Coronavirus

Arzt: Kein Grund zur Sorge bei Versammlungen mit 200 Personen

Arzt: Kein Grund zur Sorge bei Versammlungen mit 200 Personen

Arzt: Kein Grund zur Sorge bei großen Versammlungen

cvt, Ritzau
Aarhus
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Stadion
Leere Tribüne, volle Parkplätze: In Herning sahen sich Fans das Heimspiel vom FC Midtjylland gegen Horsens kürzlich aus dem Auto auf Leinwänden an. Bald soll wieder eine begrenzte Zahl von Zuschauern in die Stadien dürfen. Foto: Mikkel Berg Pedersen/Freelance/Ritzau Scanpix

Wegen der geringen Anzahl Infizierter in Dänemark: Experte hält Regierungsentwurf nicht für problematisch. Dabei sind jüngst erst größere Versammlungen für die rasche Verbreitung von Covid-19 verantwortlich gemacht worden.

Der Regierungsplan, das Versammlungsverbot in den kommenden Monaten stufenweise weiter zu lockern, bereitet dem Arzt Christian Wejse keine schlaflosen Nächte.

Der Fachmann für Weltgesundheit und Infektionserkrankungen am Uniklinikum Aarhus sieht durch die möglichen Lockerungen „keine wesentliche Auswirkung auf die Ansteckungsgefahr“, weil es in Dänemark derzeit „recht wenige ansteckende Personen“ gebe und die Epidemiekurve nach unten zeige.

Regierung: Schrittweise Lockerung

Laut Regierungsplan sollen ab Montag, 8. Juni, Versammlungen von bis zu 50 Personen wieder erlaubt sein. Am 8. August soll diese Grenze auf 200 angehoben werden. Zu bestimmten Anlässen soll es zudem erlaubt werden, dass sich bis zu 500 Personen versammeln, zum Beispiel bei Hochzeiten, Fußballspielen oder Generalversammlungen.

Wejse hält die Lockerungen für einen logischen Schritt im Zuge der Wiederöffnung der Gesellschaft.

Es sei doch unlogisch, dass man sich mit Hunderten Anderen in Kirchen versammeln darf, aber dass sich keine zehn Gläubigen unter freiem Himmel treffen dürfen, wo die Ansteckungsgefahr wesentlich niedriger sei.

Gefahr durch Superspreader mit Tests im Griff

Wejse räumt jedoch ein, dass sich die Gefahr von sogenannten „Superspreader-Anlässen“ erhöht, wenn sich die Menschen künftig wieder häufiger in größeren Mengen treffen.

„Ich glaube nur einfach nicht, dass das Risiko sonderlich groß ist. Denn es brauch ansteckende Leute, um einen solchen Anlass zu schaffen“, sagt er. Es werde solche Fälle geben, jedoch nicht in größerem Umfang. „Ich glaube, es wird möglich sein, das einzudämmen“, so Wejse.

Ein Unterschied zur Anfangsphase der Corona-Krise ist, dass heute umfassende Tests möglich sind. Entsprechend meint Wejse, dass Tests bei Menschen mit Symptomen und bei allen Kontakten von Infizierten das wichtigste Werkzeug seien, um einen drastischen Anstieg der Infektionszahl zu verhindern.

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