Afrikanische Schweinepest

WWF geht erneut gegen Wildschweinzaun vor

WWF geht erneut gegen Wildschweinzaun vor

WWF geht erneut gegen Wildschweinzaun vor

Ritzau/hm
Dänemark
Zuletzt aktualisiert um:
Mitte November soll der Wildschweinzuan komplett stehen. Der WWF sieht in dem Projekt eine Gefahr für wilde Tiere und will klären lassen, ob und wie der Zaun das Leben der Tiere beeinflusst. Foto: Karin Riggelsen

Die Tierschutzorganisation WWF will klären lassen, inwieweit der Zaun das Leben wilder Tiere beeinflusst. Bekommt der WWF Recht, könnte dieser die EU-Kommission und diese wiederum Dänemark unter Druck setzen, der Sache nachzugehen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Ritzau wird der Wildschweinzaun an der deutsch-dänischen Grenze wahrscheinlich bereits Mitte November fertiggestellt. Die internationale Umweltorganisation WWF unternimmt nun einen weiteren Versuch, den Zaun zu stoppen und klagt wegen Verstoßes gegen die Berner Konvention. Die Konvention dient dem Artenschutz wildlebender Tiere und Pflanzen, 1982 nahm die Europäische Gemeinschaft die Konvention an.

Der Zaun soll Wildschweine daran hindern, nach Dänemark zu kommen. Es wird befürchtet, dass Wildschweine die Afrikanische Schweinepest auf Hausschweine übertragen. Schweinezucht ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Dänemark.

Der WWF fordert eine Untersuchung, inwieweit der Zaun das Leben wilder Tiere beeinflusst. Laut Thor Hansen, Biologe beim WWF, hatte die Organisation versucht, dies über die EU-Kommission und über die dänische Regierung klären zu lassen – ohne Erfolg.

Sollte der WWF nun Erfolg haben, kann dieser nach eigener Aussage die EU-Kommission zwingen, die Sache ernsthaft zu prüfen.

Verletzte Rehe

Jäger hatten in der Vergangenheit von verletzten Rehen berichtet, die, so die Vermutung, durch den Zaun zu Schaden gekommen waren.

EU-Experte Professor Peter Pagh von der Universität Kopenhagen hatte kürzlich die Auffassung vertreten, dass die damalige Regierung nicht die Spielregeln befolgt hatte, da die Folgen für die Natur nicht abgeschätzt wurden. Er ist jedoch der Meinung, dass der Weg über die Berner Konvention der falsche ist. Dieser Weg wird seiner Meinung nach nur einen geringen Effekt haben im Vergleich zu einer Klage gegen den Staat. Zudem sei man zu spät, so Pagh.

Ellen Margrethe Basse, Professorin für Umweltrecht an der Universität Aarhus, bemängelt das Fehlen einer Folgenabschätzung für die Tierwelt ebenfalls.

Margrete Auken, für die Sozialistische Volkspartei im EU-Parlament, begrüßt das Vorgehen des WWF und hofft, dass die EU-Kommission Dänemark zwingt, die Folgen genauer abzuschätzen.

Mehr lesen