Nach Explosion in Norwegen:

Wasserstoff-Tankstellen in Dänemark geschlossen

Wasserstoff-Tankstellen in Dänemark geschlossen

Wasserstoff-Tankstellen in Dänemark geschlossen

Kopenhagen/Esbjerg
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Tankstellen für Wasserstoff-Fahrzeuge (Foto) sind noch extrem selten. Alle acht dänischen Tankstationen wurden jetzt geschlossen. Foto: Wikimedia Commons, Artur Braun

Nach einer Explosion in Norwegen wurden präventiv alle acht Wasserstoff-Tankstellen in Dänemark geschlossen.

Einen gewaltigen Knall soll es Medienberichten zufolge gegeben haben, als am Pfingsmontag eine Wasserstoff-Tankstelle im norwegischen Sandvika bei Oslo explodierte.

Die Explosion fand offenbar statt, ohne dass Menschen in der Nähe waren. Es soll lediglich zwei Leichtverletzte in Autos in der Nähe gegeben haben. Die Airbags ihrer Fahrzeuge wurden durch die Druckwelle der Explosion ausgelöst.

Die Betreibergesellschaft NEL schloss nach dem Unglück aus Sicherheitsgründen die bestehenden Wasserstoff-Tankstellen in Norwegen und auch Tankstellen der Gesellschaft in anderen Ländern, berichteten verschiedene Medien.

Die dänische Zeitschrift Ingeniøren meldet jetzt, dass auch alle dänischen Wasserstoff-Tankstellen geschlossen wurden. Dies gehe aus der Karte über die Verfügbarkeit der Ladestationen hervor.

In Dänemark gibt es derzeit acht Ladestationen für Wasserstoff-Fahrzeuge. Vier davon liegen in Jütland – je eine in Aalborg, Aarhus, Kolding und Esbjerg.

In Dänemark ältere Technik

Vier der dänischen Tankanlagen werden von der Energiegesellschaft OK betrieben. OK teilte gegenüber „Ingeniøren“ mit, dass die dänischen Tankstationen eine andere Technik verwenden als die Tankstelle, die explodierte. Die dänischen Anlagen stammen offenbar aus einer älteren Generation.

Die neueren Tankstellen – wie die, die in Norwegen explodierte – haben demzufolge eine komplexere Technik. Wasserstoff-Tank und Zapfanlage können wegen einer verbesserten Kühlung des Wasserstoffs mit bis zu 50 Metern Abstand voneinander installiert werden.

Bislang wurde nicht mitgeteilt, wie lange die dänischen Anlagen geschlossen bleiben, lediglich, dass es vorbeugend aus Sicherheitsgründen geschehe, bis die Ursache des Unglückes in Norwegen feststeht.

Elektro gegen Wasserstoff

Bei der Entwicklung alternativer Antriebe konkurrieren Wasserstoff-Autos und Elektroautos. Wasserstoff-Fahrzeuge haben den Vorteil, dass sie ähnlich große Reichweiten wie Autos mit Benzinmotoren errreichen können. Die Technik mit einer Kombination von Brennstoff-Zelle, Batterie und Elektromotor ist jedoch komplex.

2018 soll es in Dänemark lediglich etwa 80 Brennstoffzellen-Autos gegeben haben. Demgegenüber stehen mehrere Tausend Elektroautos, für die es in Dänemark etwa 2.000 Ladesäulen gibt.

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