Flucht und Einwanderung

Bericht: Staat hat Absprache zur Integration versäumt

Bericht: Staat hat Absprache zur Integration versäumt

Bericht: Staat hat Absprache zur Integration versäumt

jt
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Clay Banks/Unsplash

Die Dreierverhandlungen zwischen der ehemaligen Regierung und Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sollten sicherstellen, dass Flüchtlinge einen Job bekommen. Doch einige der Vereinbarungen wurden nicht eingehalten, wie ein neuer Bericht zeigt.

Es hätte ein Meilenstein im Bereich der Integration von Flüchtlingen sein sollen. Doch die Dreierverhandlungen 2016 zwischen der VLAK-Regierung und den Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie der dabei vereinbarten Beschäftigung von Flüchtlingen ist ins Stocken geraten. Das zeigt ein neuer Bericht der dänischen Aufsichtsbehörde (Ankestyrelsen), worin insbesondere der Staat und die Kommunen ihren Teil der Vereinbarung versäumen, berichtet die Tageszeitung „Berlingske“.

Demnach haben beispielsweise die Kommunen lediglich einem von zwölf Flüchtlingen innerhalb einer zweiwöchigen Frist eine Arbeit oder ein Praktikum in einem Betrieb zugewiesen. Darüber hinaus hätten nur sechs Wochen zwischen zwei Praktika eines Flüchtlings verstreichen dürfen. Dies wurde in zwei von 17 Fällen von den Kommunen eingehalten.

Der dänische Ausländer- und Integrationsminister Mattias Tesfaye (Sozialdemokraten) unterstreicht unterdessen, dass derzeit mehr Flüchtlinge, verglichen mit vor drei Jahren, eine Arbeit hätten – und das sei das A und O. „Aber es ist trotzdem nicht zufriedenstellend, wenn viele Flüchtlinge das Angebot, das eigentlich vereinbart wurde, nicht bekommen“, so der Minister.

Auch im Landesverband der Kommunen (KL) achtet man darauf, dass in Zukunft mehr Flüchtlinge eine Beschäftigung bekommen. Dabei sollte jedoch nicht derart auf die Zeitfristen geachtet werden, meint der dortige Vorsitzende des Arbeitsmarkt- und Bürgerserviceausschusses, Thomas Kastrup-Larsen (Sozialdemokraten).

„Grundlegend bin ich der Meinung, dass man statt auf die vorgegebenen Anforderungen eher auf die Ergebnisse achten sollte. Und in dem Bereich ist es deutlich, dass die Kommunen eine gute Arbeit leisten. Die Zahl der neu angekommenen Flüchtlinge, die nach drei Jahren Aufenthalt in Dänemark einen Job haben, hat sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt“, so Kastrup-Larsen zu „Berlingske“.

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