesco-Weltnaturerbe-Liste, die Einzigartigkeit kann für den Besucher aber schwer erfassbar sein, wenn er über das Watt blickt, wo die Gezeiten ihre Spuren hinterlassen.

Eine dynamische Landschaft

So lässt sich nicht erahnen, dass sich im matschigen Boden ein biologisches Kraftwerk verbirgt, wo die Produktion von Biomasse größer ist als in einem tropischen Regenwald. Zudem sei auch nicht erkennbar, dass die Biodiversität weltweit vom Wattenmeer abhängig sei, wie aus einer Pressemitteilung des Nationalparks hervorgeht. Die unmittelbar monoton anmutende Landschaft gehöre zu den dynamischsten auf der Welt.

Mit einem Projekt zu knapp 22 Millionen Kronen soll das Wattenmeer erklärt, gespürt und erforscht werden, damit die einzigartigen Naturwerte erkannt und geschätzt werden können. Dazu sollen etwa 30 Portale, „Empfangsstätten“ und Infostellen, sowie eine digitale Vermittlung beitragen.

Ziel ist, dass Bürger aus dem In- und Ausland den Nationalpark am eigenen Körper erleben und spüren. Dabei wird auf die Begeisterungsfähigkeit von Jung und Alt sowie Einheimischen und Touristen gebaut. Mit Blick auf die einmaligen Natur- und Kulturwerte sollen die Menschen, die im Nationalpark unterwegs sind, auch etwas lernen.

Meer und Watt machen den größten Teil des 1.459 Quadratkilometer großen Parks aus. Etwa 300 Quadratkilometer entfallen jedoch auf Landbereiche. Foto: Redstar

Nordea-Stiftung größter Geldgeber

Das größte Stück des finanziellen Kuchens steuert die Stiftung „Nordea-fonden“ mit 14,7 Millionen Kronen bei. Die Stiftung richtet während der nächsten drei Jahre vor allem ihren Fokus auf Initiativen, die mehr Menschen ins Freie locken.

„Der Nationalpark Wattenmeer hat eine großartige Natur, die unvergleichbare Natur- und Kulturerlebnisse ermöglicht. Viele wissen das, aber nur wenige erforschen, kennen und verstehen die besondere Landschaft.

Daher geben wir dem Vorhaben unsere Rückendeckung, damit noch mehr Menschen Lust haben, die Natur auf eine Art zu nutzen, bei der die Werte geschützt werden“, sagt Henrik Lehrmann Andersen, Direktor der Nordea-Stiftung.

Die Finanzierung:

• Das Projekt kostet etwa 21,7 Millionen Kronen
• „Nordea-fonden“ zahlt 14,7 Millionen Kronen
• Der Nationalpark Wattenmeer bringt knapp 5 Millionen Kronen auf
• Die Wattenmeerkommunen Tondern, Varde, Fanø, Esbjerg mitsamt der Naturbehörde steuern 2 Millionen Kronen bei

Die sensiblen Naturbereiche werden ausgeklammert

„Eine packende und kluge Vermittlung der nur einmal vorkommenden Natur des Wattenmeeres ist eine Voraussetzung dafür, die Natur zu verstehen und auf sie aufzupassen“, sagt die Vorsitzende des Nationalparks, Janne Liburd, die begeistert von dem Mitwirken von Nordea und den anderen Partnern ist.

Mit der Vermittlung, die auch digital läuft, sollen die Besucher quasi an die Hand genommen und zu den Erlebnissen hingeleitet werden. Die sensiblen Naturbereiche werden dabei umschifft.

Das Projekt rollt ab Jahresanfang, und die ersten Infostellen sollen vor Jahresende 2020 fertig sein.

Eine packende und kluge Vermittlung der nur einmal vorkommenden Natur des Wattenmeers ist eine Voraussetzung dafür, die Natur zu verstehen und auf sie aufzupassen.

Janne Liburd, Vorsitzende des Nationalparks Wattenmeer

Folgendes ist geplant:

• 4 bemannte Portale (Tirpitz in Blåvand, Myrthuegård in Marbæk, das Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg sowie das Naturcenter Tønnisgård auf Röm. Entsprechende Portale gibt es bereits mit dem Wattenmeercenter in Vester Vedsted und der Mühle in Hoyer)
• 5 Empfangsstätten
• 22 Infostellen
• 1 digitales Portal mit einer App mit Wattenmeererlebnissen und Wanderrouten

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