Brexit

Parlament stimmt nicht für zweites Brexit-Referendum

Parlament stimmt nicht für zweites Brexit-Referendum

Parlament stimmt nicht für zweites Brexit-Referendum

Charlotte Hülser/dpa
Dänemark/ Großbritannien
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Demonstranten vor dem Parlament in London Foto: Dylan Martinez / Ritzau Scanpix

Bereits jetzt leidet der dänische Handel unter dem Brexit, dabei ist Großbritannien noch nicht einmal aus der Europäischen Union ausgestiegen. Das britische Parlament hat sich derweil am Donnerstag gegen eine zweite Volksabstimmung ausgesprochen.

Das britische Parlament hat sich nicht für eine zweite Volksabstimmung über den EU-Austritt des Landes ausgesprochen. Eine überwältigende Mehrheit lehnte einen Antrag ab, mit dem eine unabhängige Gruppe aus ehemaligen Labour- und Tory-Abgeordneten eine Verschiebung des Brexits erreichen wollte, um ein erneutes Referendum organisieren zu können.

Für die Befürworter einer zweiten Volksabstimmung ist das ein Rückschlag. Aufgeben dürften sie dennoch nicht. Der Beschluss hat keine rechtlich bindende Wirkung. Die Abstimmung gilt eher als Testlauf.

Die Stimmen werden im britischen Parlament gezählt Foto: Reuters TV / Ritzau Scanpix

Der dänische Handel mit Großbritannien macht einen immer kleineren Teil des dänischen Exports aus, aktuell gerade einmal sieben Prozent. Im Falle eines ungeregelten Brexit sind höhere Zölle das geringere Problem der Unternehmen, betont ein Ökonom.

Bereits jetzt leidet der dänische Export nach Großbritannien unter dem Druck des Brexit. Das Jahr 2018 sei eines der schlechtesten Jahre für den dänischen Export auf die Insel gewesen, stellt der Wirtschaftsverband Dansk Industri (DI) heraus. Demnach lagen die Exporte im Januar dieses Jahres gleichauf mit denen aus dem vorherigen Jahr. Und das, obwohl die dänischen Gesamtexporte weltweit um 11 Prozent zugelegt haben.

Ganz natürliche Schwierigkeiten

Philipp Schröder, Professor für Ökonomie an der Universität Aarhus, meint, es sei ganz natürlich, dass es der dänische Export in Zeiten des Brexit schwer habe. Seiner Einschätzung nach gebe es zwei Faktoren, die dies beeinflussen würden: Zum einen die allgegenwärtige Unsicherheit, zum anderen mache es die Abwertung des Pfunds schwieriger für dänische Unternehmen, ihre Waren auf dem britischen Markt zu verkaufen, da die Engländer die dänischen Waren als zu teuer erachten würden, sagt Schröder in „Avisen Danmark“.

Die anfallenden Zölle im Falle eines ungeregelten Brexit seien laut Schröder jedoch nicht das größte Problem für dänische Unternehmen. Hier tue sich die neue Schwierigkeit auf, dass es zwei Behörden geben wird: die auf dem britischen Markt und die innerhalb der Europäischen Union.

Teile der Industrie Dänemarks werden jedoch von einem „harten Brexit“ nicht so extrem betroffen sein wie andere, so Schröder weiter. Denn für die Briten werde es schwierig werden, eigene Standards einzuführen. Das Risiko sei hier für die britische Industrie viel höher, gerade wenn es um Lebensmittel, Spielzeug und andere Produkte gehe.

Aufschiebung des Brexit noch wahrscheinlicher

Nach der Abstimmung am Dienstag und dem „Nein“ des britischen Parlaments zu den vorgestellten Brexit-Plänen Theresa Mays, ist eine Aufschiebung des Austritts Großbritanniens aus der EU noch wahrscheinlicher geworden. „Wir verlassen uns auf das alte Prinzip, dass man das Beste hofft, sich aber auf das Schlimmste vorbereitet“, sagt Jan Laustsen, Direktor für die Bereiche Handel, Markt und Ernährung beim Landwirtschaftsverband Landbrug & Fødevarer, zu „Avisen Danmark“. Mit dem Austritt Großbritanniens bliebe Dänemark für eine Reihe von Waren die äußerste Grenze der EU. Die Unternehmen sollen sich unter Hochdruck auf einen „harten Brexit“ vorbereiten.

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