Folketing

Neue Ministerin freut sich auf Minderheitenarbeit

Neue Ministerin freut sich auf Minderheitenarbeit

Neue Ministerin freut sich auf Minderheitenarbeit

Nordschleswig
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Kulturministerin Joy Mogensen Foto: Henning Bagger / Ritzau Scanpix

Die neue Kulturministerin Joy Mogensen hofft, die Minderheit bald besuchen zu können. Allerdings könnte der Mutterschaftsurlaub der schwangeren Ministerin dazwischenkommen. In diesem Fall kann die Minderheit in Nordschleswig aber in jedem Fall mit ihrem Besuch im Frühjahr rechnen.

Sie war eine der wenigen Überraschungen, als Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) im Juni ihr Ministerteam vorstellte: Joy Mogensen ist neue Kulturministerin geworden, und als solche hat sie auch die Verantwortung für die Anliegen der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Sie freue sich auf die Arbeit und darauf, die Minderheit bald zu besuchen, sagte Joy Mogensen dem „Nordschleswiger“.


Es könnte allerdings noch etwas dazwischen kommen, denn die Ministerin ist schwanger und geht im Oktober für „einige Monate“, so die Ministerin, in Mutterschutz. „Wir arbeiten gerade daran, wie wir meine Zeit vor dem Mutterschutz einteilen können“, sagt Joy Mogensen. Viele Verbände, Organisationen und Vereine möchten sich mit der neuen Ministerin treffen.


„Sollte es nicht vor dem Mutterschutz klappen, dann kann ich versprechen, dass die Minderheiten und das Grenzland im Frühling meine höchste Priorität haben“, sagt die Ministerin. Sie werde den 100-Jahr-Feiern in Verbindung mit der „Genforeningen“ (der Abtretung Nordschleswigs an Dänemark) beiwohnen. Dabei habe ihre Vorgängerin im Amt, Mette Bock (Lib. Allianz), gute Vorarbeit geleistet, worauf das Ministerium bauen könne.


Minderheit ist wichtig

Die deutsche Minderheit ist für Joy Mogensen Neuland. „Ich kenne die Minderheit vom historischen Aspekt her und finde aufrichtig, dass die Minderheit ein wichtiger Teil der dänischen Geschichte und unserer Identität ist. Für mich stehen beide Minderheiten im Grenzland dafür, wie aus jahrelangen Streitigkeiten ein friedliches Zusammenleben geworden ist. Das heißt aber nicht, dass es keine Probleme gibt“, sagt Mogensen. Es werde keine Revolution in der Minderheitenarbeit geben, so die Ministerin.


„Ich werde weiterhin das unterstützen, was im Grenzland funktioniert und werde mich darüber informieren, was die Minderheiten beschäftigt und welche Schwierigkeiten sie im Alltag haben.“ Sie sehe sich als Vorsitzende des Südschleswig-Ausschusses und des Folketings-Kontaktausschusses für die deutsche Minderheit auch als Anwalt der Minderheiten.


„Die Minderheiten müssen das Gefühl haben, im Alltag gesehen und gehört zu werden“, sagt die Ministerin. „Ich hoffe, dass die deutsche Minderheit sich wertgeschätzt fühlt und sich als lebendiger Teil des Alltages vor Ort und in Dänemark empfindet“, sagt Mogensen. Das sei zumindest das Bild, dass ihr ihre nordschleswigschen Kollegen im Folketing zeichneten. „Als Ministerin mit einem neuen Arbeitsfeld muss man sich manchmal auch auf die Erfahrungen anderer stützen“, sagt die Kulturministerin.

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