Analyse des Finanzministeriums

6.000 Ausländer bringen dem dänischen Staat eine Milliarde Kronen pro Jahr

6.000 Ausländer bringen dem dänischen Staat eine Milliarde Kronen pro Jahr

6.000 Ausländer bringen dem dänischen Staat eine Milliarde Kronen pro Jahr

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Eine neue Analyse des Finanzministeriums zeigt, dass der Staat durch ausländische Arbeitskräfte, die unter die sogenannte Gehaltsgrenzen-Ordnung fallen, jährliche rund eine Milliarde Kronen verdient. DF kritisiert sowohl die Analyse als auch die Ordnung.

Ein neuer Schlagabtausch zwischen der Regierung und der Dänischen Volkspartei bahnt sich an. Staatsminister Lars Løkke Rasmussen hat im vergangenen Jahr einen neuen, sogenannten „Disruptionsrat“ zusammengestellt, der die dänische Wirtschaft auf wirtschaftliche und innovative Sprünge vorbereiten soll.

Dieser Rat trifft sich in der kommenden Woche, und die Regierung will zu diesem Anlass eine neue Analyse des Finanzministeriums vorlegen. Laut Ministerium belegt sie, dass die knapp 6.000 Ausländer, die in Dänemark auf Grundlage der sogenannten Gehaltsgrenzen-Ordnung (beløbsordning) arbeiten, dem dänischen Staat insgesamt eine Milliarde Kronen pro Jahr einbringen.

„Die Zahlen belegen eindeutig, dass Dänemark an ihnen verdient“, so Finanzminister Kristian Jensen (Venstre) zum Wirtschaftsmagazin Finans.

Ordnung sorgt für Fachkräfte

Die Gehaltsgrenzen-Ordnung ist das meistgenutzte Model für Arbeitgeber, spezialisierte Ausländer in ihre Unternehmen zu holen. Sie gibt Nicht-EU-Bürgern die Möglichkeit, in Dänemark zu arbeiten, wenn sie mehr als 418.000 Kronen pro Jahr verdienen.

Eine Mehrheit aus der Dänischen Volkspartei und den Sozialdemokraten hat die Regierung in der Vergangenheit bereits zweimal gezwungen, diese Ordnung zu verschärfen und die Gehaltsgrenze anzuheben.

Viele Arbeitgeber wünschen sich eine Senkung der Grenze, um leichter ausländische Fachkräfte rekrutieren zu können. Doch dies lehnt die Dänische Volkspartei strikt ab. Im Gegenteil, sie wünscht sich sogar eine Anhebung der Gehaltsgrenze auf 500.000 Kronen.

DF spricht von „Auftragsarbeit“

Der ausländerpolitische Sprecher der Partei, Martin Henriksen, kritisiert die neue Analyse des Finanzministeriums und nennt sie „Auftragsarbeit“. „Die Regierung benutzt Nichtskönner im Finanzministerium, um ihre Politik in einer Art und Weise zu gestalten, dass sie für Dänemark angeblich ein gutes Geschäft sein soll“, so Henriksen zu Finans.

Der Dänische Arbeitgeberverband (DA) widerspricht dem. „Die größte Herausforderung für dänische Unternehmen und die dänische Wirtschaft ist die Rekrutierung von qualifizierten Arbeitskräften. Daher wünschen wir uns eine Gehaltsgrenzen-Ordnung, die uns dies leichter macht“, sagt DA-Chef Jacob Holbraad.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Einseitige Grenzöffnung“