Neue Zahlen

2.659 Verurteilungen: Gewalt gegen öffentliche Angestellte hält an

2.659 Verurteilungen: Gewalt gegen öffentliche Angestellte hält an

2.659 Verurteilungen: Gewalt gegen öffentliche Angestellte hält an

jt/ritzau
Kopenhagen
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Foto: dpa

Neue Zahlen der dänischen Staatsanwaltschaft zeigen, dass tausende Angestellte im öffentlichen Dienst bedroht oder gar überfallen werden.

Gefängniswärter, die Morddrohungen bekommen oder Volksschullehrer, denen die Stühle um die Ohren fliegen – das ist Alltag für viele Angestellte im öffentlichen Dienst. Sie sind tagtäglich dem Risiko physischer Verletzungen oder psychischer Störungen ausgesetzt.

Seit dem Jahreswechsel gingen bei der Staatsanwaltschaft insgesamt 2.734 Anzeigen wegen Körperverletzung oder Bedrohungen ein. In 2.659 dieser Fälle wurde ein Urteil verkündet, berichtet die Online-Zeitung Avisen.dk.

Die hohe Anzahl der Anzeigen hängt damit zusammen, dass die Angestellten im Vergleich zu den vorherigen Jahren vermehrt Anzeige erstatten, meint der Psychologe und Forscher am arbeitsmedizinischen Klinikum in Herning, Lars Peter Andersen.

“Die Anzeigen sind ganz klar ein Werkzeug, das des Öfteren benutzt wird. An einigen Arbeitsplätzen ist es Gang ung Gäbe, dass jegliche Art der Bedrohung oder Gewalt der Polizei gemeldet wird”, so Andersen Avisen.dk.

“Früher wurden lediglich Fälle von grober Gewalt angezeigt”, sagt der Kriminologe von der Kopenhagener Universität, Peter Kruize. “Es zeigt sich eine generelle Tendenz in unserer Gesellschaft, dass wir Gewalt, egal welche Art, nicht länger dulden. Beispielsweise werden auch Fälle gemeldet, wo Angestellte angespuckt wurden”, so Kruize.

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