Arbeitsmarkt

Jobboom macht dänischen Arbeitgebern Bauchschmerzen

Jobboom macht dänischen Arbeitgebern Bauchschmerzen

Jobboom macht dänischen Arbeitgebern Bauchschmerzen

cvt/Ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Jobindex
Der Jobindex am 9. September 2017. Foto: cvt

Die Zahl der angebotenen Arbeitsstellen in Dänemark nimmt weiter zu. Die auf den ersten Blick positive Nachricht ruft bei den Wirtschaftsverbänden allerdings auch Besorgnis hervor.

Die Zahl der angebotenen Stellen im dänischen Jobindex liegt auf dem höchsten Niveau seit der Finanzkrise 2008. Im August waren 22.600 Stellenanzeigen online, derzeit sind es mehr als 24.000. Bisher hatte die Zahl seit 2015 stabil bei rund 20.000 Angeboten gelegen.

Die gute Nachricht sorgt beim Arbeitgeberverband Dansk Erhverv nicht nur für Freude. Chefökonom Steen Bocian macht sich Sorgen um die Nachhaltigkeit. „Es ist paradox, denn wir wünschen uns ja alle, dass es so viele Jobs wie möglich gibt. Doch geht das zu schnell, besteht das Risiko, dass es schief läuft“, sagt er.

Bisher hatte Bocian gesagt, dass die Zahl der Stellenangebote an sich kein Grund zur Beunruhigung seien. Doch vergleicht er die Zahlen mit den jüngsten Beschäftigungszahlen, bereite ihm das nun doch Bauchschmerzen, sagt er. „Mit der Entwicklung, die wir auf dem Arbeitsmarkt hatten, mit einer ziemlich kräftigen Zunahme der Beschäftigung fängt es an, in Hinblick auf eine Überhitzung Sorgen zu bereiten“, so Bocian. Denn die Stellenausschreibungen seien die eine Seite der Rechnung. „Auf der anderen Seite haben wir viele, die gerne einen Job hätten. Dafür haben wir die Arbeitslosenmessungen. Die Zahl der Arbeitslosen ist gesunken, aber nicht in auf die Rekordtiefs von 2007 und 2008.“

Eine Überhitzung würde die Arbeitgeber viel Geld kosten. Und der Gewinn für die Arbeitnehmer wäre überschaubar. „Eine Überhitzung am Arbeitsmarkt endet typisch damit, dass die Löhne steigen. Aber das tut die Inflation auch“, sagt er. „Es ist also nicht sicher, dass die Reallöhne sich im Augenblick günstig entwickeln. Das würde dafür sorgen, dass wir nach und nach an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Ländern einbüßen, mit denen wir konkurrieren“, meint er. Für einige Unternehme könne dies bedeuten, dass sie sich einem Punkt nähern, an dem es günstiger wäre, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Einseitige Grenzöffnung“